Hooligans: Episodale Schicksalsgemeinschaft

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Details
Autoren: David Beer, Andreas Müller
Fach: Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Veranstaltung: Seminar: Abweichendes Verhalten
Institution/Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (ISOZ)
Jahr: 2003
Seiten: 39
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 427 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-23977-6
ISBN (Buch): 978-3-638-67656-4
Zusammenfassung / Abstract
Ausschreitungen und Krawalle im Umfeld des Fußballs rücken immer wieder in den Mittelpunkt der medialen Berichterstattung. Die zum Grossteil einseitigen Darstellungen dieser Berichterstattung waren in den letzten Jahren immer öfter im Focus des öffentlichen Interesses und gaben dann oft nur ein unvollständiges, teilweise verzerrtes Bild der Hooligans wieder. Überwiegend wird nur die Sicht der Gesellschaft auf diese Szene in den Medien angetroffen und deren meist einseitige Darstellung der scheinbar sinnlosen und unkontrollierbaren Gewalt. Diese Hausarbeit soll die Szene und ihre Handlungen aus einer anderen Perspektive beleuchten, um einen etwas genaueres Bild von den Hooligans zu bekommen. Hierbei soll unter anderem auf Aspekte, wie die eigene Positionierung der Hooligans in der Gesellschaft, Gründe für grenzüberschreitende Aktivitäten und den „faire Kampf“ explizit eingegangen werden.
Textauszug (computergeneriert)
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Institut für Soziologie
Hausarbeit zum Thema:
HOOLIGANS
„Episodale Schicksalsgemeinschaft“
WS 2002/2003
Seminar: Abweichendes Verhalten
David Beer - Andreas Müller
1. Einleitung
2. Erklärung und Entstehung des Begriffs Hooligan
3. Geschichte der Hooliganszene
3.1. Fußball in Deutschland - Geschichtlicher Rückblick
3.2. Die Entwicklung der deutschen Hooliganszene
4. Innere Struktur der Hooliganszene
5. Erscheinung des Hooligan
6. Hauptteil
6.1. Die Sicht der Hooligans auf die Gesellschaft
6.2. Gründe für Grenzüberschreitende Aktivitäten
6.2.1. Aus dem Rhythmus
6.2.2. Die Suche nach Respekt und Anerkennung und ihr Kommunikation
6.2.3. Metaphorik der Situation
6.2.4. Episodale Schicksalsgemeinschaft
6.3. „Fairer Kampf“
7. Forenbeispiele
8. Resümee
9. Literaturverzeichnis
10. Anhang
1. Einleitung
Ausschreitungen und Krawalle im Umfeld des Fußballs rücken immer wieder in den Mittelpunkt der medialen Berichterstattung. Die zum Grossteil einseitigen Darstellungen dieser Berichterstattung waren in den letzten Jahren immer öfter im Focus des öffentlichen Interesses und gaben dann oft nur ein unvollständiges, teilweise verzerrtes Bild der Hooligans wieder. Überwiegend wird nur die Sicht der Gesellschaft auf diese Szene in den Medien angetroffen und deren meist einseitige Darstellung der scheinbar sinnlosen und unkontrollierbaren Gewalt. Diese Hausarbeit soll die Szene und ihre Handlungen aus einer anderen Perspektive beleuchten, um einen etwas genaueres Bild von den Hooligans zu bekommen. Hierbei soll unter anderem auf Aspekte, wie die eigene Positionierung der Hooligans in der Gesellschaft, Gründe für grenzüberschreitende Aktivitäten und den „faire Kampf“ explizit eingegangen werden. Die Motivation sich diesen Themen aus der vorher erläuterten Perspektive zu widmen wuchs, als wir sowohl Ralph Bohnsacks „Die Suche nach Gemeinsamkeit und die Gewalt der Gruppe“, als auch Bill Bufords Buch „Geil auf Gewalt“ lasen.
Ralf Bohnsack untersucht in dem oben genannten Buch die Gewaltbereitschaft von Hooligans in exemplarischen Fallanalysen. Dabei vergleicht er die Hooligans mit anderen Gruppen Jugendlicher in Ihrem Bezug zur Adoleszenskrise und zur lebensgeschichtlichen Entwicklung. Buford hingegen hat sich eine längere Zeit in die Fanszene des englischen Fußballvereins Manchester United eingeschleust, um so direkte und unverfälschte Beobachtungen machen zu können. Bufords Interesse und Neugier an diesem Themenkomplex wurde durch ein Erlebnis geweckt, das er auf einem kleinen Bahnhof gemacht hat, als ein Sonderzug voll randalierender Fußballfans an ihm vorbeifuhr. Von nun an besuchte er regelmäßig Spiele und versuchte, Kontakt zu Fans zu knüpfen. Anfangs wurde er kaum beachtet bzw. akzeptiert, nach und nach jedoch lernte er eine ganze Reihe von ihnen persönlich kennen. Dazu muss noch erwähnt werden, dass Buford ca. Ende 30 ist, und sich durchaus als Schriftsteller zu erkennen gegeben hat.
2. Erklärung und Entstehung des Begriffs Hooligan
Wer, oder was sind Hooligans?
„Hooligans, Bezeichnung für gewalttätige, meist in Gruppen auftretende Jugendliche und jüngere Erwachsene, die in der Regel sehr fanatische Anhänger eines Sportvereins sind. Vor allem bei und im Umfeld von Fußballbegegnungen treffen sie auf ebenso aggressive Fans des gegnerischen Vereins. Bei der Konfrontation der miteinander verfeindeten Fangruppen kommt es häufig zu gewalttätigen Übergriffen. (Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003 © 1993-2002 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.)“
Mit Hilfe der polizeilichen Einstufung, in vier Gruppierungen von Zuschauern, kann man recht deutlich den Unterschied zwischen Fan und Hooligan vornehmen.
Zur ersten Gruppierung gehören Zuschauer, welche passiv und distanziert, mit geringer Vereinsbindung, ein Stadion besuchen, in der Erwartung ein interessantes Fußballspiel zu sehen. Die neutralen Fans.
Zuschauer der zweiten Gruppierung sind kontrollierte, engagierte Zuschauer, die sich für Ihre Mannschaft einsetzten und teilweise verbal unterstützen. Sie erwarten ein gutes Spiel und natürlich den Sieg ihrer Mannschaft. Diese ersten beiden Gruppierungen zählen zur Kategorie A = der friedliche „Fan“. Der dritten Gruppierung zugehörig sind die so genannten Fans, auch fanatischparteiisches Publikum genannt, welche sich voll und ganz mit Ihrem Verein identifizieren, was durch permanentes Anfeuern und das tragen von Vereinsfarben verdeutlicht wird. Der Spielgewinn der eigenen Mannschaft steht für solch fußballzentrierte Fans eindeutig im Vordergrund. Die gewaltbereiten/- geneigten „Fans“ = Kategorie B.
Die vierte und letzte Gruppierung besteht aus den „erlebnisorientierten“ Fans, den so genannten Hooligans. Hooligans sind aggressive, konfliktsuchende Zuschauer, deren Vereinsbindung unterschiedlich ausgeprägt ist. Sie sehen die gleichgesinnten Anhänger des Konkurrenzvereins als Gegner und erwarten Auseinandersetzungen, wobei die gegnerischen Hooligans nicht als Feinde, sondern als potentielle Gegner angesehen werden. Die Gewalt suchenden „Fans“ = Kategorie C.
Woher kommt der Begriff „HOOLIGAN“? Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig. Eine Variante besagt, dass es sich um einen englischen Kunstbegriff handelt und sinngemäß mit Straßenrowdy oder Halbstarker übersetzt wird. In einer weiteren Darstellung wird darin die Verdrehung des irischen Wortes hooley (Sauforgie) in Hooligan vermutete. Eine dritte Version besagt, dass es einmal Ende des 19ten Jahrhunderts eine irische Familie mit dem Namen Hooligan gegeben hat, die prügelnd durch die Straßen zog. Später wurde Hooligan zuerst in England zum Synonym für gewalttätige Fußballfans. Der Begriff Hooligan trat bereits am 30. Oktober 1890 in der englischen Zeitung „The Times“ auf:
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