Vom feudalen zum modernen Staat - Monarchie, Diktatur, Demokratie (1808 - heute)

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Details
Autor: Björn Schreier
Fach: Geschichte - Ausland
Veranstaltung: Spezialseminar C zur Großen Exkursion Andalusien
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Geographisches Institut)
Jahr: 2003
Seiten: 30
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2338 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-23529-7
Da es sich nicht um ein Hauptseminar handelte, wurde die Arbeit nicht durch eine Note bewertet, erhielt aber eine gute Beurteilung.
Textauszug (computergeneriert)
Geschichte und Politik Spaniens
Vom feudalen zum modernen Staat
Monarchie, Diktatur, Demokratie (1808 - heute)
Vorgelegt von Björn Schreier
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Das 19. Jahrhundert zwischen Liberalismus und Restauration
2.1. Der Befreiungskrieg gegen Napoleon (1808-1814) 2
2.2. Die Ära der pronunciamientos (1814-1874) 3
2.3. Die bourbonische Restauration bis zum Verlust der letzten Kolonien (1874-1898) 5
3. Die Wirren des beginnenden 20. Jahrhunderts
3.1. Krise der Restauration und Diktatur Primo de Riveras (1898-1930) 6
3.2. Die Zweite Republik (1931-1936) 8
3.3. Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) 10
4. Die Franco-Diktatur (1936/39-1975)
4.1. Grundzüge des Franquismo 12
4.2. Vom autarken Faschismus zum wirtschaftsliberalen Autoritarismus 14
5. Die konstitutionelle Monarchie (seit 1975/78)
5.1. Die transición: Ein reibungsloser Regimeübergang? 16
5.1.1. Exkurs: Die Rolle des Königs während der transición 18
5.2. Dezentralisierung und Bildung der Autonomen Gemeinschaften 19
5.2.1. Exkurs: Gibraltar, Ceuta, Melilla 22
5.3. Sozialistische Ära und konservative Wende 23
5.4. Die baskische Frage 24
Literatur 25
Anhang
1. Einleitung
Die beiden jüngsten Jahrhunderte der spanischen Geschichte, in denen die langsame Entwicklung von einer absoluten Monarchie über verschiedenste Regierungsformen bis hin zur aktuellen parlamentarischen Demokratie mit dem König als repräsentativem Staatsoberhaupt vollzogen wurde, lassen sich kurz mit einem stetigen Gegensatz reformorientierter und traditionalistischer Kräfte umreißen. Letztere behielten stärker als anderswo in Europa ihre Vorrangstellung und bewegten sich kaum auf Reformen zu, wodurch eine Polarisierung zwischen rechts und links nur noch verschärft wurde. Die Reformkräfte wiederum fanden gesellschaftliche Strukturen vor, die scheinbar noch nicht bereit für ihre Projekte waren. Neben dem Schlagwort der "beiden Spanien" - reformerisch-liberal vs. traditonalistisch-konservativ - (so z.B. VILAR 1992 : 136ff., ALLEBRAND 2000 : 32ff., NOHLEN / HILDENBRAND 1992b : 267) zieht sich so die Ungleichzeitigkeit der politischen und sozioökonomischen Verfassung wie ein roter Faden durch die neueste Geschichte Spaniens. Bis zum Einsetzen der Demokratisierung bleibt Spanien ein "Land der halben Entwicklungen" (BERNECKER 2000 : 336).
2. Das 19. Jahrhundert zwischen Liberalismus und Restauration
2.1. Der Befreiungskrieg gegen Napoleon (1808-1814)
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Spanien ein Feudalsystem, an deren Spitze sich der König mit seinem Hofstaat sowie ein einflussreicher Adel und Klerus befanden, deren Mittelschicht erst im Entstehen begriffen war (v.a. in den Wirtschaftszentren an der Küste) und in dem vier Fünftel der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig waren, zum Großteil als Tagelöhner, Pächter oder Kleinbauern (BERNECKER 2000 : 207). In diesem Zeitraum gab es zwei einschneidende Ereignisse: Das Abfallen aller Kolonien außer Kuba, Puerto Rico und den Philippinen zwischen 1816-1825, wodurch Spanien endgültig seine Stellung als Weltmacht verlor, sowie die napoleonische Invasion in Spanien 1808. Durch diese wurde zum einen das rückständige Land mit Ideen der französischen Revolution konfrontiert: So sah die von den Franzosen oktroyierte Verfassung von Bayonne zwar einen zentralistischen Staat mit einer Erbmonarchie vor, andererseits wurden aber auch Reformen (z.B. im Bildungsbereich) angestrebt, so dass sich viele Spanier als afrancesados (Französlinge) auf die Seite Napoleons schlugen. Zum anderen wurde durch den französischen Angriff eine in Juntas de Defensa (Verteidigungsräte) organisierte Befreiungsbewegung provoziert, auf deren Veranlassung nach dem Rückzug der Franzosen in Cádiz die cortes zusammentraten, die eine fortschrittliche Verfassung ausarbeiteten. Mit der Volkssouveränität, der Gewaltenteilung und der Garantie der Grundfreiheiten nahm sie Ideen der französischen Aufklärung bzw. Revolution auf. Die küstennahe Lage des Tagungsortes Cádiz, die einzige nicht von den Franzosen besetzte Stadt, bewirkte eine überproportionale Vertretung von Abgeordneten aus den fortschrittlicheren Küstenregionen gegenüber dem konservativen Binnenland (BERN-ECKER 2000 : 209ff.).
Mit der französischen Invasion erhielt also das liberale Element einen ersten größeren Aufschwung in Spanien, wohingegen die Monarchie den Reformkurs des 17. Jahrhunderts verließ und (auch als Reaktion auf die Französische Revolution) eine traditionalistische Politik verfolgte. Die Konkurrenz dieser beiden Tendenzen soll den weiteren Verlauf der spanischen Geschichte bestimmen, die zudem von einer starken Instabilität gekennzeichnet war: Bis 1936 lassen sich "weit über 100 Regierungen zählen, eine ganze Reihe von Verfassungen und verschiedene Regime, mehrere Attentate auf und Ermordungen von Regierungschefs, Verbannungen und Entthronungen" (BERNECKER 2000 : 206).
2.2. Die Ära der pronunciamientos (1814-1874)
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