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Zusammenhänge zwischen jugendlicher Subjektwerdung und Konsum und Missbrauch von Rauschmitteln durch Jugendliche im Zeitalter der modernen Individualisierung

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Linda Mathews
Subject: Sociology - Children and Youth

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V19466
ISBN (E-book): 978-3-638-23586-0

File size: 214 KB


Excerpt (computer-generated)

Zusammenhänge zwischen jugendlicher Subjektwerdung
und Konsum und Missbrauch von Rauschmitteln
durch Jugendliche im Zeitalter der
modernen Individualisierung

 

 

 

Linda Mathews

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2 Jugend im Zeitalter der Individualisierung  5

2.1 Individualisierung als zentrales Merkmal der Modernisierung 5
2.2 Die dreifache Individualisierung  6

2.2.1 Strukturwandel der Kindheits- und Jugendphase  9
2.2.2 Verlängerung von Jugend durch ‚Verschulung’  9
2.2.3 Vervielfältigung des Übergangs in das Erwachsenenalter 10
2.2.4 Verunsicherung von Jugend durch Arbeitsmarktrisiken 11

2.3. Entwicklung der jugendlichen Selbstwahrnehmung  12
2.4 Selbstwahrnehmung als individualisiertes Individuum 13

3 Psychosoziale Belastungen und jugendliche Subjektentwicklung 16

3.1 Zur Entstehung von Stress in der Jugendphase  16
3.2 Nach innen gerichtete Stressverarbeitung  18

3.2.1 Arzneimittelmissbrauch  18
3.2.2 Tabak und Drogenmissbrauch  19
3.2.3 Illegale Drogen  20

4 Resümee 22

5 Bibliographie 24

 

 

 

 


1 Einleitung

Grundlage für diesen Text ist die These, dass der moderne Individualisierungsprozess eine Vielzahl von Stressoren für die jugendliche Subjektentwicklung mit sich bringt und im Zuge dessen die Hemmschwelle des Konsums und Missbrauchs von bewusstseinsverändernden Substanzen sinkt. Ausgehend von dieser These soll im folgenden Text neben den objektiven Auswirkungen des Individualisierungsprozesses auf die Lebensphase Jugend auch die Entwicklung der jugendlichen Selbstwahrnehmung und der individuelle Umgang mit den möglichen psychosozialen Belastungen beleuchtet werden. Dabei soll besonders der Aspekt der nach innen gerichteten Stressverarbeitung in Form des Konsums und Missbrauchs von Medikamenten und legaler wie auch illegaler Drogen vertieft werden.

2 Jugend im Zeitalter der Individualisierung

2.1 Individualisierung als zentrales Merkmal der Modernisierung

Das Konzept der Modernisierung beschreibt die soziale Realität und analysiert zudem gesamtgesellschaftliche Veränderungen. Da sich die Gesellschaft stetig verändert, ist der Prozess der Modernisierung als offen zu bezeichnen, er kann nicht rückgängig gemacht werden und ist niemals an einem Ende angelangt. Modernisierung macht sich neben anderen Faktoren durch die „Herausbildung einer zentralisierten Staatsgewalt“, durch „Kapitalkonzentrationen“, „einem immer feinkörnigerem Geflecht von Arbeitsteilungen und Marktbeziehungen“, „Mobilität“ und „Massenkonsum“ kenntlich.1 Nach van der Loo und van der Reiygen sind es insbesondere zwei Dimensionen, die den Prozess der Modernisierung beschreiben: die Dimension der „Differenzierung“ und die Dimension der „Individualisierung“.2 Innerhalb der Differenzierungs- Dimension, wird die Gesellschaft in voneinander unabhängige, funktionsspezifische Teilsysteme gegliedert und aus traditionellen Strukturen herausgelöst. Man bezeichnet das als Folge der strukturellen Differenzierung entstehende Phänomen als „Individualisierung“. Während der 80er Jahre wurde durch den Soziologen Ulrich Beck eine Debatte ausgelöst, die seitdem aus der Soziologie und der Analyse vielfältiger Bereiche des Lebens nicht mehr weg zu denken ist. Die Rede ist von der sogenannten Individualisierungsdebatte. Im Allgemeinen ist unter dem Begriff Individualisierung die „fortschrittlichste Form markt-, rechts- und bildungsabhängiger Vergesellschaftung“3 zu verstehen und dient der Erklärung von gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen. Formen der Individualisierung sind bereits in der Renaissance, dem Mittelalter und der innerweltlichen Askese des Protestantismus zu finden und ist demnach kein neues Phänomen an sich.4

Ulrich Beck entwarf auf Grundlage der Kenntnisse über die Modernisierung ein Individualisierungskonzept, welches er in drei Dimensionen unterteilte. Die drei Dimensionen der Individualisierung bezeichnete er wie folgt als Freisetzungsdimension, Entzauberungsdimension und Reintegrationsdimension. Des weiteren spricht Beck von einem „Individualisierungsschub“, der seit den 70er Jahren massive Veränderungen innerhalb der gesellschaftlichen Realität eingeleitet hat.

2.2 Die dreifache Individualisierung

[...]


1 Vgl. Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt a. M., S. 206.
2 Vgl. Kötters, Catrin (2000): Wege aus der Kindheit in die Jugendphase, Biographische Schritte der Verselbstständigung im Ost-West-Vergleich, Opladen, S. 25.
3 Kötters, Catrin (2000): Wege aus der Kindheit in die Jugendphase, Biographische Schritte der Verselbstständigung im Ost-West-Vergleich, Opladen, zit. n.: Schröder (1995), S. 26.
4 Vgl. Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt a. M., S. 206.


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