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Objektivität als Wert in der Wissenschaft

Scholary Paper (Seminar), 2003, 15 Pages
Author: Michael Lederer
Subject: Sociology - Knowledge and Information

Details

Event: Seminar: Ist nur wissenschaftliches Wissen gültig?
Institution/College: University of Vienna (Institut für Wissenschaftstheorie)
Tags: Objektivität, Wert, Wissenschaft, Seminar, Wissen
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 15
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V19528
ISBN (E-book): 978-3-638-23627-0

File size: 240 KB


Excerpt (computer-generated)

Objektivität als Wert in der Wissenschaft

 

 

Lederer Michael

Einführung in das Thema 3

Die Entwicklung der Objektivität  8

Four Senses of Objectivity 10

Die dialektische Objektivität  11

Die prozesshafte Objetkivität  12

Schlussbemerkung  13

QUELLENVERZEICHNIS 15

 

 

 


Einführung in das Thema1

Jeden Tag begegnen wir wissenschaftlichen Fakten im Alltag. Wir wissen, dass Rauchen schädlich für unsere Gesundheit ist, langes Sitzen führt zu Haltungsschäden, die Schwerkraft hält uns auf dem Boden und Wasser kocht ab 100°C. Dies sind nur ein paar wenige wissenschaftliche Erkenntnisse, die unseren Alltag maßgeblich beeinflussen. Doch haben wir diese Erkenntnisse je in Frage gestellt?

Nein, weil sie alle wissenschaftlich erforscht und bestätigt worden sind; die Menschen haben sie nie oder nur sehr wenig in Frage gestellt. Die heutige Wissenschaft besitzt eine erkenntnistheoretische Autorität und ist unbestritten der Marktführer in punkto Wissenserzeugung. Die Gründe dafür liegen großteils darin, dass die Wissenschaft immer wieder neue und enorme Entwicklungen in unsere Gesellschaft mit einbringen, die das Leben für die meisten Menschen vereinfacht. Denken wir doch nur an Haushaltsgeräte oder an TV, Video, DVD und vieles mehr. Die Wissenschaft eröffnet uns immer wieder neue Wege den Alltag einfacher zu bewältigen. Durch die Leistungen der Wissenschaft und ihrer Rolle in der Gesellschaft als Wissenserzeuger Nummer eins besitz Wissenschaft eine „epistemic authority“2. Wissenschaft steht also meist für Glaubwürdigkeit, legitime Erkenntnis, Zuverlässigkeit, für eine glaubhafte Realität.3 Also nicht nur Wissenserzeugung sondern auch eben genannte Eigenschaften werden der Wissenschaft zugeschrieben. Diese verstärken wiederum die Autorität der Wissenschaft. Sie hat somit eine doch sehr starke Position innerhalb der Gesellschaft, die wiederum nur schwer Kritik gegen wissenschaftliche Erkenntnisse zulässt. Es lässt sich schwer von außen kritisieren, da die Wissenschaft sich selbst gegenüber Nichtwissenschaftern abschottet. Kritik an der Wissenschaft muss deshalb aus der Wissenschaft selbst kommen.4

Auch versucht die Wissenschaft die Natur zu erklären und ein Modell der Natur aufzuzeichnen. Dabei ist es nicht einfach den richtigen Weg zu finden. Es entsteht eine Konkurrenz zwischen wissenschaftlichem und nichtwissenschaftlichem Wissen. Was kann nun aber als wissenschaftliches Wissen angesehen werden. Diese Frage stellt sich auch Thomas Gieryn in „Contesting Credibility Carthographically“ die Einleitung des Buchs “Cultural Boundaries of Science. Credibility on the Line”: Was ist wissenschaftlich? Welche Methodik wird verfolgt? Wie sehen das andere Wissenschafter?

Diese Frage wurde auch innerhalb des Seminars besprochen und diskutiert. Gieryn stellt in seinem Text den Konflikt mit der Wissenschaftlichkeit anhand von Kulturlandkarten dar. Da jede Wissenschaft die Autorität ihres Fachgebietes beansprucht und versucht sich gegenüber anderen Wissenschaften abzugrenzen, versucht Gieryn die verschiedenen Diskurse, Meinungen und Argumente die innerhalb eines Gebietes vorhanden sind mittels einer Landkarte für die Wissenschaften deutlich zu machen. Allerdings existiert kein Einheitsplan, da jede Wissenschaft einen anderen Zugang und Sicht der Dinge hat. Es besteht also hier ein Kampf um die Glaubwürdigkeit der Wissenschaften (Contesting Credibility). Wer beansprucht aber nun zu vermitteln welche Wissenschaft echt ist und welche nicht? Welche Wissenschaft hat Autorität?

[...]


1 In der gesamten Arbeit wird aus Gründen der Einfachheit die männliche Schreibweise gewählt.
2 Vgl. dazu: Gieryn, Thomas: Cultural Boundaries of Science. Credibility on the Line. The University of Chicago Press. Chicago & London. Contesting Credibility Cartographically. Hier S. 1
3 Vgl. dazu: ebenda. Hier S. 1f
4 Vgl. dazu: ebenda. Hier S. 3ff


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