Erziehungsstile - Elterliche Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interaktionen

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Details

Titel: Erziehungsstile - Elterliche Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interaktionen
Autor: Bernd Evers
Fach: Pädagogik - Familienerziehung
Veranstaltung: HS Soziale Welt von Schülern
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Pädagogik)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 24
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 264 KB
Archivnummer: V19994
ISBN (E-Book): 978-3-638-24005-5

Textauszug (computergeneriert)

Elterliche Verhaltensmuster und
Eltern-Kind-Interaktionen

 

 

von Bernd Evers

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung  2

2. Erziehungsstile – Elterliche Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interaktionen

2.1 Die traditionelle Erziehungsstilforschung.

2.1.1 Sears, Maccoby und Levin (1957): Aggression und kindliches Verhalten  4
2.1.2 A. Baldwin (1943): Demokratie in Eltern-Kind-Beziehungen 5
2.1.3 D. Baumrind (1967): Drei Hauptmuster elterlichen Erziehungsstils 6

2.2 Alternative Forschungsansätze.

2.2.1 R.Q. Bell (1968): Eltern-Kind-Interaktion als wechselseitige Beziehung  10
2.2.2 K.A. Schneewind (1994): Eltern-Kind-Interaktion als transaktionaler Prozess  11
2.2.3 Belsky (1984): Das Prozessmodell elterlichen Erziehungsverhaltens  13
2.2.4 H. Lukesch (1976): Die Gliederung von Erziehungsstilmerkmalen nach formalen Gesichtspunkten  14
2.2.5 M. Lepper (1983): Das Prinzip des minimal erforderlichen Anreizes   16
2.2.6 R. Tausch & A. M. Tausch (1965): Achtung-Wärme, einfühlendes Verstehen und Echtheit-Fassadenfreiheit als Determinanten für die Qualität von Erziehung  16
2.2.7 Goodnow (1985); B. Pikowsky & M. Hofer (1992): Variabilität von Erziehungszielen  18

3. Zusammenfassung   20

4. Literaturverzeichnis  22

 

 

 

 

 

 

1. Einleitung

Die Erziehungsstilforschung ist ein Teilgebiet der Sozialisationsforschung1. Der Begriff des Erziehungsstils selb st stellt ein sehr globales Konzept dar und ist in der Forschung nicht unumstritten2. Erziehungsstile können allgemein definiert werden als „ein Bündel verschiedener stabiler Merkmale, die sich aus den Verhaltenweisen und erziehungsbezogenen Einstellungen von Eltern gegenüber ihrer Kinder ergeben“3. Die Erziehungsstilforschung untersucht Eigenarten elterlicher Erziehungspraktiken und -einstellungen und befasst sich dabei vor allem mit den Zusammenhängen zwischen den unterschiedlichen Erziehungsstilen und den Auswirkungen auf die kindliche Persönlichkeit. Dabei werden Merkmale wie Selbstkonzept, Moralentwicklung, Aggression, soziale Kompetenz, Attributionsmuster, Übernahme von Verantwortung etc. untersucht. Die Forschung geht von der Annahme aus, dass „Eltern in ihrem erziehungsbezogenen Erleben und Verhalten allgemein und stabil zu beschreiben sind“ 4, dass sie sich darin systematisch unterscheiden, und dass mit diesen Variablen die kindliche Entwicklung vorhergesagt werden kann.Erziehungsstile seien, wie Damon betont, so „wechselhaft wie die Mode“5. Was noch vor zehn Jahren als guter Erziehungsstil gesehen wurde, wird heute oftmals abgelehnt. Der Blick auf die unterschiedlichen Erziehungsstile in der Kinderrechtsbewegung der 70er Jahre und innerhalb der Gegenreaktion in den 80ern zeigt, dass das, was noch vor zehn Jahren als guter Erziehungsstil gesehen wurde, wenige Jahre später, oftmals abgelehnt würde. Heute, so Damon weiter, existieren in der westlichen Gesellschaft verschiedene Erziehungsstile nebeneinander6. Die moderne Erziehungsstilforschung fußt auf Erkenntnissen, die relativ weit zurückliegen. Als Begründer der Erziehungsstilforschung werden die Untersuchungen von Lewin in den späten 1930er Jahren7 und von Baldwin in den 40er Jahren gesehen. Baldwins Untersuchungsmethoden, zusammen mit Kalhorn und Breese (1945) und Champney (1941) in den sog. Fels-Studien als „Fels Behavior Scales“8 bekannt geworden, die Analyse von Eltern- Kind-Interaktionen mittels erziehungsbezogener Fragebögen und langfristiger Beobachtungen, ist bis in die Gegenwart die häufigste Herangehensweise an den Forschungsgegenstand geblieben. Baldwins Arbeit sollte den Boden bereiten für die umfassenden Arbeiten von Baumrind zwanzig Jahre später. Baumrinds Untersuchungen und Kategorisierungen von Erziehungsstilen haben, wie gezeigt werden wird, den größten Einfluss auf die moderne Forschung. Sie finden sich in den meisten modernen Arbeiten wieder.

Die verschiedenen Untersuchungen und Ergebnisse der Erziehungsstilforschung sollen das zentrale Thema dieser Arbeit sein. Ich werde die wichtigsten Arbeiten des 20. Jahrhunderts vorstellen und mich dabei vor allem auf die hier dargestellten Zusammenhänge, Übereinstimmungen und Widersprüche zwischen den Studien konzentrieren. Am Ende sollen die zentralen Erkenntnisse der Erziehungsstilforschung bis in die Gegenwart klar erkennbar sein, aber auch die Fragen, die bei der gegenwärtigen Untersuchung der Erziehungsstile immer noch ungeklärt sind. Wie oben angedeutet, möchte ich meine Arbeit mit einer Darstellung der sog. traditionellen Erziehungsstilforschung beginnen, die mit Autoren wie Baldwin, Baumrind oder Maccoby verknüpft ist. Bei einer Darstellung der Erziehungsstilforschung ist der Bezug zu diesen Forschern unverzichtbar, da ihr Einfluss, die aus ihren Untersuchungen resultierenden Thesen und Fragestellungen bis in die Gegenwart bedeutsam sind. Die Präsentation neuerer Arbeiten möchte ich daher auch besonders unter dem Gesichtspunkt sehen, wie sich in ihnen die Sichtweise auf die traditionelle Erziehungsstilforschung darstellt. Der dieser Arbeit zugrunde liegende Forschungsapparat umfasst größtenteils die Literatur, die von den jeweiligen Autoren zu ihren eigenen Studien veröffentlicht wurde. Zusätzlich sind die Arbeiten von Damon (1989) und Hofer (1992) zu nennen, die in ihren Werken einen Teilüberblick über die Erziehungsstilforschung des 20. Jahrhunderts geben, dabei eigene Hypothese aufstellen, ohne sich dabei explizit auf eigene Untersuchungsergebnisse zu beziehen. Die ebenfalls zitierten Bücher von Herrmann (1966) und Schneewind und Herrmann (1980) basieren zum größten Teil auf Symposien die zum Thema Erziehungsstilforschung abgehalten wurden, und vor allem die Probleme des Forschungsgegenstandes an sich ausführlich darstellen. Anliegen dieser Arbeit ist es, die in der Literatur angesprochenen Studien durch neuere Ansätze wie von Schneewind, Lukesch oder Belsky zu ergänzen und so ein möglichst vollständiges Bild der Erziehungsstilforschung zu zeichnen.

2. Erziehungsstile – Elterliche Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interaktionen

2.1 Die traditionelle Erziehungsstilforschung.

2.1.1 Sears, Maccoby und Levin (1957): Aggression und kindliches Verhalten

[...]


1 Vgl. Trautner, 1992, S. 155.
2 Zur Kritik des Erziehungsstilbegriffs vgl. Eyferth, 1966 und Schneewind, 1980.
3 Hofer, 1992, S. 148.
4 Ebd., S. 141.
5 Damon, 1989, S. 214.
6 Vgl. Ebd.
7 Vgl. Tausch & Tausch, 1991.
8 Stapf, K.H., 1980, S. 103.

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