Die betriebswirtschaftliche Bedeutung von Behandlungspfaden für Krankenhäuser in Deutschland

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Details
Autoren: Christina Mark, Stefanie Hasselbach
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Veranstaltung: Controlling
Institution/Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin - Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (Pflegemanagement)
Jahr: 2002
Seiten: 26
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 187 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-23245-6
ISBN (Buch): 978-3-638-93822-8
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Zusammenfassung / Abstract
Einleitung Klinische Behandlungspfade sind ein derzeit im deutschen Gesundheitswesen kontrovers diskutiertes Thema. Besonders Ärzte haben die Befürchtung, durch die Einführung von Behandlungspfaden in ihrer Behandlungsfreiheit eingeschränkt zu werden. Es ist eine Herausforderung für das Management eines Krankenhauses, diese Bedenken zu entkräften und die einzelnen Berufsgruppen an einem Tisch zusammenzuführen, damit sie gemeinsam die effektivste und effizienteste Behandlungsweise für die Patienten erarbeiten. Die Autorinnen halten das Thema „Klinische Behandlungspfade“ für sehr interessant, weil es sowohl unter Management- und Qualitätssicherungsaspekten als auch unter pflegerisch-medizinischen und ethischen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Da zur Zeit der Kostendruck im Gesundheitswesen in aller Munde ist, bedienen sich die Autorinnen in dieser Arbeit der ökonomischen Betrachtungsweise. Im Rahmen der Untersuchung werden jedoch immer wieder Schnittstellen zu den anderen Aspekten aufgezeigt, da das Wesen eines Behandlungspfades nur interdisziplinär erfasst werden kann. Die Leitfrage der Autorinnen ist, ob Behandlungspfade in einem kontinuierlichen Qualitätsverbesserungsprozess Kosten transparent machen und als Instrument zur Kostenreduktion einsetzbar sind. Als Methode wurden Literatur- und Internetrecherche, Expertengespräche und die Teilnahme an Fachvorträgen auf dem Hauptstadtkongress „Medizin und Gesundheit“ 2002 in Berlin angewandt. Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung des betriebswirtschaftlichen Nutzens von Behandlungspfaden in Krankenhäusern. Das Untersuchungsdesign wurde wie folgt gewählt: Aus der Definition und den Zielen von Behandlungspfaden werden Untersuchungsthesen abgeleitet. Diese werden anhand bereits bestehender Modellprojekte und betriebswirtschaftlicher Instrumente überprüft.
Textauszug (computergeneriert)
Die betriebswirtschaftliche Bedeutung von Behandlungspfaden
für Krankenhäuser in Deutschland
Verfasserinnen: Stefanie Hasselbach und Christina Mark
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Der Begriff des Behandlungspfades 4
1.1. Die Begriffe „clinical“ und „critical“ pathway 4
1.2. Das Begriffsverständnis im Kontext dieser Arbeit 4
2. Die Ziele des klinischen Behandlungspfades 5
3. Die Untersuchungsthesen 5
4. Betrachtung der internationalen und nationalen Situation bei Behandlungspfaden an ausgewählten Beispielen 6
4.1. Klinische Behandlungspfade im angloamerikanischen Sprachraum 6
4.1.1. USA 6
4.1.2. Australien 6
4.2. Schweiz 7
4.3. Deutschland 7
4.3.1. Pilotprojekt Patientenpfade im Krankenhaus München-Schwabing (KMS) 7
4.4. Zusammenfassung 8
5. Die Erstellung eines Pfades 8
5.1. Grundlegende Voraussetzungen 8
5.2. Entwurf, Datenerfassung und Analyse 9
5.3. Die Kostenanalyse 11
5.4. Tauschbörse und Clearingstelle 12
5.5. Zusammenfassung 13
6. Behandlungspfade unter betriebswirtschaftlichen Aspekten 13
6.1. Behandlungspfade und DRG 13
EXKURS 1 15
EXKURS 2 16
6.2. Behandlungspfade und Benchmarking 17
6.3. Behandlungspfade und Controlling 18
6.4. Zusammenfassung 20
7. Darstellung des Gesamtergebnisses anhand der Untersuchungsthesen 20
7.1. Klinische Behandlungspfade schaffen Kostentransparenz und sind in Verbindung mit den DRG ein effektives Managementinstrument 20
7.2. Durch die Einhaltung von klinischen Behandlungspfaden kann die Verweildauer gesenkt werden 21
7.3. Klinische Behandlungspfade machen erforderliche Ressourcen transparent 21
7.4. Klinische Behandlungspfade machen die Falldokumentation übersichtlich und somit die Krankenhäuser untereinander vergleichbar 21
Zusammenfassung 22
Einleitung
Klinische Behandlungspfade sind ein derzeit im deutschen Gesundheitswesen kontrovers diskutiertes Thema. Besonders Ärzte haben die Befürchtung, durch die Einführung von Behandlungspfaden in ihrer Behandlungsfreiheit eingeschränkt zu werden. Es ist eine Herausforderung für das Management eines Krankenhauses, diese Bedenken zu entkräften und die einzelnen Berufsgruppen an einem Tisch zusammenzuführen, damit sie gemeinsam die effektivste und effizienteste Behandlungsweise für die Patienten erarbeiten. Die Autorinnen halten das Thema „Klinische Behandlungspfade“ für sehr interessant, weil es sowohl unter Management- und Qualitätssicherungsaspekten als auch unter pflegerisch-medizinischen und ethischen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Da zur Zeit der Kostendruck im Gesundheitswesen in aller Munde ist, bedienen sich die Autorinnen in dieser Arbeit der ökonomischen Betrachtungsweise. Im Rahmen der Untersuchung werden jedoch immer wieder Schnittstellen zu den anderen Aspekten aufgezeigt, da das Wesen eines Behandlungspfades nur interdisziplinär erfasst werden kann.
Die Leitfrage der Autorinnen ist, ob Behandlungspfade in einem kontinuierlichen Qualitätsverbesserungsprozess Kosten transparent machen und als Instrument zur Kostenreduktion einsetzbar sind. Als Methode wurden Literatur- und Internetrecherche, Expertengespräche und die Teilnahme an Fachvorträgen auf dem Hauptstadtkongress „Medizin und Gesundheit“ 2002 in Berlin angewandt. Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung des betriebswirtschaftlichen Nutzens von Behandlungspfaden in Krankenhäusern. Das Untersuchungsdesign wurde wie folgt gewählt: Aus der Definition und den Zielen von Behandlungspfaden werden Untersuchungsthesen abgeleitet. Diese werden anhand bereits bestehender Modellprojekte und betriebswirtschaftlicher Instrumente überprüft.
1. Der Begriff des Behandlungspfades
Behandlungspfade stammen ursprünglich aus dem angloamerikanischen Sprachraum und wurden dort im Rahmen des Case Management1 eingeführt. Deshalb wird zu Beginn die Herkunft der Pfade und die englischen Begriffe beschrieben.
1.1. Die Begriffe „clinical“ und „critical“ pathway
Sowohl in der englischsprachigen als auch in der deutschsprachigen Literatur werden die Begriffe „clinical“ und „critical“ pathway synonym verwendet. Es wurden unterschiedliche Hinweise auf die Herkunft der Begriffe gefunden. „Die Methode der clinical (critical) pathways (am besten mit >Wegweiser< übersetzt) wird seit den 50er Jahren im industriellen Projektmanagement mit Erfolg eingesetzt. Hier stellt es eine integrative Wegbeschreibung zur Koordination einer Vielzahl paralleler Aktivitäten in einem engen Zeitrahmen dar. Hauptanwendungsgebiete sind Produktion, Konstruktion und Computerindustrie. Die erste Anwendung im Gesundheitswesen fand Ende der 80er Jahre in Boston statt.“2 In der betriebswirtschaftlichen Literatur werden „critical“ pathways, („kritische“ Pfade) als eine Phase der Netzplantechnik, einer „Planungstechnik, eingesetzt insbesondere zur Erkennung von zeitlichen Problemen bei der (...) Planung von Abläufen (...)“3 beschrieben. Um einen kritischen Pfad handelt es sich hier, wenn die Analyse der Anfangs- und Endzeitpunkte keine Zeitpuffer in den einzelnen Vorgängen aufzeigt4, wenn also der kürzeste Weg zwischen Ursprung und Ziel beschritten wird.5 Kritische Pfade werden aber auch als eine Vorform der „clinical“ pathways, der klinischen Pfade, bezeichnet.
1.2. Das Begriffsverständnis im Kontext dieser Arbeit
[...]
1 „Case Management ist eine auf den Einzelfall ausgerichtete diskrete, d.h. von unterschiedlichen Personen und in diversen Settings anwendbare Methode zur Realisierung von Patientenorientierung und Patientenpartizipation sowie Ergebnisorientierung in komplexen und hochgradig arbeitsteiligen Gesundheitssystemen.“ - Ewers, M./Schaeffer, D. (Hrsg.) Case Management in Theorie und Praxis, Bern/Göttingen/Toronto/Seattle 2000, S.8
2 Thiemann, Dr. H., Clinical Pathways, Instrumente zur Qualitätssicherung, in: f&w , Jg.13 (1996), Heft 5, S.454
3 Schneck, O., Lexikon der Betriebswirtschaft, 4. Aufl. München 2000 (o.J.), S.675
4 Vgl. ebenda
5 Wöhe, G., Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 20. Aufl. München 2000 (1960), S.451
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