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Hesses Demian. Über Mythen, Religion und Esoterik zur Selbstfindung

Scholary Paper (Seminar), 2001, 34 Pages
Author: Marcel Egbers
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 34
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V19405
ISBN (E-book): 978-3-638-23545-7

File size: 470 KB
Notes :
In dieser Arbeit findet eine detaillierte Interpretation des Romans „Demian“ von Hermann Hesse statt. Der erste Teil geht dabei kurz auf seine Entstehungs- und Rezeptionsgeschichtegeschichte ein und hinterfragt, inwieweit sich Autobiographisches in Hesses Werk widerspiegelt. Der zweite und größere Teil analysiert die spezielle Symbolik im „Demian“ – insbesondere das Aufgreifen von religiösen und mythologischen Inhalten. Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.



Excerpt (computer-generated)

Demian - über Mythen, Religionen und
Esoterik zur Selbstfindung?




Verfasser: Marcel Egbers

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung S. 3 - 4

II. Werkgeschichtliches:

2.1. Entstehung und Rezeption: S. 5 - 8
2.2. Demian - ein autobiographischer Roman? S. 9 - 13

III. Glaube, Mythen und Selbstfindung:

3.1. Mittelalterliche und christliche Mythen S. 14 - 17
3.2. Die Polaritätsstruktur in Demian - Tao-Lehre und Gnostizismus S. 18 - 20
3.3. Die Entwicklungsstadien Sinclairs und die Symbolik in Demian S. 20 - 30

IV. Kritik am Werk Hesses S. 30 - 32

Literaturverzeichnis S. 33










I. Einleitung:

„ Ich war ein Suchender und bin es noch, aber ich suche nicht mehr auf den Sternen und in den Büchern, ich beginne die Lehren zu hören, die mein Blut in mir rauscht.“1 Mit diesem kurzen Satz wird dem Leser noch vor Beginn der eigentlichen Handlung des Romans Demian bereits dessen Hauptthematik offenbart: die Suche nach dem eigenem Selbst. Dies Thema ist insofern nicht außergewöhnlich, da fast sämtliche Werke Hermann Hesses geprägt sind von seiner Neigung zur Selbstreflexion und der Beschreibung innerer Prozesse. In seinen Romanen ging es Hesse hauptsächlich um das Seelenleben, die Erkenntnisse und Wandlungen der darin auftauchenden Figuren; die Handlung diente zumeist nur als Aufhänger, um deren geistige Veränderungen dem Leser verständlich und sichtbar zu machen.2 In dieser Hinsicht bildet Hermann Hesses Roman „Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend“ keine Ausnahme. Wie bereits in früheren Werken verarbeitet Hesse auch in Demian eigene Erlebnisse und Erfahrungen, und die Suche des jungen Sinclairs nach seinem Selbst weist zum Teil durchaus Parallelen zum Leben des Schriftstellers auf. Die Entstehung dieses Romans war geprägt von den Eindrücken des ersten Weltkrieges, Hesses familiären Krisen und nicht zuletzt von seiner langjährigen Therapie bei Dr. Josef Bernhard Lang, einem Schüler des Psychoanalytikers C.G. Jung, dessen Lehren auch in Demian eine große Rolle spielen. Aufgrund dieser tiefschürfenden Erlebnisse, die alle direkt vor oder noch während des Schreibprozesses stattfanden, liegt es nahe, bei einer Analyse des Romans nicht nur auf dessen Entstehungsgeschichte einzugehen, sondern auch zu überprüfen, inwiefern sich Autobiographisches in ihm wiederspiegelt. Daher wird sich der erste Teil dieser Hausarbeit mit der Textgeschichte und Rezeption Demians beschäftigen, und der Frage, ob oder inwieweit der Roman nur ein ausgeschmückter Erfahrungsbericht Hesses ist.

Im zweiten Teil wird auf die spezielle Symbolik des Romans eingegangen, die sich an verschiedensten religiösen Mythen orientiert. Für Hesse schien die Suche nach eigener Identität mit der Suche nach Glauben und Religiosität einherzugehen und er hat in Demian sowohl Inhalte des Christentums, des Gnostizismus, als auch des Daoismus integriert. In diesem Punkt unterscheidet sich der Roman Demian vom vorherigen Werk Hesses, denn während sich eine Geschichte wie z.B. „Unterm Rad“ noch in einer realistischen Umwelt zuträgt, mit Personen und Orten die einem in ähnlicher Form tatsächlich begegnen könnten, zeichnet sich Demian vor allem durch einen stark surrealen Charakter aus. Der gesamte Roman ist gekennzeichnet von Traumsequenzen und visionären Symbolen, die man in dieser Fülle bei Hesse vorher noch nicht erlebt hat, und selbst die handelnden Personen sind keine realistischen Figuren, sondern symbolische Gestalten, die vom Leser erst noch gedeutet werden müssen.3 Dies zeigt sich bereits am Beispiel der titelgebenden Figur Demian, die als eine Art Übermensch Sinclairs Möglichkeit der Entwicklung darstellt, und der zusammen mit seiner Mutter Eva die zwei Prinzipien des Yin und Yang symbolisiert. Die Geschichte Sinclairs bildet daher den Wendepunkt im literarischen Schaffen Hesses, da solch ein Verschmelzen der Handlung mit religiösen Motiven in Demian zum ersten Mal auftaucht und die Abkehr des Schriftstellers vom realistischen Erzählstil der Vergangenheit markiert. Die späteren Werke wie Siddharta und Narziß und Goldmund sind ebenfalls sehr von religiösen Motiven geprägt, und im Gegensatz zu den früheren Erzählungen wie Unterm Rad und Roßhalde bedient sich Hermann Hesse dort derselben allegorischen Erzählweise, die man bereits bei Demian findet. Da dieses Aufgreifen religiöser Symbole so charakteristisch für Demian ist und ihn stilistisch klar von den vorherigen Werken Hesses abgrenzt, wird sich die vorliegende Arbeit vor allem mit der Entschlüsselung der einzelnen Symbole befassen und aufzeigen, wie viele unterschiedliche Mythen der verschiedensten Religionen Hermann Hesse in seinen Roman eingeflochten hat, und wie sie sich trotz der hohen Anzahl dennoch alle zu einem gemeinsamen Grundthema zusammenfügen: der Suche nach dem eigenem Selbst.

II. Werkgeschichtliches....

2.1. Entstehung und Rezeption:

[...]


1 Alle Seitenangaben zum Roman „Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend“ beziehen sich auf die kommentierte Auflage, die in der Reihe BasisBibliothek beim Suhrkampverlag erschienen ist. Genanntes Zitat findet sich dort auf Seite 10.
2 Vgl. Karalaschwili, R.: Hermann Hesse. Charakter und Weltbild. Köln: Böhlau Verlag GmbH & Cie 1993, S.49
3 Vgl.. Field, G.W.: HERMANN HESSE Kommentar zu sämtlichen Werken. Stuttgart: Akademischer Verlag Hans-Dieter Heinz 1977 ( Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik Nr.24)


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