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Betriebsklima - Einflussfaktoren und Auswirkungen

Diploma Thesis, 2003, 70 Pages
Author: Simone Schindler
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 70
Grade: 1,9
Language: German
Archive No.: V20039
ISBN (E-book): 978-3-638-24038-3

File size: 304 KB


Excerpt (computer-generated)

Berufsakademie Heidenheim

Betriebsklima 
- Einflussfaktoren und Auswirkungen

Diplomarbeit

eingereicht von

Simone Schindler

14.04.2003

Inhaltsverzeichnis

1. Definitionen ... 4
1.1 Was versteht man unter dem Begriff Betriebsklima? ... 4
1.2 Wissenschaftliche Definitionen des Betriebsklimas ... 4
1.3 Wie entsteht Betriebsklima? ... 6
1.4 Wie entsteht ein schlechtes Betriebsklima? ... 7

2. Mögliche Einflussfaktoren auf das Betriebsklima ... 9
2.1 Interne Einflussfaktoren ... 9
2.1.1 Führungsverhalten ... 10
2.1.2 Organisation der Arbeit ... 13
2.1.3 Selbstbestimmung und Partizipation ... 14
2.1.4 Sicherheit und Angst ... 17
2.1.5 Kommunikation ... 23
2.2 Externe Einflussfaktoren ... 26
2.3 Wahrnehmung als Einflussfaktor ... 28

3. Dimensionen des Betriebsklimas ... 31
3.1 Produktivität und Betriebsklima ... 31
3.1.1 Zufriedenheit und Unzufriedenheit ... 32
3.1.2 Motivation ... 34
3.1.3 Bedürfnisse und Motive ... 36
3.1.4 Handlungspräferenzen ... 37
3.1.5 Identifikation ... 39
3.2 Krankheit und Betriebsklima ... 41
3.2.1 Wie kann Unzufriedenheit die Gesundheit eines Menschen beeinflussen? ... 43
3.2.2 Wie kann das Betriebsklima als Quasi-Subjekt die Gesundheit eines Menschen beeinflussen? ... 43
3.3 Betriebsklima und seine Bedeutung für den Betrieb ... 47
3.3.1 Betriebsklima und Wirtschaftlichkeit ... 47
3.3.2 Schlechtes Betriebsklima und Betriebserfolg ... 50
3.3.3 Rechtsgrundlagen zum Betriebsklima ... 52
3.4 Ethik und Moral ... 56

4. Mögliche Indizien für schlechtes Betriebsklima ... 58
4.1 Harte Indizien ... 58
4.1.1 Personenbezogene Indizien ... 58
4.1.2 Monetäre Indizien ... 60
4.1.3 Indizien der Rückmeldung ... 61
4.2 Weiche Indizien ... 61
4.2.1 Indizien im alltäglichen Betriebsleben ... 61
4.2.2 Indizien im zwischenmenschlichen Bereich ... 63
4.2.3 Indizien bei der betrieblichen Zusammenarbeit ... 65

5. Erhebung des Betriebsklimas ... 66

Quellennachweis: ... 68
Literaturverzeichnis: ... 68
Andere Quellen: ... 70

 

1. Definitionen
1.1 Was versteht man unter dem Begriff Betriebsklima?
Stellt man Menschen die Frage nach einer Erläuterung des Begriffs Betriebsklima, erhält man Antworten wie z.B. "das ist das Miteinander im Betrieb", oder: "Betriebsklima, das hat viel mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun", "das Miteinander zwischen Mitarbeitern untereinander und Mitarbeitern und dem Chef." Mit diesen Aussagen wird beschrieben, was als Betriebsklima erlebt wird und auch an was es fest gemacht wird, nämlich an den Beziehungen der Menschen untereinander. Mitarbeiter können sich meist klar äußern wie es um das Betriebsklima ihrer Ansicht nach steht. Die Antworten kommen meist sehr spontan. Das lässt vermuten, dass die Mitarbeiter eine relativ klare Vorstellung haben, was mit dem Begriff Betriebsklima gemeint ist. Fragt man aber genauer nach, welche die Merkmale sind, die die Qualität des Betriebsklimas bestimmen, oder worin ihre Unzufriedenheit genau begründet ist, fällt die Antwort oft sehr knapp und ungenau aus. Eine genaue Definition kann meist erst nach längerer Überlegung gegeben werden.

1.2 Wissenschaftliche Definitionen des Betriebsklimas
Auch in der Wissenschaft ist keine einheitliche Definition des Begriffes Betriebsklima zu finden. Die folgenden Definitionen versuchen den Begriff Betriebsklima aus unterschiedlichen Blickrichtungen zu bestimmen.

So beschreibt Dr. M. Götte:


Wenn von Betriebsklima gesprochen wird, geht es um das Erleben eines "Gesamtcharakters aller Verhaltens- und Ausdrucksweisen der Menschen im Betrieb […] ." So kann es als gespannt oder gelöst, als offen oder verhalten, als träge oder lebendig, als ruhig oder gereizt, als freundlich oder feindselig empfunden werden. "Diese empfundenen Charakteristiken werden nicht diesem oder jenem Mensche, dieser oder jener Gruppe, sondern dem ganzen sozialen Betriebsleben als ihrem tragendem Subjekt zugeschrieben."1

Er geht dabei darauf ein, als was das Betriebsklima erlebt wird. Dem Betriebsklima werden hier Eigenschaften zugeschrieben, die eigentlich sonst nur Menschen oder Tieren zuerkannt werden. Es wird dadurch als etwas Lebendiges und mehr oder weniger unabhängiges Wesen beschrieben. Das Betriebsklima kann daher als Quasi-Subjekt bezeichnet werden. Das Wort Subjekt bezeichnet in der Philosophie ein denkendes und erkennendes Ich. Zwar kann nicht behauptet werden, das Betriebsklima könne denken oder Zusammenhänge erkennen, aber es kann durchaus als eine eigene Größe wahrgenommen werden, die Eigenschaften besitzt und somit quasi, also in gewissem Maße, einem Subjekt gleich ist.


"Betriebsklima ist der Gesamteindruck der von den einzelnen Mitarbeitern wahrgenommenen und bewerteten Gegebenheiten eines Betriebs (Führungsstil, Organisation, Interessenvertretung, zwischenmenschliche Beziehungen)."2

"Unter Betriebsklima ist die Gesamtheit der Einstellungen und Verhaltensweisen der Betriebsangehörigen in Relation zu den Verhältnissen im Betrieb zu verstehen. Es bildet das Resultat der Übereinstimmung oder des Konfliktes zwischen den Erwartungen der Mitarbeiter und den objektiven Arbeitsbedingungen im Betrieb."3

Das erlebte Miteinander wird also von den erlebten Verhaltens- und Ausdrucksweisen im Betrieb bestimmt.

1.3 Wie entsteht Betriebsklima?
In allen drei angeführten Definitionen wird stets von einer Gesamtheit oder einem Gesamteindruck gesprochen. Daraus könnte gefolgert werden, dass das Verhalten eines Einzelnen das Betriebsklima nicht stark beeinflusst. Bewertet ein Mitarbeiter das Betriebsklima als feindselig oder gereizt, so kann dies kaum von einem einzelnen Kollegen oder Vorgesetzten ausgelöst werden. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: ein Chef lässt seine schlechte Laune wiederholt an seiner Sekretärin aus. Ein Großteil der Mitarbeiter, die sonst mit ihr zu tun haben, schätzen sie, und es besteht ein entspanntes Verhältnis zwischen ihnen. Die Sekretärin wird das Verhältnis zu ihrem Chef als unbefriedigend oder belastend bezeichnen, im schlimmsten Fall eventuell von Mobbing sprechen, aber wohl nicht von einem schlechten Betriebsklima. Sie wird wohl eher dann dieser Auffassung sein, wenn sie eine aus ihrer Sicht dauerhafte schlechte Behandlung von vielen anderen Mitarbeitern erfahren würde, oder ein gespanntes Verhältnis zu vielen anderen Arbeitnehmern dieses Unternehmens hätte.

[...]


1 vgl. Götte M., Betriebsklima, S. 32

2 vgl. http://www.br-online.de/bildung/databrd/mobb.htm/betriebs.htm, 30.12.02

3 vgl. Stopp U., Betriebliche Sozialpsychologie, S. 193


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