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Intermediate Diploma Thesis, 2002, 23 Pages
Author: Dipl. Sozialpädagoge Tobias Nachtrab
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Jena (Fachbereich Sozialwesen)
Tags: Behinderte, System, Ungleichheit, Behindert, System, Ungleichheit
Year: 2002
Pages: 23
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23978-3
ISBN (Book): 978-3-638-64633-8
File size: 220 KB
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Abstract
In Deutschland leben 6,6 Mill. körperlich behinderte Menschen . Dies ist ein Anteil von rund 8% der Bevölkerung. Jedoch besteht zwischen Behinderten und Nichtbehinderten eine Kluft, welche an Brisanz nicht verliert. Nichtbehinderte wissen meist nicht, wie sie sich angemessen verhalten sollen und meiden daher Kontakte; manche fühlen sich bereits durch den Anblick eines körperbehinderten Menschen gestört und provoziert. Es hilft kaum, wenn sie daran erinnert werden, dass sie selbst plötzlich als Folge einer Erkrankung, eines Verkehrs- oder Arbeitsunfalls für den Rest ihres Lebens schwer behindert sein können. Für Nichtbehinderte ist es nicht nachvollziehbar, welche Veränderungen im Leben durch eine plötzliche Behinderung auftreten und erfolgreich bewältigt werden müssen. Denn in diesen Prozessen, welche durch den kürzlich behindert gewordenen Menschen zu leisten sind, kann man dem Problem der Behinderung in der Gesellschaft näher kommen und Ansatzpunkte für Veränderungen finden. Dies würde bedeuten, dass es möglich wird das Problem der Ausgrenzung durch eine „Andersartigkeit“ aufzudecken oder zu prüfen. Diese Prozesse möchte ich ansprechen und beispielhaft untersuchen. Unter Berücksichtigung anderer Fachgebiete, wie z.B. Psychologie und Recht, werden wissenschaftliche Ansatzpunkte und Zugänge für die Grundannahme der Behinderung offengelegt. Als Kern sollte die Veränderung der Lebensweltbedingungen einer Person dienen, welche erst kürzlich behindert geworden ist. Diese Person habe ich im Laufe meiner Arbeit häufig besucht und konnte so theoretische Wissensgrundlagen überprüfen. Da dieses Thema sehr subjektiv empfunden wird, muss davon Abstand genommen werden, diese Aussagen zu generalisieren. Sie sind Auszüge einer Lebensgeschichte, welche im Jahr 2000 begonnen hat und bis heute nicht abgeschlossen ist. Oft bewegt man sich dabei auf zwiespältigem Territorium, denn Subjektivität und Emotionalität sind nicht zu verachtende Faktoren.
Excerpt (computer-generated)
Behindert in einem System der Ungleichheit?
von: Tobias Nachtrab
Inhaltsverzeichnis
VORWORT 5
1 EINLEITUNG 6
2 DEFINITION 7
2.1 BEHINDERUNG DEFINIERT IM SCHWERBEHINDERTENGESETZ 7
2.2 DEFINITION DER BEHINDERUNG IN DER GESELLSCHAFT 8
2.3 BEHINDERUNG AUS SOZIALWISSENSCHAFTLICHER SICHT 9
2.3.1 Schädigung 9
2.3.2 Stigmatisierung 9
3 GESELLSCHAFT BEHINDERT 10
3.1 "MAN IST NICHT BEHINDERT, MAN WIRD BEHINDERT" 10
3.2 DIE NORM BESTIMMT 11
3.3 DEFIZITHYPOTHESE 11
3.4 FOLGEN IM GESELLSCHAFTSSYSTEM 12
3.5 ARMUT ALS VERSTÄRKENDER FAKTOR 13
3.6 AUSGRENZUNG DER BEHINDERTEN AUFGRUND WIRTSCHAFTLICHER INTERESSEN 14
4 PERSONENGEBUNDENE VERÄNDERUNGEN 14
4.1 VERLEUMDUNG - UNGEWISSHEIT - AGGRESSION 14
4.2 NEUORGANISATION 15
5 LEBENSWELTWANDLUNGEN 16
5.1.1 Lebensgeschichte 16
5.1.2 Das Selbstkonzept 17
5.2 STRUKTURELLE VERÄNDERUNGEN 18
5.2.1 Angehörige und Berufswelt 18
5.3 SOZIALE VERÄNDERUNGEN 19
5.3.1 Identität 19
5.3.2 Freizeit 19
5.3.3 Stabilisierung 20
5.3.4 Begegnung 20
5.3.5 Partizipation 20
5.4 ZUSAMMENFASSUNG 21
6 SCHLUSSWORT 22
Vorwort
Behindert? - Damit habe ich nichts zu tun. Auch für mich galt dieser Ausspruch. Ich hatte noch nie in meinem Leben Kontakt zu geistig oder körperlich behinderten Menschen 1. Sie waren nicht ausgeblendet - aber bewusst waren sie mir tatsächlich nicht. Oft kann man sich damit herausreden, daß es wohl zu schwierig sei, in kurzer Zeit die Sachverhalte und Umstände eines behinderten Menschen zu ergründen und nachzuvollziehen. Man tritt höflich zur Seite, öffnet Türen, erhebt sich mühselig von Sitzplätzen und wirft scheue Blicke den behinderten Mitmenschen nach. Aber Kontakte irgendeiner Art kommen wohl sehr selten oder gar nicht zustande. Ausstellungen wie "Der [im]perfekte Mensch" in Dresden werden oft als skurrile Kunstwerke wahrgenommen. So wird ein anzustrebender Austausch zwischen den Nichtbehinderten und Behinderten kaum angeregt. Es scheint, als ob zwei Welten nebeneinander existieren würden. Doch mir drängt sich die Frage auf, warum?
1 Einleitung
In Deutschland leben 6,6 Mill. körperlich behinderte Menschen . Dies ist ein Anteil von rund 8% der Bevölkerung. Jedoch besteht zwischen Behinderten und Nichtbehinderten eine Kluft, welche an Brisanz nicht verliert. Nichtbehinderte wissen meist nicht, wie sie sich angemessen verhalten sollen und meiden daher Kontakte; manche fühlen sich bereits durch den Anblick eines körperbehinderten Menschen gestört und provoziert. Es hilft kaum, wenn sie daran erinnert werden, dass sie selbst plötzlich als Folge einer Erkrankung, eines Verkehrs- oder Arbeitsunfalls für den Rest ihres Lebens schwer behindert sein können.
Für Nichtbehinderte ist es nicht nachvollziehbar, welche Veränderungen im Leben durch eine plötzliche Behinderung auftreten und erfolgreich bewältigt werden müssen. Denn in diesen Prozessen, welche durch den kürzlich behindert gewordenen Menschen zu leisten sind, kann man dem Problem der Behinderung in der Gesellschaft näher kommen und Ansatzpunkte für Veränderungen finden. Dies würde bedeuten, dass es möglich wird das Problem der Ausgrenzung durch eine "Andersartigkeit" aufzudecken oder zu prüfen. Diese Prozesse möchte ich ansprechen und beispielhaft untersuchen. Unter Berücksichtigung anderer Fachgebiete, wie z.B. Psychologie und Recht, werden wissenschaftliche Ansatzpunkte und Zugänge für die Grundannahme der Behinderung offengelegt. Als Kern sollte die Veränderung der Lebensweltbedingungen einer Person dienen, welche erst kürzlich behindert geworden ist. Diese Person habe ich im Laufe meiner Arbeit häufig besucht und konnte so theoretische Wissensgrundlagen überprüfen. Da dieses Thema sehr subjektiv empfunden wird, muss davon Abstand genommen werden, diese Aussagen zu generalisieren. Sie sind Auszüge einer Lebensgeschichte, welche im Jahr 2000 begonnen hat und bis heute nicht abgeschlossen ist. Oft bewegt man sich dabei auf zwiespältigem Territorium, denn Subjektivität und Emotionalität sind nicht zu verachtende Faktoren.
2 Definition
[...]
1 Lt. Datenreport v. 1999
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08.07.2004 10:14:47
Diese Arbeit wirft einen kritischen Blick auf die Problematik der Behinderung durch Gesellschaft.