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Casemanagement für die Kinderkrankenpflege - Neue Anforderungsprofile und Kompetenzen für die professionelle Pflege am Beispiel der Nachsorge Frühgeborener

Diploma Thesis, 2003, 102 Pages
Author: Birgit Gerwin
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 102
Grade: 1.8
Language: German
Archive No.: V19849
ISBN (E-book): 978-3-638-23886-1

File size: 360 KB
Notes :




Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Münster
Fachbereich Pflege
Studiengang Pflegemanagement

Diplomarbeit

Casemanagement für die Kinderkrankenpflege -
Neue Anforderungsprofile und Kompetenzen für die professionelle Pflege
am Beispiel der Nachsorge Frühgeborener

vorgelegt von: Birgit Gerwin
vorgelegt zum: 14.04.2003

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... V
Abbildungsverzeichnis ... VI

1 Einleitung ... 1

2 Zielsetzung der Arbeit ... 4

3 Situationsanalyse ... 5
3.1 Zur Situation des deutschen Gesundheitswesen ... 5
3.2 Versorgungssituation von Kindern im dtsch. Gesundheitswesen ... 7
3.3 Erwartung der Eltern /Angehörigen ... 10
3.4 Beurteilung des Pflege -und Beratungsbedarfs betroffener Familien aus Sicht ambulanter Kinderkrankenpflegekräfte ... 14
3.5 Entwicklungstrends wichtiger interner Einflussgrößen des Anwendungsgebietes ... 16
3.5.1 Ambulante Kinderkrankenpflege ... 17
3.5.2 Neonatologie ... 19
3.5.3 Kinderkrankenpflege im Bereich der Neonatologie ... 23
3.6 Fazit ... 25

4 Theoretischer Rahmen ... 26
4.1 Pflegemodell von Dorothea Orem ... 27
4.1.1 1.Die Selbstpflege/ Dependenzpflege ... 28
4.1.2 2.Das Selbstpflegedefizit/ Dependenzpflegedefizit ... 29
4.1.3 3.Die Pflegesysteme ... 29
4.2 Trajektory Work Modell von Corbin und Strauss ... 31
4.3 Konzept der sanften Pflege von Marina Marcovich ... 33

5 Casemanagement ... 36
5.1 Einführung ... 36
5.1.1 Grundlagen ... 36
5.1.2 Allgemeine Zielsetzung ... 37
5.1.3 Entstehung von Casemanagement ... 38
5.2 Stand der Entwicklung ... 39
5.2.1 Methoden der integrativen Gesundheitsversorgung ... 39
5.2.2 Casemanagement Konzepte ... 41
5.2.2.1 Pflege Casemanagement innerhalb des Krankenhauses bzw. in der Akutversorgung ... 41
5.2.2.2 Pflege- Casemanagement außerhalb des Krankenhauses bzw. in der Langzeitversorgung ... 42
5.2.3 National ... 43
5.2.4 USA ... 44
5.3 Aufgabenbereiche des Casemanagement ... 45

6 Konzept Casemanagement für die Kinderkrankenpflege ... 47
6.1 Zielsetzung des Konzeptes ... 48
6.1.1 Verbesserung der Versorgung von erkrankten Kindern ... 49
6.1.2 Anwendung eines mehrdimensionalen pflegetheoretischen Rahmens ... 50
6.1.3 Anwendung eines individuellen Unterstützungsmodells ... 52
6.1.4 Interdisziplinäre Vernetzung ... 53
6.2 Profil eines Casemanagers für erkrankte Kinder ... 54
6.2.1 Kernkompetenzen ... 55
6.2.2 Fort- und Weiterbildung des Casemanagers ... 58
6.2.3 Einsatzort/ Anbindung des Casemanagers ... 59
6.3 Hauptelemente von Casemanagement in der Kinderkrankenpflege ... 61
6.3.1 Methodisches Vorgehen ... 62
6.3.1.1 Erreichung der Kinder/ Zielgruppendefinition ... 62
6.3.1.2 Einschätzung und Bedarfsklärung ... 63
6.3.2 Zielvereinbarung und Maßnahmenplan ... 64
6.3.2.1 Kontrollierte Durchführung / Qualitätsmanagement ... 65
6.3.2.2 Evaluation ... 66
6.3.3 Instrumente ... 67
6.3.3.1 Etablierung und Handhabung von Netzwerken ... 67
6.3.3.2 Gespräche ... 69
6.3.3.3 Regelmäßiger „round table“ /Fallkonferenzen ... 69
6.3.3.4 Pathways / Ablaufpläne ... 70
6.3.3.5 Dokumentationsverfahren ... 70
6.3.3.5.1 Allgemeine Verwaltungsdokumentation ... 70
6.3.3.5.2 Patientenbezogene Dokumentation ... 70
6.3.3.5.3 Leistungsbezogene Dokumentation ... 71
6.3.3.5.4 Dokumentation des interdisziplinären Netzes ... 71

7 Konzept Casemanagement für die Kinderkrankenpflege am Beispiel der Nachsorge Frühgeborener ... 72
7.1 Verbesserung der Nachsorge Frühgeborener ... 72
7.2 Profil eines Casemanagers für die Nachsorge Frühgeborener ... 73
7.3 Ansiedelung des Casemanagers ... 73
7.4 Abstimmung der Vernetzung ... 74
7.5 Rekrutierung der betroffenen Familien ... 75
7.6 Ablaufsteuerung der einzelnen Fälle ... 76

8 Zusammenfassung und Ausblick ... 78
8.1 Qualität und Casemanagement ... 78
8.1.1 Kundenorientierung, Kundenzufriedenheit ... 79
8.1.2 Casemanagement als Qualitätsprodukt ... 80
8.2 Casemanagement und Rationalisierung ... 80
8.3 Casemanagement und Politik ... 81
8.4 Casemanagement und Professionalisierung ... 81

9 Glossar ... 83

10 Literaturverzeichnis ... 84

11 Anhang ... 88

 

1 Einleitung
Durch den im Moment viel diskutierten Kostendruck im Gesundheitswesen und die immer im Raum stehenden Beitragserhöhungen in unsere gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) wird es jedem interessierten Mitbürger klar sein, dass unser Gesundheitssystem als solches krankt. Es leidet an einer schleichenden Erkrankung mit vielen Symptomen, die es nach ausreichender, grundlegender Diagnosestellung zu therapieren gilt. Leider scheint es im Moment aber so, dass keiner der an der Diagnosestellung beteiligten Professionals eine schlüssige Diagnose, geschweige denn, einen von allen Angehörigen des therapeutischen Teams akzeptierten Therapieplan aufstellen kann, der darüber hinaus auch noch eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Heilung des Patienten zulässt. Ein gemeinsamer Nenner aller Professionals im therapeutischen Team bezüglich der Maßnahmen zur Zielerreichung der Homöostase des Patienten, unseres alternden Gesundheitswesens, ist jedoch zu finden: es muss effizienter gearbeitet, rationalisiert werden. Gleichzeitig soll die Qualität bestehen bleiben, bzw. erhöht werden und die Kostenschraube im Minimum blockiert, besser noch heruntergeschraubt werden. Dieses umfassende, globale Ziel können alle Beteiligten so und/ oder mit kleinen Abweichungen formulieren. Schwierig wird es für die am Genesungsprozess des Gesundheitswesens Beteiligten bei der Aufstellung des Maßnahmen- bzw.- Therapieplans. Denn dieser verlangt mehr Zielgenauigkeit von den Leistungserbringern. Um diese jedoch erbringen zu können, muss die gesamte Arbeitsweise einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden.

Eine Möglichkeit den Therapieplan unseres Patienten zu optimieren, liegt in der Anwendung der fallbezogenen Steuerung der Behandlungspläne der Leistungsnehmer/ Patienten. Mit dem Casemanagement (CM) steht dem therapeutischen Team eine individuelle Unterstützungs- und Handlungsmöglichkeit für den einzelnen Leistungsnehmer zur Verfügung. Hierdurch ist es möglich, die Lebensqualität jedes einzelnen Patienten zu berücksichtigen, seine ureigensten Bedürfnisse und Interessen von einem “Anwalt des Patienten“; dem Casemanager (CMer), zu vertreten und gleichzeitig durch Vernetzung und Synergieeffekte mehr Effizienz in das Versorgungssystem zu bringen. Da diese Funktion der Anwaltschaft schon jeher zu dem Aufgabengebiet der Pflegenden gehört, ist diese Therapiemaßnahme natürlich auch in dem Kompetenzbereich der Pflege zu diskutieren und zu implementieren. Hier findet sich eine große Herausforderung für das Pflegemanagement.

Natürlich ist auch diese neue Therapieform im Team der Professionals nicht unumstritten, viele Gegenargumente zielen auf die Kostenreduktion ab, die mit diesem Managementinstrument möglich sein kann. Es wird von ihnen vorwiegend als Einsparungsinstrument und nicht als individuelle Bedürfniserfüllung gesehen. Objektiv betrachtet wird aber natürlich bei jeder Form des Managements die Zielerreichung/ Bewertung in Beziehung zum Einsatz /Wert der benötigten Ressourcen gebracht. „In diesem Sinne umfasst das Management alle notwendigen Vorgänge der Planung, Durchsetzung, Kontrolle, und Steuerung , um ein Unternehmen auf übergeordnete Ziele zu lenken“(Olfert u. Rahn, 1997, 586). Gleichwohl ist es unseren einzelnen Mitgliedern im therapeutischen Team fremd, sich auf eine kompetente Gemeinschaft einzulassen, die, von einem CMer geleitet und gestützt, den gesamten Versorgungsprozess koordinierend begleitet. Dies kommt einem Paradigmenwechsel gleich, denn bis dato baut jede eigene Profession auf die persönlichen beruflichen Fähigkeiten und versucht, die Aufgabenstellung fraktioniert auf Basis der eigenen Ressourcen zu lösen. Wurde in einigen Bereichen versucht, die übergreifenden/ ganzheitlichen Ansätze umzusetzen, so scheiterte dies meist an Kompetenzgerangel, Schnittstellenproblematik und anderen Querelen zwischen den einzelnen health professionals. Denn die Zielsetzung wurde eben doch nicht mit dem Patienten und damit dem Leistungsnehmer abgesprochen, sondern für jeden einzelnen Fall in der speziellen Berufsgruppe, und nicht übergreifend, formuliert. Die einzige Gruppe, die sich schon seit geraumer Zeit auch wissenschaftlich mit dem ganzheitlichen Blick auf den Patienten beschäftigt, ist die Berufsgruppe der Pflegenden. Pflegetheoretikerinnen haben eine große Anzahl von Konzeptualisierungen erarbeitet, die die soziale Handlung der Pflege als Ganzes erfassen und ihren Bezug zur Ganzheit der Patienten und der Existenz von multiplen Realitäten immer schon aufgegriffen haben (Meleis, 1999, 146-157).

Dem Vorteil der Arbeitsweise des CM, nämlich der Optimierung von Ressourcen und der Möglichkeit der zielgerichteten Prozessoptimierung unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher, sozial- und pflegeberuflicher Arbeitsweisen, ist bis jetzt, zumindest was die Implementierung in das bestehende System betrifft, noch nicht Rechnung getragen worden. Die Methode des CM hat als Voraussetzung für den Erfolg nicht den Anspruch an den Ausführenden des direkten therapeutischen Erfolges und damit einer abhängigen Beziehung von Leistungsnehmer und Manager, sondern den Anspruch an die Arbeitsweise, sich gemeinsam, zielgerichtet zu organisieren, wobei die Zielvorgabe die Patienten vom Objekt zum Subjekt werden lässt.

Das folgende Kapitel beinhaltet die Zielsetzung dieser Arbeit, indem es die Chancen des Instrumentes CM für die professionelle Kinderkrankenpflege beschreibt.
In dem dritten Kapitel folgt die Situationsanalyse, welche externe und interne Einflussfaktoren betreffend verdeutlichen, und die Hinführung zum Thema nachvollziehbar machen soll.
Daran schließt sich die Darstellung ausgewählter Aspekte an, die den theoretischen Rahmen bilden, in welchem die Bearbeitung der Thematik erfolgt.

Anschließend wird in Kapitel fünf- der Arbeit das Instrument des CM näher erläutert.

Im sechsten Kapitel folgt der konzeptionelle Teil der Arbeit, in dem die praktische Umsetzung des CM in die Kinderkrankenpflege und seiner Hauptelemente aufgezeigt werden.

Anschließend, in Kapitel 7-, erfolgt die Operationalisierung des Konzeptes auf den speziellen Fall der Nachsorge Frühgeborener.

Im Kapitel 8- wird ein Resümee der Arbeit gezogen und ein Ausblick auf einige der Bereiche und Aspekte vorgenommen, die bei der Implementierung von CM in den Kompetenzbereich qualifizierter Kinderkrankenschwestern berührt werden.

2 Zielsetzung der Arbeit
In dieser Arbeit soll die Möglichkeit der Effizienzsteigerung unseres Gesundheitswesens bei gleichzeitiger, individualisierter Betreuung der Leistungsnehmer am Beispiel des CM beleuchtet werden.

Diese Instrumente werden in der momentanen Diskussion jedoch eher selten mit den Bereichen der Kinderkrankenpflege bzw. der Pädiatrie in Verbindung gebracht. Das mag mit der geringen Lobby von kranken Kindern und ihren Eltern zu tun haben, aber auch sicherlich mit der geringen Zahl von Betroffenen im Bezug auf das ganze System. Selbst der „Verband der Krankenversicherten Deutschlands“ (VKVD) der seine Aufgabe in der Interessenvertretung aller Krankenversicherten Deutschlands sieht, erhebt keine Daten zu erkrankten Kindern und der Situation ihrer Eltern (VKVD,2003).

Durch die ab 2004 für alle Krankenhäuser gesetzlich geforderten neuen Abrechnungsmodalitäten, dem „Diagnosis Related Groups“- (DRG) System, ist in allen Bereichen der stationären Versorgung mit einer Verkürzung der Verweildauer der Patienten zu rechnen, dies wird auch den Bereich der Kinderkrankenpflege nicht auslassen. Gerade hier sind aber große Probleme in der Nachsorge der kleinen Patienten zu erwarten, da Deutschland über kein flächendeckendes Netz von ambulanten Kinderkrankenpflegediensten verfügt, welches die Versorgung und Betreuung der kleinen Patienten nach der zu erwartenden frühzeitigeren Entlassung gewährleisten kann. Darüber hinaus ist eine ausreichende psychosoziale Betreuung und Unterstützung der betroffenen Familien und eine koordinierende Stelle der multidisziplinären Hilfsangebote, welche die Defizite auffangen könnte, in unserem Gesundheitswesen nicht angesiedelt.

Um diesem abzusehenden Engpass mit den bestehenden Ressourcen entgegenwirken zu können, ist die Methode des CM sicherlich ein geeignetes Instrument, um die Nachsorge individuell und zielgerichtet lenken zu können. In der Literatur fehlt derzeit eine Übertragung dieses Managementsystems in die ganzheitliche Betreuung von erkrankten Kindern und hier im speziellen von erkrankten Früh- und Neugeborenen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Methode mit dem möglichen Anwendungsgebiet zu verknüpfen und seine Chancen und Risiken im Kontext eines wettbewerbsorientierten Gesundheitswesens aufzuzeigen.

[...]


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