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Presentation (Elaboration), 2003, 14 Pages
Author: Dagny Speeck
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities
Details
Institution/College: Technical University of Berlin (Institut für Sozialpädagogik)
Tags: Frauenbewegung, Deutschland, Gleichstellung, Menschenrechte
Year: 2003
Pages: 14
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23383-5
File size: 80 KB
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Excerpt (computer-generated)
Thema:
Frauenbewegung in Deutschland
- Auf dem Weg zur Gleichstellung -
Dagny Speeck
01.07.2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Erste Schritte 2
3. Gesetzesänderungen zum „Wohle der Frau“ 3
4. Auswirkungen der Gesetzesänderungen 4
5. Eigentums- und Rechtlosigkeit der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft der Weimarer Republik 5
6. Frauen im Nationalsozialismus 6
7. Offizielle Leitbilder der 50er und 60er Jahre 7
8. Neuorientierung in den 70er und 80er Jahren 8
9. Die Gegenwart 9
10. Zeittafel 11
11. Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
Die tief greifenden Veränderungen i n der Rolle der Frau, ihrem Selbstverständnis und ihrer Lebenssituation gehören zu den gravierenden gesellschaftlichen Umbrüchen dieses Jahrhunderts in Deutschland und anderen Industriestaaten. Ich werde mich im Folgenden mit den Anfängen der Frauenbewegung in Deutschland, der sozialen Situation der Frauen im 20. Jahrhundert und den verschiedenen Leitbildern für Frauen bis zur Gegenwart beschäftigen. Einen wichtigen Faktor auf dem Weg zur Gleichstellung spielen die verschiedenen Gesetzesänderungen, die ich im Einzelnen erwähnen werde.
2. Erste Schritte
Die sich in Deutschland seit 1840 entwickelnde organisierte Frauenbewegung ist Teil eines jahrhundertelangen gesellschaftlichen Emanzipationsprozesses, der in den Epochen von Renaissance und Reformation entstand und im Zeitalter der Aufklärung einen gewaltigen Fortschritt erfuhr, besonders hinsichtlich der Formulierungen von Rechtsprinzipien. Denn selbst von den amerikanischen und französischen Menschenrechtserklärungen von 1776 bzw. 1789 waren Frauen ausgeschlossen1. Frauen hatten sich auf den privaten Wirkungskreis zu beschränken:“ Außer dem Hause ist sie immer lächerlich und einer gerechten Kritik ausgesetzt“2. Diese Aussage stammt von Jean-Jacques Rousseau 1762, der die „geschlechtspezifische Arbeitsteilung und die Rechtsmündigkeit der weiblichen Bevölkerung als naturgegeben“ 3 hinnahm.
Die kontinuierliche Entwicklung der deutschen Frauenbewegung beginnt 1865 mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF)4; für die erste Generation, bis in die 90er Jahre, steht die `Bildungs- und Erwerbsfrage` im Vordergrund. In den 90er Jahren bildet sich in der deutschen Frauenbewegung auch ein radikaler Flügel, der um die Jahrhundertwende tonangebend wird. Dieradikalen Frauen bringen neue Probleme zur Sprache: die Situation der Prostituierten (`Sittlichkeitsfrage`), die gesellschaftliche Stellung der ledigen Mütter und allgemeine Fragen der Sexualmoral (`Neue Ethik`)5. Am 15.05.1908 trat die Vereinsfreiheit für Frauen in Kraft, auf welche die Frauen und mit ihnen die Links- und Mittelparteien schon lange Jahre hinzuwirken versucht hatten und Frauen somit Parteimitglieder werden konnten, ohne jedoch wählen oder gewählt werden zu können! 6 Die Vielzahl von Vereinen bot in jener Zeit ein recht verwirrendes Bild.
Durch die Radikalen wird die Kampagne für das Frauenwahlrecht gestartet, die die Zeit vor dem ersten Weltkrieg bestimmt.
3. Gesetzesänderungen zum „Wohle der Frau“
Mit der 1918 eingeführten Republik wurde der weiblichen Bevölkerung nun endgültig auch die formale politische Gleichberechtigung ermöglicht. Am 12. November 1918 verkündete der Rat der Volksbeauftragten im Reichsgesetzblatt Nr.153, dass „alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen“ wahlberechtigt seien7.
Bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919 wurde eine Wahlbeteiligung von 82% verzeichnet und 41 weibliche Abgeordnete wurden gewählt. Das war ein Frauenanteil von 9,6%.8
Die Weimarer Republik hatte in ihren Anfängen damit eine enorm hohe Wahlbeteiligung und ein hervorragendes Ergebnis für die Frauen zu verzeichnen. Dieser relativ hohe Frauenanteil im ersten Parlament wurde allerdings erst wieder 1983 im 10. Bundestag mit 9,8% erreicht9. Damals befassten sich die Politikerinnen, wie auch noch überwiegend heute, mit den typisch „weiblichen“ Politikfeldern, der Sozial- und Kulturpolitik.
[....]
1 Informationen zur politischen Bildung, Heft 254: Frauen in Deutschland. Auf dem Weg zur Gleichstellung. München: Franzis-Druck GmbH, März 1997, S.4
2 Jean-Jacques Rousseau, franz. Philosoph, in „Emile“ 1762
3 Informationen zur politischen Bildung, Heft 254, a.a.O., S.4
4 Schenk, Herrad: Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland. München: C.H. Beck, 4., unveränderte Auflage.1988, S. 22
5 Schenk, Herrad, a.a.O., S. 22
6 Nave-Herz, Rosemarie: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland.Opladen: Leske+Budrich, 4., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, S.39
7 Informationen zur politischen Bildung, Heft 254, a.a.O., S.11.
8 Landeszentrale für politische Bildung Baden-Würtemberg: Unsere Stadt braucht Frauen- Unser Kreis braucht Frauen. Dokumentation. Stuttgart: 1996 URL: http://www.lpb.bwue.de/publikat/stadtfra/frauen3.htm
9 Kuhn, Anette (Hrsg.): Die Chronik der Frauen. Dortmund, 1992, S.434 ff.
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