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Zu: Carl Zuckmayers Drama "Des Teufels General"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 18 Pages
Author: Tobias Lingen
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Hauptseminar "Nachkriegsliteratur": Literatur der ‚Stunde Null’
Institution/College: University of Bonn (Germanistisches Seminar)
Tags: Carl, Zuckmayers, Drama, Teufels, General, Hauptseminar, Nachkriegsliteratur, Literatur, Null’
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 3+
Language: German
Archive No.: V19335
ISBN (E-book): 978-3-638-23482-5
ISBN (Book): 978-3-638-75898-7
File size: 193 KB

Abstract

Anders als viele literarische Werke der unmittelbaren Nachkriegszeit ist Carl Zuckmayers Drama „Des Teufels General“ längst nicht in Vergessenheit geraten. Allein im Fischer Taschenbuch Verlag sind bis Juni 2001 insgesamt 32 Auflagen erschienen. Der anhaltend hohe Erfolg des Stückes, das Zuckmayer nach eigenen Angaben ursprünglich „für die Schublade“ schrieb, weil er 1941 noch nicht damit rechnen konnte, daß es jemals in Deutschland aufgeführt werden würde, hat vielerlei Gründe. Einen Teil trägt dazu sicherlich die gelungene Verfilmung von Helmut Käutner mit Curd Jürgens in der Hauptrolle als General Harras bei. Der eigentliche Grund für die andauernde Aktualität liegt jedoch mehr in der Thematik, die Zuckmayer in diesem Stück behandelt: Er stellt weder die Opfer des Nationalsozialismus – auch wenn ihr Schicksal im Hintergrund durch alle drei Akte immer präsent bleibt – noch die höchsten Funktionäre des verbrecherischen Regimes wie Hitler, Goebbels usw. in den zentralen Blickpunkt seines Dramas. Statt dessen finden sich im Zenit von Zuckmayers Bühnenstück einzelne, sehr unterschiedliche Figuren, die jeweils mögliche Verhaltensalternativen innerhalb der menschenverachtenden Diktatur repräsentieren. So verkörpern sie Widerstand und Flucht, verblendete Überzeugung und schuldhaftes Mitläufertum mit vielerlei Motiven…


Excerpt (computer-generated)

„Des Teufels General“

 


vorgelegt von Tobias Lingen

Gliederung

Einleitung Seite 3

General Harras und die

„ewige Verdammnis“ Seite 4

Oderbruch, der Widerstand Seite 12

Hartmann, Hoffnungsträger und Zukunft Seite 14

Literaturverzeichnis Seite 17

 

 


Einleitung:

Anders als viele literarische Werke der unmittelbaren Nachkriegszeit ist Carl Zuckmayers Drama „Des Teufels General“ längst nicht in Vergessenheit geraten1. Allein im Fischer Taschenbuch Verlag sind bis Juni 2001 insgesamt 32 Auflagen erschienen. Der anhaltend hohe Erfolg des Stückes, das Zuckmayer nach eigenen Angaben ursprünglich „für die Schublade“ schrieb, weil er 1941 nicht damit rechnete, daß es jemals in Deutschland aufgeführt werden könnte, hat vielerlei Gründe. Einen Teil trägt dazu sicherlich die gelungene Verfilmung von Helmut Käutner mit Curd Jürgens in der Hauptrolle als General Harras bei. Den eigentlichen Grund für die andauernde Aktualität sehe ich jedoch mehr in der Problematik, die Zuckmayer in seinem Stück behandelt. Er stellt weder die Opfer des Nationalsozialismus – auch wenn ihr Schicksal im Hintergrund durch alle drei Akte immer präsent bleibt2 – noch die höchsten Funktionäre des verbrecherischen Regimes wie Hitler, Goebbels usw. in den zentralen Blickpunkt seines Dramas. Sie bleiben lediglich im Hintergrund erwähnt. So finden sich im Zenit von Zuckmayers Bühnenstück einzelne unterschiedliche Figuren, die jeweils mögliche Verhaltensalternativen repräsentieren. Sie verkörpern sowohl Widerstand und Flucht als auch verblendete Überzeugung und Mitläufertum aus unterschiedlichsten Gründen.

Die zwei hervorstechendsten dieser Alternativen möchte ich im folgenden anhand der sie repräsentierenden Figuren analysieren und interpretieren. Auf der einen Seite steht „des Teufels General“ in der Figur Harras und auf der anderen der Widerstandskämpfer in der Figur Oderbruch. Zum Schluß der Arbeit möchte ich dann an der Figur Hartmann erörtern, wie die Frage nach einem „moralisch richtigen Verhalten“ und die Frage nach der Zukunft vom Autor beantwortet wird.

General Harras und die „ewige Verdammnis“

[...]


1 Einige Werke, die in ihrer Zeit ein breites Publikum fanden, sind heute nur noch einem erlesenen Kreis von Fachleuten bekannt.
2 So zum Beispiel „Buchenwald“ und „Litzmannstadt“ (S.48)


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