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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 43 Pages
Author: Andre Kahlmeyer
Subject: History - Non-German
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Historisches Seminar und Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients)
Tags: Krummsäbel, Militärmission, Helmuth, Moltkes, Türkei, Hauptseminar, Kulturkonflikt, Akkulturation, Deutsche, Osmanischen, Reich
Year: 2002
Pages: 43
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23916-5
ISBN (Book): 978-3-638-70059-7
File size: 233 KB
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Abstract
Helmuth von Moltke ist vor allem als Generalfeldmarschall und Sieger der Schlachten von Sedan und Königgrätz und als einer der erfolgreichsten Feldherren des 19. Jahrhunderts.1 Weniger bekannt ist, dass sich Moltke von 1835 bis 1839 im Osmanischen Reich, oder mit seinen eigenen Worten, in der „Türkei“ als Müsteschar (militärischer Berater) des osmanischen Sultans aufhielt. Diese Arbeit will zum einen die Umstände und den zeitliche n Ablauf der Militärmission Helmuth von Moltkes in der Türkei darstellen und sich zum anderen allgemein und anhand seiner während des Türkeiaufenthalts geschriebenen Briefe der Frage annähern, was mit einem „Fremden“ in der „Fremde“ passiert. Besonderer Wert wird hierbei auf den Aspekt der „Akkulturation“ gelegt, die bei einem „Kulturkontakt“ auftreten kann. Im ersten Teil der Arbeit wird das Leben und die Militärmission Helmuth von Moltkes abrissartig dargestellt. Im zweiten Teil sollen zwei Fragestellungen näher beleuchtet werden: Zum einen die Frage, wie sich das „Fremde“ in Moltkes „Türkischen Briefen“ widerspiegelt, wie er die fremde Umgebung und Kultur wahrnimmt. Zum anderen die Frage, ob und wie sich Moltke während seiner Militärmission „akkulturiert“ hat und wie sich dies in seinen Briefen und in sonstigen Texten von ihm und über ihn widerspiegelt. Außerdem wird der Begriff der „Akkulturation“ behandelt. Ferner wird am Ende des zweiten Teils noch beschrieben, was nach dem Ende der Militärmission mit Moltke passiert, welche Aus- und Nachwirkungen der fünfjährige Aufenthalt in der Türkei auf ihn hatte.
Excerpt (computer-generated)
Universität Heidelberg
Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients
und Historisches Seminar
Hauptseminar: „Zwischen Kulturkonflikt und Akkulturation
Deutsche im Osmanischen Reich (1835-1918)“
SoSe 2002
„Den alten, etwas eingerosteten Krummsäbel alla franca anschleifen“
Die Militärmission Helmuth von Moltkes in der Türkei 1835-1839
André Kahlmeyer
Inhaltsverzeichnis
1. Literaturverzeichnis 2
2. Einleitung 8
3.1 Vita Moltkes 9
3.2 Moltkes Aufenthalt in der Türkei 10
3.3 Die „Türkischen Briefe“ Moltkes 13
4. Was passiert allgemein bei einem längeren Aufenthalt in der „Fremde“ 14
5. Akkulturation 16
6. Persönlichkeit und Akkulturation Moltkes 18
6.1 Persönlichkeit Moltkes 18
6.2 Moltkes Umgang mit dem „Fremden“ in seinen Türkischen Briefen 22
6.3 Akkulturation Moltkes 36
6.4 Nach der Türkei 39
7. Ergebnis 41
1. Literaturverzeichnis
[in Downloaddatei enthalten]
2. Einleitung
Helmuth von Moltke ist vor allem als Generalfeldmarschall und Sieger der Schlachten von Sedan und Königgrätz und als einer der erfolgreichsten Feldherren des 19. Jahrhunderts.1 Weniger bekannt ist, dass sich Moltke von 1835 bis 1839 im Osmanischen Reich, oder mit seinen eigenen Worten, in der „Türkei“ als Müsteschar (militärischer Berater) des osmanischen Sultans aufhielt.
Diese Arbeit will zum einen die Umstände und den zeitliche n Ablauf der Militärmission Helmuth von Moltkes in der Türkei darstellen und sich zum anderen allgemein und anhand seiner während des Türkeiaufenthalts geschriebenen Briefe der Frage annähern, was mit einem „Fremden“ in der „Fremde“ passiert. Besonderer Wert wird hierbei auf den Aspekt der „Akkulturation“ gelegt, die bei einem „Kulturkontakt“ auftreten kann.
Im ersten Teil der Arbeit wird das Leben und die Militärmission Helmuth von Moltkes abrissartig dargestellt. Im zweiten Teil sollen zwei Fragestellungen näher beleuchtet werden: Zum einen die Frage, wie sich das „Fremde“ in Moltkes „Türkischen Briefen“ widerspiegelt, wie er die fremde Umgebung und Kultur wahrnimmt. Zum anderen die Frage, ob und wie sich Moltke während seiner Militärmission „akkulturiert“ hat und wie sich dies in seinen Briefen und in sonstigen Texten von ihm und über ihn widerspiegelt. Außerdem wird der Begriff der „Akkulturation“ behandelt. Ferner wird am Ende des zweiten Teils noch beschrieben, was nach dem Ende der Militärmission mit Moltke passiert, welche Aus- und Nachwirkungen der fünfjährige Aufenthalt in der Türkei auf ihn hatte.
Nur kurz sei angemerkt, dass bei geographischen Bezeichnungen und Personennamen in dieser Arbeit i.d.R. Moltkes Ausdrucks- und Schreibweise übernommen wurde. (z.B. „Türkei“, „Konstantinopel“ etc.). Dies ist dann stellenweise historisch nicht ganz korrekt.
3.1 Vita Moltkes
Gemäß der Fragestellung dieser Arbeit soll hier vor allem auf die Zeit von Moltkes Geburt bis zum Ende seiner Mission in der Türkei eingegangen werden, also etwa auf die Zeit von 1800 bis 1840. Für den weiteren Lebenslauf Moltkes sei auf die einschlägigen Biographien verwiesen. 2
Helmuth Karl Bernhard von Moltke wurde am 26.10. 1800 in Parchim, Mecklenburg- Schwerin geboren. Sein Vater, Friedrich Philipp von Moltke war preußischer Leutnant gewesen, hatte sich als Gutsbesitzer versucht und ging dann in die dänische Armee. Er wird als „unsteter Charakter“3 beschrieben und seine Frau trennte sich bald von ihm, so daß Helmuth und seine sieben Geschwister in Abwesenheit des Vaters aufwuchsen. Helmuths Mutter, Henriette von Moltke, geb. Paschen, entstammte einer alteingesessenen Familie aus Lübeck. Sie zog ihre acht Kinder alleine groß und wurde wegen ihrer Zuneigung und Liebe von den Kindern auch später noch geschätzt und verehrt.4
1805 siedelten die Moltkes nach Lübeck über, damit wurden sie dänische Staatsangehörige.5 Ab 1809 wurde Helmuth von dem Pädagogen und Pastor Knickebein erzogen. Hier las er zum ersten Mal in der Lutherbibel und eine deutsche Übersetzung der Ilias von Homer.6 1811 wurde Moltke vom Vater in die Königliche Dänische Landkadettenakademie in Kopenhagen geschickt, wo er bis 1817 eine militärische Ausbildung erhielt. Er hatte dort eine harte Zeit, entdeckte aber auch sein Interesse für die Antike.7 Nach dem besten Pagenexamen seines Jahrgangs 8 diente er von 1818 bis 1819 als Page beim König von Dänemark und 1819 bis 1822 als Sekondeleutnant im dänischen Infanterieregiment Oldenburg. Auch hier erhielt er wieder ein hervorragendes Abschlusszeugnis.9 Dann entschied sich Moltke zu dem zu der Zeit nicht ungewöhnlichen Wechsel in die preußische Armee, weil ihm das einen schnelleren Aufstieg versprach. 10 Am 19. Februar 1822 bekam er seine Anstellung in der preußischen Armee als Sekondeleutnant, zunächst in Frankfurt an der Oder. Von dort aus bewarb er sich für die Allgemeine Kriegsschule in Berlin, zu der er – schneller als üblich – 1823 abkommandiert wurde. Von 1827 bis 1828 war er als Militärausbilder in Frankfurt an der Oder tätig, 1828 bis 1831 war er in der Topographischen Abteilung des Großen Generalstabes tätig. 1832 erhielt er sein Kommando zum Großen Generalstab. Nach seiner Beförderung zum Hauptmann 1835 ließ er sich zunächst für sechs Monate beurlauben, um eine größere Bildungsreise zu unternehmen. 11 Tatsächlich kommt es dann aber von 1835 bis 1839 zu der Militärmission in der Türkei (siehe nächstes Kapitel). Nach seiner Rückkehr aus der Türkei bekam er 1839 die Auszeichnung „Ritter des Ordens Pour le mérite“12. Nach 1840 durchlief er die Generalstabslaufbahn, war von 1858 bis 1888 Chef des Generalstabs der Armee, 1864 Oberbefehlshaber der preußisch-österreichischen Armee im Deutsch-Dänischen Krieg. Im Deutschen Krieg 1866 und im Deutsch- Französischen Krieg 1870/71 gab er alle Weisungen für die Heeresführung. 1867 bis 1891 war er als konservativer Abgeordneter im Reichstag und seit 1872 erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses. Kinder hatte Moltke keine, was er auch am Ende seines Lebens einmal in einem Brief an seine Frau beklagt.13 Moltke starb am 24.04.1891 Tod im Alter von 91 (!) Jahren.
3.2 Moltkes Aufenthalt in der Türkei
[....]
1 Vgl. Moltke. Vom Kabinettskrieg zum Volkskrieg. Eine Werkauswahl, hrsg. von Stig Förster, Bonn, Berlin 1992, 1. [im folgenden: Moltke. Vom Kabinettskrieg zum Volkskrieg]
2 U.a. Herre, Franz, Moltke. Der Mann und sein Jahrhundert. Stuttgart 1984. [im folgenden: Herre, Moltke]; Kessel, Eberhard, Moltke, Stuttgart 1957. [im folgenden: Kessel, Moltke]
3 Herre, Moltke, 21.
4 Vgl. Herre, Moltke, 23.
5 Vgl. Kessel, Moltke, 10.
6 Vgl. Herre, Moltke, 26, Kessel, Moltke, 11.
7 Vgl. Herre, Moltke, 28.
8 Vgl. Herre, Moltke, 29.
9 Abdruck des Textes in: Helmuth von Moltke. Ein Lebensbild. Persönliche Aufzeichnungen, Briefe, Zeugnisse, Schilderungen, hrsg. vom Luftwaffenführungsstab Ic/VIII, Stuttgart 1943, 4-5. [im folgenden: Moltke. Ein Lebensbild]
10 Vgl. Herre, Moltke, 30; Kessel, Moltke, 23-25; Zwengel, Otto, Generalfeldmarschall Graf Helmuth von Moltke, in: Wehrwissenschaftliche Rundschau, hrsg. v. Arbeitskreis für Wehrforschung, Jahrgang 1960, Berlin, Frankfurt/M. 1960, 555-556. [im folgenden: Zwengel, Generalfeldmarschall Moltke]. Einige biographische Texte (z.T. aus der Zeit des Dritten Reichs) meinen, Moltke habe sich für den Wechsel entschieden, weil er so beeindruckt gewesen sei von der preußischen Disziplin und aus Verbundenheit zu seiner Heimat. So z.B. bei Jähns, Max, Feldmarschall Moltke. Erster Teil: Lehr- und Wanderjahre, Berlin 1894, 21.
11 Vgl. Kessel, Moltke, 111.
12 1740 von Friedrich II. gestiftet, 1810-1842 rein militärische Auszeichnung, erst wieder ab 1842 um eine Friedensklasse erweitert. Vgl. hierzu: Straub, Eberhard, Um edlen Seelen vorzufühlen, in: FAZ, 01.06.02, S. 57.
13 Vgl. Moltke, Helmuth Graf v., Erziehung zum Soldaten, Leipzig o.A, 399.
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