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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 26 Pages
Author: Julika Zimmermann
Subject: Art - Art Theory, General
Details
Institution/College: University of Cologne (Kunsthistorisches Institut)
Tags: Kunstkammer, Cornelis, Geest, Atelier, Apelles, Willem, Heacht, Hauptseminar, Kunst
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23925-7
File size: 226 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität zu Köln
Kunsthistorisches Institut
Hauptseminar „Kunst über Kunst“
Sommersemester 2003
Die Kunstkammer des Cornelis van der Geest
und
Das Atelier des Apelles
von Willem van Haecht
Julika Zimmermamm
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Historische, gesellschaftliche und theoretische Rahmenbedingungen 2
2.1. Die Entstehung der Institution Kunst in Antwerpen 2
2.2. Auswirkungen der Kunsttheorie auf die Entstehung der gemalten Kunstkammern 3
3. Analyse der beiden Gemälde Die Kunstkammer des Cornelis van der Geest und Das Atelier des Apelles von Willem van Haecht 7
3. 1. Die Kunstkammer des Cornelis van der Geest 8
3. 1. 1. Themen der vertretenen Bildwerke 9
3. 1. 2. Herkunft und Datierung der vertretenen Bildwerke 11
3. 2. Das Atelier des Apelles 12
3. 2. 1. Themen der vertretenen Bildwerke 13
3. 2. 2. Herkunft und Datierung der vertretenen Bildwerke 14
3. 3. Die Verlagerung auf italienische Kunstwerke im Atelier des Apelles 15
3. 4. Die doppelten Werke als Schnittstelle beider gemalter Kunstkammern 17
4. Schlussbetrachtung 20
5. Quellen 21
6. Anhang 22
1. Einleitung
Der Bildtypus der gemalten Kunstkammern entsteht im frühen 17. Jahrhundert in Antwerpen. 1 Vor allem im Zuge der Diskussion der Ideen der italienischen Renaissance wird diese Gattung von den Künstlern zur Legitimierung ihrer künstlerischen Ansprüche sowie zur Nobilitierung ihrer Kunst gebraucht. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts verliert sie dann ihren kunsttheoretischen Inhalt und verschwindet aus der flämischen Kunst.
Nach einer Sondierung der historischen, gesellschaftlichen und kunsttheoretischen Rahmenbedingungen für die Entstehung der Gattung der gemalten Kunstkammern widmet sich die Arbeit zwei gemalten Kunstkammern des Antwerpener Malers Willem van Haechts II. (1593-1637): der Kunstkammer des Cornelis van der Geest (Antwerpen, Rubenshuis, 1628, 100 x 130 cm) und dem Atelier des Apelles (Den Haag, Mauritshuis, 1628, 105 x 149,5 cm).
Es soll eine genaue Analyse und Aufschlüsselung von Künstler, Herkunft und Datierung der Bilder im Bild erfolgen. Die Gegenüberstellung der jeweiligen Auswahl der Bilder im Bild schafft den Hintergrund für eine Erörterung der damit verbundenen bildimmanenten kunsttheoretischen Aussage. Die beiden enzyklopädischen Sammlungen sind durch mehrere Elemente eng mit einander verbunden. Auffallend ist im Besonderen, dass einige tatsächliche Gemälde sowohl in der Kunstkammer des Cornelis van der Geest als auch im Atelier des Apelles auftauchen. So stellt sich abschließend die Frage nach der Auswahl dieser sechs Gemälde, nach ihren Künstlern, Themen, Epochen und nach ihrem Standort innerhalb der beiden gemalten Kunstkammern.
Willem van Haecht hatte bei seinem Vater, dem Landschaftsmaler Tobias Verhaecht (1561-1631) gelernt und lange Studienaufenthalte in Paris (1615-1619) und Italien (1619-1626/27) verbracht, ehe er Verwalter der Kunstsammlung Cornelis van der Geests, eines reichen Handelsmannes und Kunstliebhabers, wurde. Einige Radierungen nach Gemälden von den Carracci, Tizian und Guido Reni gelten als Arbeiten Willem van Haechts und bezeugen unter anderem dessen Beschäftigung mit Werken der italienischen Renaissance.2
2. Historische, gesellschaftliche und theoretische Rahmenbedingungen
2.1. Die Entstehung der Institution Kunst in Antwerpen
Im Antwerpen des frühen 17. Jahrhunderts sind die besten Voraussetzungen für eine intensive Beschäftigung mit der Kunst und ihren Aussagen gegeben: viele Bürger sind zu Wohlstand gekommen,3 der sich auch in dem Bedürfnis ausdrückt, eben diesen damit verbundenen Status in Form von Kunstbesitz hervorzuheben, was zu einer großen Nachfrage und einer regen künstlerischen Produktion führt. So ist auch die Gattung der gemalten Kunstkammern Ausdruck der Gesellschaft und „Spiegel der materiellen Kultur Antwerpens“4.
Gleichzeitig vollzieht sich die Eingliederung des bloßen Kunstliebhabers in die St. Lukasgilde. Diese liefhebberes der schildereyen sind keine Künstler oder Kuns thändler, sondern Sammler.5 Es entsteht ein Netzwerk von Künstlern, Händlern und Sammlern, welches das Aufkommen großer privater Sammlungen und von Kunsthandlungen zur Folge hat. Letzteres findet sogar seine Dokumentation in einer gemalten Kunstkammer von Hieronymus Francken d. J. mit dem Titel Die Kunsthandlung des Jan Snellinck (Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts, 1621, 94 x 124,7 cm). Die Art der musealen Präsentation von Kunst in Galerien im damaligen Sinn ist insofern neu, als hier unterschiedlichste Gemälde nebeneinander gestellt werden. 6 Die Bilder werden ihrer ursprünglichen sakralen oder profanen Funktion enthoben und in Sammelobjekte transformiert. Durch die Eingliederung in die Sammlung erhalten die Gemälde sowie generell gesammelte Objekte im Verhältnis zu deren übrigen Objekten eine neue Stellung.
[....]
1 Vgl. Schweikhart, Gunter und Asernissen, Hermann Ulrich: Malerei als Thema der Malerei. Berlin 1994. S. 122.
2 Vgl. Speth-Holterhoff, S.: Les peintres flamands de Cabinet d′Amateur aux XVIIe siècle. Brüssel 1957. S. 99.
3 Vgl. Wettengel, Kurt: Kunst über Kunst. Die Gemalte Kunstkammer. In: Wettstreit der Künste. Malerei und Skulptur von Dürer bis Daumier. Hrsg. v. Ekkehard Mai und Kurt Wettengl. München 2002. S. 127ff.
4 Mai, Ekkehard: Pictura in der ‚constkamer’ – Antwerpens Malerei im Spiegel von Bild und Theorie. In: Von Bruegel bis Rubens. Das goldene Jahrhundert der flämischen Malerei. Hrsg. von Ekkehard Mai und Vlieghe, Hans. Köln 1992. S. 39.
5 Vgl. Filipzcak, Zirka Zaremba: Picturing Art in Antwerp. Lawrenceville (NJ) 1987. S. 51.
6 Vgl. Wettengel, S. 128.
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