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Termpaper, 2003, 21 Pages
Author: Nicole Lorch
Subject: Psychology - Clinic and Health Psychology, Abnormal Psychology
Details
Tags: Autoaggressionen
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 1,6
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23668-3
ISBN (Book): 978-3-640-31896-4
File size: 220 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
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Abstract
"Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind, und was weiß ich von Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich (...) stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle." (Franz Kafka) Autoaggressionen bzw. Selbstverletzendes Verhalten gehören wohl zu den erschreckendsten Verhaltensweisen, insbesondere dann, wenn es bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Dieses Verhalten löst in der Umwelt Gefühle wie Entsetzen, Unverständnis und Ohnmacht, aber auch Erbarmen, Ablehnung, Mitgefühl und Distanzierung aus. Oftmals wird auch nicht verstanden, warum es zu diesen Selbstverletzungen kommt, viele sind der Meinung, dass Kinder und Jugendliche, die dieses Verhalten aufzeigen, versuchen sich selbst umzubringen und es nur nicht "geklappt" hat. In unserer Gesellschaft haben Aggressionen nur wenig Raum, sie müssen unterdrückt oder in anderen Handlungen sublimiert werden. Selbstverletzungen werden überwiegend heimlich, im "stillen Kämmerlein", vollzogen. Aufgrund dessen gibt es nur wenig gesicherte Daten über Auftretenshäufigkeit und die Verteilung. Jedoch wird in der Literatur immer wieder die signifikante Häufigkeit bei Mädchen bzw. Frauen erwähnt. Dazu muss man sagen, dass es in der Geschichte der Menschheit zu jeder Zeit Personen gegeben hat, die sich selbst Schaden zufügten, meist jedoch im Stillen. Entdeckungen wurden entweder verurteilt oder totgeschwiegen. Heute gibt es immerhin Ansätze, dieses gesellschaftliche Problem ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Verständnis für die betroffenen Jugendlichen zu wecken. Die landläufigen Meinungen und meine Erfahrungen in der Praxis brachten mich dazu, dieses Thema als Hausarbeitsthema aufzugreifen. In dieser Arbeit möchte ich das Hauptaugenmerk auf das Verhalten "normaler" Menschen richten, da eine Ausweitung auf alle Gruppen, wie zum Beispiel Autisten, zu weit führen würde.
Excerpt (computer-generated)
Autoaggressionen
von Nicole Lorch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.01
2. Beschreibung und Definition S.02
2.1 Definition S.02
2.2 Klassifizierung S.02
2.3 Erscheinungsformen/ Phänomenologie S.03
2.4 Auftretungshäufigkeit/ Epidemiologie S.03
2.5 Diagnose S.04
3. Erklärungsansätze S.05
3.1 Biologischer Ansatz S.05
3.2 Lerntheoretischer Ansatz S.05
3.3 Psychoanalytischer Ansatz S.06
3.4 Entwicklungspsychologischer Ansatz S.08
4. Ritzen S.08
4.1 Ritzen - typisch weibliches Verhalten? Oder weibliche Perversion? S.08
4.2 Funktion und Dynamik S.09
4.3 Die Selbstverletzungssituation S.10
4.4 Auslöser S.11
4.5 Intention S.12
5. Ursachen/ Ätiologie S.13
5.1 Menstruation S.13
5.2 Sexueller Missbrauch S.14
5.3 Körperliche Misshandlung S.14
5.4 Deprivation/ emotionale Vernachlässigung S.15
6. Therapiemöglichkeiten S.15
6.1 Psychoanalytische Therapie S.15
6.2 Körpertherapie S.16
6.3 Gestaltungstherapie S.16
6.4 Verhaltenstherapie S.16
7. Schlussbetrachtung S.17
8. Literaturverzeichnis S.18
1. Einleitung
"Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind, und was weiß ich von Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich (...) stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle." (Franz Kafka) Autoaggressionen bzw. Selbstverletzendes Verhalten gehören wohl zu den erschreckendsten Verhaltensweisen, insbesondere dann, wenn es bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Dieses Verhalten löst in der Umwelt Gefühle wie Entsetzen, Unverständnis und Ohnmacht, aber auch Erbarmen, Ablehnung, Mitgefühl und Distanzierung aus. Oftmals wird auch nicht verstanden, warum es zu diesen Selbstverletzungen kommt, viele sind der Meinung, dass Kinder und Jugendliche, die dieses Verhalten aufzeigen, versuchen sich selbst umzubringen und es nur nicht "geklappt" hat. In unserer Gesellschaft haben Aggressionen nur wenig Raum, sie müssen unterdrückt oder in anderen Handlungen sublimiert werden. Selbstverletzungen werden überwiegend heimlich, im "stillen Kämmerlein", vollzogen. Aufgrund dessen gibt es nur wenig gesicherte Daten über Auftretenshäufigkeit und die Verteilung. Jedoch wird in der Literatur immer wieder die signifikante Häufigkeit bei Mädchen bzw. Frauen erwähnt.
Dazu muss man sagen, dass es in der Geschichte der Menschheit zu jeder Zeit Personen gegeben hat, die sich selbst Schaden zufügten, meist jedoch im Stillen. Entdeckungen wurden entweder verurteilt oder totgeschwiegen. Heute gibt es immerhin Ansätze, dieses gesellschaftliche Problem ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Verständnis für die betroffenen Jugendlichen zu wecken. Die landläufigen Meinungen und meine Erfahrungen in der Praxis brachten mich dazu, dieses Thema als Hausarbeitsthema aufzugreifen. In dieser Arbeit möchte ich das Hauptaugenmerk auf das Verhalten "normaler" Menschen richten, da eine Ausweitung auf alle Gruppen, wie zum Beispiel Autisten, zu weit führen würde.
2. Beschreibung und Definition
2.1 Definition
Rohmann und Hartmann interpretieren autoaggressives Verhalten als "einen aggressiven Akt gegen das Selbst" (1988, S.12). Autoaggressionen werden als Verhaltensweisen beschrieben, die sich gegen den eigenen Körper richten, die dem eigenen Körper physische Schäden zufügen und einen stereotypen Charakter haben können. Es ist problematisch die Handlung der Selbstverletzung als "bewusste Schädigung" zu beschreiben, da die automatisierte Autoaggression nicht mehr bewusst gesteuert werden kann. Die oftmals vorausgesetzte vorhandene Schmerzempfindung muss nicht zwangsläufig existent sein. In der praktischen Arbeit kann man immer wieder eine wechselnde Schmerzempfindung feststellen. Oftmals berichten Betroffene davon, dass sie während dem Vorgang selbst nichts spüren, für andere ist es gerade der Schmerz währenddessen, der zur Sucht werden kann. Ein Ziel der Autoaggression kann sein, unangenehmen Situationen auszuweichen, Anforderungen so zu vermeiden oder auch um Aufmerksamkeit zu erreichen. Die Selbstbeschädigung wird von Betroffenen als weniger unangenehme Konsequenz empfunden. (vgl. ROHMANN, HARTMANN, 1988, S.14ff) Winchel und Stanley definieren Selbstverletzendes Verhalten als: "...die Absicht der absichtlichen Schädigung des eigenen Körpers. Die Verletzung fügt man sich zu, ohne die Hilfe einer weiteren Person, und die Verletzung ist ernst genug, um eine Gewebeschädigung (wie z.B. Narben) hervorzurufen. Handlungen, die mit bewussten suizidalen Absichten ausgeführt werden, oder verbunden sind mit sexueller Erregung, sind ausgeschlossen". Diese Definition deckt sich am besten mit meiner praktischen Erfahrung in einem Mädchenheim.
Hinsichtlich der Begrifflichkeiten besteht in Fachkreisen keine Einigkeit welcher Begriff zu welchem genau definierten Symptom gehört. So werden folgende Begriffe zum Teil synonym verwendet: Autoaggressionen, Selbstverstümmelnde Verhaltensweisen, Selbstdestruktives Verhalten, Selbstbeschädigung, Automutilation und Selbstverletzendes Verhalten.
2.2 Klassifizierung
[...]
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