Archaisch-ionische Plastik in Epehsos

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Details

Titel: Archaisch-ionische Plastik in Epehsos
Autor: Sigrid Vollmann
Fach: Archäologie
Institution/Hochschule: Karl-Franzens-Universität Graz (Archäologie)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 15
Note: befriedigend
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 97 KB
Archivnummer: V19895
ISBN (E-Book): 978-3-638-23924-0
ISBN (Buch): 978-3-638-78854-0

Zusammenfassung / Abstract

Sehr viel an archaischer Plastik aus Ephesos gibt es nicht, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass der einzige Bau aus der archischen Zeit das Artemision ist, aus dem auch die meisten Funde stammen. Aus dieser Zeitepoche sind uns nämlich sonst keine Nekropolen oder Siedlungen bekannt. Außerdem sind zum Großteil weibliche Statuen gefunden worden, die wahrscheinlich eher als Göttin, denn als Priesterin zu deuten sind. Ob es sich dabei um Votigaben oder um Götterstatuen handelt, weiß man noch nicht mit absoluter Sicherheit. Auch die Materialien der Statuen sind unterschiedlichen. Trotzdem tritt in bestimmten zeiten bestimmte Parallelitäten in der Statuettengestaltung auf.

Textauszug (computergeneriert)

Archaisch-ionische Plastik in Epehsos

Sigrid Meixner

 

 

Inhaltsverzeichnis:

0 Allgemeines: 3

1 weibliche Statue aus Gold: 4

2 Stellung der ephebischen Elfenbeine: 5
2.1 Elfenbeinstatuette: 6
2.2 Spinnerin: 7
2.3 Statue C: 8
2.4 Vergleich Spinnerin und Statue C: 8
2.5 Megabyzos: 9
2.6 Elfenbeinstatue aus Ephesos im Vergleich mit Elfenbeinstatue aus Erythrai: 10
2.7 Schleierträgerin: 11
2.8 Elfenbeinstatuetten: 11
2.9 Lydischer Priester: 12

3 Bronzestatuette: 12

4 Statuette D: 13

5 Vergleich der Elfenbeinstatuen mit Kybelebildern: 13

6 Zusammenfassung: 14

Literatur: 15

 

0 Allgemeines:

Sehr viel an archaischer Plastik aus Ephesos gibt es nicht, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass der einzige Bau aus der archischen Zeit das Artemision ist, aus dem auch die meisten Funde stammen. Aus dieser Zeitepoche sind uns nämlich sonst keine Nekropolen oder Siedlungen bekannt.

Außerdem sind zum Großteil weibliche Statuen ge funden worden, die wahrscheinlich eher als Göttin, denn als Priesterin zu deuten sind.1 Unterstrichen wird dies durch den Fund einer weiblichen Goldstatuette, die wegen ihres Wertes nur eine Gottheit darstellen kann.2 Nebenbei sei bemerkt, dass man in diesem Falle wirklich von einer Goldstatue sprechen kann, da sie aus einer Gold-Zinn Mischung hergestellt wurde.

Weiters ist man sich nicht sicher, ob die Statuen verschiedene Gottheiten darstellen oder nur Votivgaben sind, die auf Basen bei Zeremonien aufgestellt wurden. 3 Denn in der archaischen Zeit findet man hauptsächlich nur Votivgaben aus Elfenbein, Edelmetall oder Ton. 4 Schon die englischen Ausgräber waren sich über die Deutung der weiblichen Statuetten uneinig.5 Hogarth6 hielt sie für Göttinnen, während C. Smith7 sie als Priesterinnen bezeichnete, allerdings nur die Statuetten aus Elfenbein. Als wichtigstes Argument brachte Smith einen Vergleich zu den Koren der Akropolis. Hogarth hingegen meinte, dass es gerechtfertigt sei, auch die Statuen aus Elfenbein als Göttinnen zu bezeichnen, wenn Smith auch die Statuen aus Ton dafür hielt.8
Im der dädalischen Zeit wurden meist Votivfiguren hergestellt, die den Habitus der orientalischen Frauen haben. Im 6. Jahrhundert wurden als Menschen meist ruhige stehende Priesterinnen mit Kultgegenständen dargestellt.

Die Priesterinnen haben meist einen zylindrischen gerundeten Körper, enganliegende Kleidung, reiche Muster, Armreifen, schwere Halsketten, dicke Ohrringe und eine Haube. Die Gesichter sind meist breit mit abgeplatteten Nasenflügeln, hart gerandeten Augen und eingeritzten Brauen, weswegen sie starr wirken.

Als Tiere waren die meist ausgewählten Motive Löwe und Habicht. Im 6. Jahrhundert kam es zur Entwicklung der ersten ostionischen Formsprache.9 Die Frauenstatuetten tragen einen schweren gegürtelten Ärmelchiton, der eng anliegt. Unter dem Oberteil schimmern meist die Brüste durch. Zwischen den Beinen sind Steilfaltenbündel und unter dem bogenförmigen Ausschnitt sieht man die Füße. Meist haben die Frauenfiguren einen runden Kopf, der im Vergleich zum übrigen Körper sehr groß wirkt. Das Gesicht ist sphärisch gewölbt und in ihm sitzen mandelförmige Augen und vorkragende Brauen. Das Haar ist lang und fällt auf den Rücken, zwei aufgerollte Locken fallen jedoch an die Brust.10 Die Elfenbeingruppe des Dionysos in Delphi ist wahrscheinlich auch ein ephesisches Werk.11 Nun möchte ich näher auf die weiblichen Statuetten aus Gold und Elfenbein eingehen, denn diese haben nicht nur einen kunstgeschichtlichen, sondern auch einen religionsgeschichtlichen Aspekt.

1 Weibliche Statuette aus Gold: 12

Diese Statue findet wir im Museum von Selcuk. Sie wurde 1980 im Artemision13 gefunden und trägt die Nummer 80/K 390. Sie ist knapp 10 cm hoch und es handelt sich bei ihr um ein Sphyrelaton. 14 Das heißt, dass die Figur einen Holzkern besitzt und sich auf diesem Holzgerüst Goldplättchen befinden.

Die Statue hat eine streng frontale Haltung. Ihr unterer Abschluss ist nur sehr schwer zu erkennen. Die Füße fehlen. Sofort fällt das breite Gesicht auf, welches – laut Bammer - durch große Augen und breit-gestrichelte Augenbrauen einen sphinxartigen Ausdruck verleiht.15 In einer anderen Beschreibung Bammers heißt es: „breite als Spiralstab gebildete Augenbrauen.“16 Die Nase ist lang und gerade. Weiters besitzt die Statue einen kleinen Mund. Die Figur steht bewegungslos. Ihre Arme sind an den Körper gepresst. An ihren Handgelenken sieht man jeweils einen doppelt geschwungenen Armreif.

[....]


1 A. Bammer, Das Heiligtum der Artemis von Ephesos (1984) 208
2 Bammer, a.O. 208
3 Bammer a.O. 208
4 W. Fuchs/J. Floren, Die griechische PlastikI. Die geometrische und archaische Plastik (1987) 389f.
5 Bammer, a.O. 203
6 D.G. Hogarth/Henderson, Excavations, 323ff
7 Hogarh/Henderson, a.O. 155ff
8 Bammer a.O. 204
9 Floren/Fuchs, a.O. Taf. 34,3
10 Floren/Fuchs, a.O. 390
11 Floren/Fuchs, a.O. Taf. 34,1
12 Akurgal, Griechische und römische Kunst in der Türkei (1987), Taf. 9, 75
13 Bammer, a.O. 208
14 Bammer a.O. 208
15 Bammer a.O. 208
16 A. Bammer, ÖJH 56, 1985, 41[weiters als Bammer 1 zitiert]

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