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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 24 Pages
Author: Tobias Pehle
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Fehlsteuerungspotential, Anreizsystemen, Rahmen, Shareholder, Value, Unternehmensführung, Human, Resource, Management
Year: 2002
Pages: 24
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23450-4
File size: 309 KB
Auf Grund der zunehmenden Globalisierung und des Drucks der Kapitalmärkte findet auch in Deutschland die Orientierung der Unternehmensführung am Shareholder Value zunehmend Verbreitung. Da bislang noch nicht untersucht wurde, welche Konsequenzen die anteilseignerorientierte Zielsetzung einer Maximierung des Unternehmenswertes für das Human Resource Management besitzt, beschäftigt sich diese Seminararbeit kritisch mit der Bedeutung und den Implikationen des SV-Ansatzes für das Personalmanagement.
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Excerpt (computer-generated)
Humboldt Universität zu Berlin
WS 2001/2002
Philosophische Fakultät III
Institut für Sozialwissenschaften
Fehlsteuerungspotential von Anreizsystemen im Rahmen
Shareholder Value orientierter Unternehmensführung
Tobias Pehle
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Aspekte der Führungskräftevergütung 4
1.2 Theoretische Erklärungsansätze zur Managervergütung 4
1.3 Begriff und Funktionen von Anreizsystemen 6
1.4 Überblick über verschiedene Vergütungsmodelle 8
1.4.2 Die Bedeutung von Stock Options in der betrieblichen Praxis 10
1.4.3 Strategisch orientierte Anreizsysteme 10
1.5 Kritik an bestehenden Anreizsystemen 12
2 Der Shareholder Value Ansatz 12
2.1 Die Grundidee der wertorientierten Unternehmensführung 13
2.2 Shareholder Value orientierte Unternehmensstrategien 14
2.3 Managervergütungen in Shareholder Value orientierten Unternehmen 16
2.3.1 Das Aktienoptionsprogramm der Schering AG 17
2.4 Kritik am Konzept des Shareholder Value 17
3 Managervergütung und der Shareholder Value 18
4 Fazit 19
I Literaturverzeichnis 21
II Onlinequellen 24
III Abbildungsverzeichnis 24
1 Einleitung
Auf Grund der zunehmenden Globalisierung und des Drucks der Kapitalmärkte findet auch in Deutschland die Orientierung der Unternehmensführung am Shareholder Value zunehmend Verbreitung. Da bislang noch nicht untersucht wurde, welche Konsequenzen die anteilseignerorientierte Zielsetzung einer Maximierung des Unternehmenswertes für das Human Resource Management besitzt, beschäftigt sich diese Seminararbeit kritisch mit der Bedeutung und den Implikationen des Shareholder Value Ansatzes für das Personalmanagement. Ein besonderes Gewicht in meiner Analyse spielt dabei die Fragestellung, ob in der Art und Weise, in der Top Manager entlohnt werden, eine Triebfeder für die in den letzten Jahren verstärkt zu beobachtende Ausrichtung der Unternehmensstrategien am Shareholder Value zu suchen ist. Die Verbreitung von Entlohungssystemen für Führungskräfte mit Aktienoptionskomponenten hat zu einer Interessenharmonisierung zwischen Top Management und Investoren geführt. Beide Gruppen profitieren direkt von einem steigenden Unternehmenswert. Gerade aus sozialwissenschaftlicher Sicht stellt sich die Frage, welche Folgen eine verstärkte Ausrichtung der Unternehmensstrategie am Aktienkurs für die anderen am Unternehmen Beteiligten Interessengruppen hat. Werden die Belegschaften zu Gunsten eines höheren Aktienkurses und damit auch zu Gunsten einer höheren Vergütung für den Vorstand entlassen oder sind es tatsächlich zwingende ökonomische Erfordernisse, die zu Downsizing, Outsourcing und dem Umbau ganzer Konzerne führen. Um ein Verständnis dafür zu liefern, welche theoretischen Grundlagen als Ausgangsbasis für die praktizierten Vergütungsformen dienen, beschäftigt sich der erste Teil dieser Arbeit mit verschiedenen Aspekten der Führungskräftevergütung. Es wird analysiert, wie strategische Anreizsysteme aufgebaut sind, damit die Führungskräfte auch wirklich die strategischen Ziele der Eigentümer verfolgen. Der zweite Abschnitt behandelt ausgehend von einer Grunddarstellung des Shareholder Value Ansatzes mit dessen Einflüssen auf die Bildung von Unternehmensstrategien. Dabei wird untersucht, ob zwischen Vergütungsform des Top Managements und Ausrichtung am Shareholder Value ein Zusammenhang besteht. Abschließend wird die zentrale These dieser Arbeit erörtert: Die Bezüge der Manager, die verstärkt Shareholder Value Praktiken durchsetzen, sind in besonderem Maße an den Aktienkurs gekoppelt.
1.1 Aspekte der Führungskräftevergütung
In den vergangenen 20 Jahren hat in vielen Unternehmen ein Wandel in der Vergütung des Top Management stattgefunden. Bei der Entlohnung von Führungskräften werden zunehmend variable Komponenten eingesetzt. Das Ziel besteht darin die Entlohungssysteme für Führungskräfte z.B. durch Aktienoptionskomponenten so zu gestalten, dass die unmittelbaren Interessen von Top Management und Investoren deckungsgleich werden. Beide Akteure profitieren von einem höheren Aktienkurs. Da das Leistungsverhalten der Führungskräfte einen weitreichenden Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens hat, kommt der Gestaltung der Vergütungsmodelle für diese sogenannten außertariflichen Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Unternehmen haben bei der Gestaltung von Vergütungsmodellen für Führungskräfte einen größeren Gestaltungsspielraum als bei tariflichen Mitarbeitern. Für Führungskräfte bestehen kaum arbeits- und sozialrechtrechtliche Restriktionen. Die Vergütung kann daher sehr gezielt als Anreiz zur Beeinflussung des Leistungsverhaltens eingesetzt werden. 1
In der betrieblichen Praxis ist zu beobachten, dass mit steigender hierarchischer Position, auch der variable Anteil an der Gesamtvergütung steigt.2 Seit Ende der neunziger Jahre ist ein Trend zu einer stärkeren Gewichtung erfolgsorientierter Anreize für Führungskräfte in deutschen Unternehmen zu beobachten. Es bleibt abzuwarten, wie stark sich die Anreizsysteme deutscher Unternehmen an diejenigen in amerikanischen Unternehmen anpassen. Für die 500 größten amerikanischen Unternehmen (S&P 500) hat der Vergütungsanteil realisierter Aktienoptionen von 27 auf 36 Prozent im Zeitraum von 1992-96 zugenommen, während der Bonusanteil konstant blieb und der Anteil des Festgehalt von 38 auf 27 Prozent fiel. Trotz dieser stärkeren Bedeutung der variablen Vergütung konnten wissenschaftliche Untersuchungen zwar eine steigende aber dennoch nur eine geringe Anreizkompatibilität feststellen.3 In Zukunft ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland Vergütungssysteme mit einem hohen variablen Anteil zunehmend an Bedeutung gewinnen.
1.2 Theoretische Erklärungsansätze zur Managervergütung4
[....]
1 Vgl. Berthel 1997, S. 412
2 Vgl. zur Führungskräftevergütung Bleicher 1992, S.87
3 Vgl. Schwalbach 1999
4 Vgl. Ebers/Gotsch Kieser 2001, 215ff
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