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Massenmedien und Gewalt

Untertitel: Ein kurzer Überblick aus dem Jahr 1997

Seminararbeit, 1997, 16 Seiten
Autor: Patrick Hammer
Fach: Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Details

Veranstaltung: Proseminar 1: Theorien und Modelle der Massenkommunikation
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Tags: Massenmedien, Gewalt, Proseminar, Theorien, Modelle, Massenkommunikation
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1997
Seiten: 16
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V196
ISBN (E-Book): 978-3-638-10147-9
ISBN (Buch): 978-3-638-87634-6
Dateigröße: 100 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Massenmedien ist ein in der Öffentlichkeit immer wieder auftauchendes Thema: Von den einen wird das Fernsehen als Ausgeburt des Teufels betrachtet, die unsere Kultur zerstört und eine Bedrohung für die Menschheit darstellt, während die anderen all diese Vorwürfe abstreiten und keine gefährlichen Auswirkungen befürchten. Vor kurzem ist durch einen vierzehnjährigen Jungen, der mit einer Axt auf seine Cousine und eine Nachbarin einhackte nach dem er sich den Film „Freitag de 13.“ ansah. In dieser Arbeit wird vor allem auf das Fernsehen eingegangen, da es wohl das wichtigste Medium hinsichtlich Gewaltdarstellungen und deren Effekte verkörpert, aber auch andere Medien, wie beispielsweise Comics, Computerspiele oder Bücher, können hier eine Rolle spielen (z.B. wurde in Norwegen ein Kriminaldelikt der Panzerknackerbande eines Micky-Maus-Hefts imitiert1). Die Diskussion über die Wirkungen von Gewaltdarstellungen ist schon sehr lange existent: z.B. wurde schon im antiken Griechenland diskutiert, ob Märchenerzählern den Kindern durch Geschichten über Greueltaten falsche Gedanken zuführen, die sie eigentlich nicht haben sollten. Um die Wirkung von Gewaltdarstellungen zu analysieren, ist es vor allem wichtig, zu betrachten, welche Inhalte unter welchen Umständen auf welche Individuen wie wirken, eine Verallgemeinerung der Auswirkungen auf die breite Masse ist nahezu unmöglich. Zum Thema „Massenmedien und Gewalt“ sind unzählige Studien durchgeführt worden und es gibt eine Unmenge von Theorien und Modellen, jedoch ist die Interpretation der Untersuchungsergebnisse sehr problematisch, da beinahe jeder Wissenschaftler seine Studien auf irgendeine Weise so auslegen kann, daß seine eigene Meinung bestätigt wird. Auch sind viele Studien von vornherein schon so ausgelegt, daß sie eine bestimmte Theorie untermauern. Hier soll vor allem auf die wichtigsten Theorien und Thesen eingegangen werden, aber auch auf gesellschaftliche Aspekte und Expertenbefragung, den Gewaltbegriff an sich und die Berichterstattung über Gewaltverbrechen.


Textauszug (computergeneriert)

Hausarbeit

Massenmedien und Gewalt

Proseminar 1: Theorien und Modelle der Massenkommunikation

Verfasser:

Patrick Hammer

1. Semester (WS 96/97)

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1

2. Definition von Gewalt 1

3. Modelle zur Wirkung der Massenmedien 2
3.1 Die Katharsisthese 2
3.2 Die Inhibitionsthese 2
3.3 Die Stimulationsthese 3
3.4 Die Lerntheorie 3
3.5 Die Suggestionsthese 4
3.6 Die These der allgemeinen Erregung 4
3.7 Die Habitualisierungsthese 4
3.8 Die Hypothese der Rechtfertigung von Verbrechen 5
3.9 Die These der Wirkungslosigkeit 5

4. Massenmediale Auswirkungen auf die Gesellschaft 6
4.1 Die Kontroll- und Reflexionsthese 6
4.2 Die Eskapismustheorie 6
4.3 Strukturelle Gewalt (indirekte Gewalt) 7

5. Sexuelle Gewalt 7

6. Kommerzialisierung des Fernsehens 8

7. Reality TV 8

8. Methoden der Wirkungsforschung 9
8.1 Felduntersuchungen versus Laborstudien 9
8.2 Die Vielseherforschung 9
8.3 Die Inhaltsanalyse 9
8.4 Expertenbefragung/Problemgruppenanalyse 10
8.4.1 Psychiater und Psychologen 10
8.4.2 Richter und Staatsanwälte 11

9. Nachrichten und Gewalt 12

10. Schlußanmerkungen 12

 

1. Einleitung

Die Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Massenmedien ist ein in der Öffentlichkeit immer wieder auftauchendes Thema: Von den einen wird das Fernsehen als Ausgeburt des Teufels betrachtet, die unsere Kultur zerstört und eine Bedrohung für die Menschheit darstellt, während die anderen all diese Vorwürfe abstreiten und keine gefährlichen Auswirkungen befürchten. Vor kurzem ist durch einen vierzehnjährigen Jungen, der mit einer Axt auf seine Cousine und eine Nachbarin einhackte nach dem er sich den Film „Freitag de 13.“ ansah. In dieser Arbeit wird vor allem auf das Fernsehen eingegangen, da es wohl das wichtigste Medium hinsichtlich Gewaltdarstellungen und deren Effekte verkörpert, aber auch andere Medien, wie beispielsweise Comics, Computerspiele oder Bücher, können hier eine Rolle spielen (z.B. wurde in Norwegen ein Kriminaldelikt der Panzerknackerbande eines Micky-Maus-Hefts imitiert1). Die Diskussion über die Wirkungen von Gewaltdarstellungen ist schon sehr lange existent: z.B. wurde schon im antiken Griechenland diskutiert, ob Märchenerzählern den Kindern durch Geschichten über Greueltaten falsche Gedanken zuführen, die sie eigentlich nicht haben sollten.

Um die Wirkung von Gewaltdarstellungen zu analysieren, ist es vor allem wichtig, zu betrachten, welche Inhalte unter welchen Umständen auf welche Individuen wie wirken, eine Verallgemeinerung der Auswirkungen auf die breite Masse ist nahezu unmöglich.

Zum Thema „Massenmedien und Gewalt“ sind unzählige Studien durchgeführt worden und es gibt eine Unmenge von Theorien und Modellen, jedoch ist die Interpretation der Untersuchungsergebnisse sehr problematisch, da beinahe jeder Wissenschaftler seine Studien auf irgendeine Weise so auslegen kann, daß seine eigene Meinung bestätigt wird. Auch sind viele Studien von vornherein schon so ausgelegt, daß sie eine bestimmte Theorie untermauern. Hier soll vor allem auf die wichtigsten Theorien und Thesen eingegangen werden, aber auch auf gesellschaftliche Aspekte und Expertenbefragung, den Gewaltbegriff an sich und die Berichterstattung über Gewaltverbrechen.

2. Definition von Gewalt

Der Begriff “Gewalt” ist aufgrund seiner vielfältigen Erscheinungsformen schwer zu definieren, es ist daher nicht eindeutig klar, wann man von Gewalt spricht. Hieraus folgt, daß bei Forschungsarbeiten der zweifelsfreie Nachweis von z.B. Gewaltwellen oder der Tendenz zur Verrohung der Gesellschaft grundsätzlich nicht möglich ist. Durch die große Breite von Operationalisierungen, die aus der mangelnden Begrifflichkeit hervorging, wurde Gewalt mit Hilfe von vielen verschiedenen Verfahren gemessen (z.B. Bobo-Doll, Elektroschocks austeilen lassen, Luftballons zerplatzen lassen, Fragebögen, usw.). Aus diesen Tests gingen viele verschiedene und oft sogar gegensätzliche Ergebnisse hervor.

Daraus ergab sich die Notwendigkeit der Eingrenzung des Gewaltbegriffes mit der Zielsetzung, ihn auf eine klare und eindeutige Definition festzulegen.
Unter personaler Gewalt wird die “beabsichtigte physische und/oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person”2 verstanden. Doch auch bei dieser auf den ersten Blick griffigen Definition stößt man auf Probleme: Wie definiert man die Absicht? Wie klassifiziert man unbeabsichtigte Verhaltensweisen, die vom Rezipienten als aggressiv wahrgenommen werden?
Zudem muß gesagt werden, daß bei Experimenten das Alter der Versuchspersonen von entscheidender Wichtigkeit ist. Nach Kohlberg3 können z.B. Kinder erst mit sieben oder acht Jahren zwischen Gut und Böse unterscheiden; d.h., daß Versuche mit Kindern nicht übertragbar sind auf die erwachsene Bevölkerung.


1 Die Täter versahen den über dem Nachtsafe einer Bank hängenden Briefkasten mit dem Hinweis, daß der Safe kaputt sei. Die Kunden sollten den Briefkasten benutzen, um ihr Geld zu deponieren - Die Täter konnten den Briefkasten leicht aufbrechen und erbeuteten 200.000 Norwegische Kronen

2 Kunczik, 1996, 12

3 1969, in: Kunczik 1996


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