Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Examination Thesis, 2002, 58 Pages
Author: Carsten Becker
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Tags: Alexander, Große, Person
Year: 2002
Pages: 58
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-24102-1
ISBN (Book): 978-3-638-70072-6
File size: 428 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Die vorliegende Examensarbeit analysiert die Verortung von einer legendären Figur der Weltgeschichte innerhalb der geistigen und kulturellen Landschaft der Antike, von Alexander dem Großen. Dem berühmten König gelang das Unmögliche, das Unfassbare in mehrfacher Hinsicht: Er konsolidierte kurzerhand die bis dahin noch nicht gänzlich ausgeprägte makedonische Vorherrschaft im griechischen Raum und im dazugehörigen bedeutendsten Pakt der dort ansässigen Staaten, dem `Korinthischen Bund´ und überwand zugleich die Spannungen zwischen den hellenischen Volksteilen zugunsten der nun gestärkten pannationalen Union. Ferner verwandelte er das Reich der Argeaden als Träger der nunmehr gefestigten, blühenden südosteuropäischen Allianz in einer unglaublichen Geschwindigkeit von zwölf Jahren blitzartig in die dominierende Hegemonialmacht der Oikumene und überdies war er im Begriff, eine neue verheißungsvolle Weltordnung zu etablieren, deren Endziel es war sämtliche Völker innerhalb seines gigantischen Reiches in einer kulturellen Einheit aufgehen zu lassen, im Ganzen genommen eine bis heute bemerkenswerte Leistung. Insofern drängt sich eine Bestandsaufnahme der Resonanz und der Reaktionen, die demjenigen, der dieses alles vollbracht hatte, bis zu einem geraumen Zeitabschnitt nach seinem Tode von der Gesellschaft entgegengebracht wurde sowie eine Beschäftigung mit dem, was den Menschen ausmachte, mit dem Wesen desjenigen, der der irdischen Zivilisation ein neues Gesicht gegeben hatte, mit dem Spiegelbild Alexander des Großen in der Antike, gerade zu auf. Vor diesem Hintergrund sollen vorwiegend die wichtigsten Zeugnisse, die zwischen den Anfängen des Hellenismus, also noch zu den Lebzeiten oder bald nach dem Tode des Königs etwa im vierten Jahrhundert v. Chr. und dem Untergang des Römischen Imperiums ungefähr im fünften Jahrhundert n. Chr. ein höheres Maß an Popularität während des Stadiums ihrer Abfassung erlangt hatten, untersucht werden. Dagegen sollen solche Überlieferungsgegenstände, welche innerhalb der dazugehörenden Epoche wenig Beachtung fanden entsprechend knapp abgehandelt werden. Aus diesem Kontext ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Welche Spiegelung erfuhr Alexander der Große in der gesellschaftlich beachteteren antiken Überlieferung?
Excerpt (computer-generated)
Wissenschaftliche Hausarbeit zur Prüfung für
das Lehramt an Realschulen im
Fach Geschichte
Thema:
Alexander der Große und die antike Überlieferung
von
Carsten Becker
Oldenburg, den 4. November 2002
Inhalt
1. Einleitung ... 3
2. Die bedeutendsten Autoren der Primärtradition ... 6
2.1. Kallisthenes von Olynth ... 6
2.2. Anaximenes von Lampsakos ... 11
2.3. Onesikritos von Astypalaia ... 12
2.4. Chares von Mytilene ... 15
2.5. Nearchos von Kreta ... 18
2.6. Ephippos von Olynth ... 22
2.7. Kleitarchos von Alexandreia ... 24
2.8. Ptolemaios Lagu ... 29
2.9. Aristobulos von Kassandreia ... 34
3. Die philosophischen Schulen unter besonderer Berücksichtigung der Peripatetiker ... 38
4. Die Zeugnisse einiger Rhetoriker ... 40
5. Die bekanntesten sekundären, erhaltenen Alexanderhistoriker ... 41
6. Der Alexanderroman ... 47
7. Schlussbetrachtung ... 51
Quellen- und Literaturverzeichnis ... 55
1. Einleitung
Die vorliegende Examensarbeit analysiert die Verortung von einer legendären Figur der Weltgeschichte innerhalb der geistigen und kulturellen Landschaft der Antike, von Alexander dem Großen. Dem berühmten König gelang das Unmögliche, das Unfassbare in mehrfacher Hinsicht: Er konsolidierte kurzerhand die bis dahin noch nicht gänzlich ausgeprägte makedonische Vorherrschaft im griechischen Raum und im dazugehörigen bedeutendsten Pakt der dort ansässigen Staaten, dem `Korinthischen Bund´1 und überwand zugleich die Spannungen zwischen den hellenischen Volksteilen zugunsten der nun gestärkten pannationalen Union.2 Ferner verwandelte er das Reich der Argeaden als Träger der nunmehr gefestigten, blühenden südosteuropäischen Allianz in einer unglaublichen Geschwindigkeit von zwölf Jahren blitzartig in die dominierende Hegemonialmacht der Oikumene3 und überdies war er im Begriff, eine neue verheißungsvolle Weltordnung zu etablieren, deren Endziel es war sämtliche Völker innerhalb seines gigantischen Reiches in einer kulturellen Einheit aufgehen zu lassen4, im Ganzen genommen eine bis heute bemerkenswerte Leistung. Insofern drängt sich eine Bestandsaufnahme der Resonanz und der Reaktionen, die demjenigen, der dieses alles vollbracht hatte, bis zu einem geraumen Zeitabschnitt nach seinem Tode von der Gesellschaft entgegengebracht wurde sowie eine Beschäftigung mit dem, was den Menschen ausmachte, mit dem Wesen desjenigen, der der irdischen Zivilisation ein neues Gesicht gegeben hatte, mit dem Spiegelbild Alexander des Großen in der Antike, gerade zu auf. Vor diesem Hintergrund sollen vorwiegend die wichtigsten Zeugnisse, die zwischen den Anfängen des Hellenismus, also noch zu den Lebzeiten oder bald nach dem Tode des Königs etwa im vierten Jahrhundert v. Chr. und dem Untergang des Römischen Imperiums ungefähr im fünften Jahrhundert n. Chr. ein höheres Maß an Popularität während des Stadiums ihrer Abfassung erlangt hatten, untersucht werden. Dagegen sollen solche Überlieferungsgegenstände, welche innerhalb der dazugehörenden Epoche wenig Beachtung fanden entsprechend knapp abgehandelt werden.
Aus diesem Kontext ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Welche Spiegelung erfuhr Alexander der Große in der gesellschaftlich beachteteren antiken Überlieferung?
Im Zuge der Auswertung einiger unentbehrlicher Quellen, insbesondere der zeitgenössichen Primärquellen und eines weiteren wertvollen Zeugnisses, des `legendenhaften ´Alexanderromans, ergaben sich erwähnenswerte Probleme aufgrund der unzureichenden Quellenlage. Da diese Aufzeichnungen weitgehend verloren sind, können sie nur anhand der späteren, erhaltenen Darstellungen, die aus den verschwundenen Werken entlehnen, rekonstruiert werden.
Im Rahmen des Studiums der Alexanderquellen richtet sich der Blick zunächst auf die literarischen, zeitgenössischen Zeugnisse. Hier sollen die Träger der Primärtradition und ihre Werke in Augenschein genommen werden. Dabei soll jeder Autor gesondert auf die entworfene Projektion Alexanders inquiriert werden. In diesem Zusammenhang sollen die Verfasser vorab jeweils kurz vorgestellt und hinsichtlich ihrer literarischen Schaffenszeit datiert werden. Daneben sollen die Hintergründe, die die einzelnen Gelehrten in Anbetracht ihrer schriftlichen Auseinandersetzung mit Alexander vorfanden wie die Beziehung zum König, die etwaige Teilnahme am Alexanderzug oder andere aufschlussreiche Gegebenheiten, aufgedeckt werden, da diese Gesichtspunkte für eine Einordnung der Autoren und ihrer Ausführungen von Nutzen sind. Anschließend werden weitere Kriterien zur Einschätzung der schreibenden Zeitgenossen Alexanders und ihrer Kundtuungen wie die stilistischen Gepflogenheiten und die erkennbaren Konturen ihrer Zuverlässigkeit erhellt, um dann die in den Sekundärquellen angeführten Aussagen über den König, den entscheidenden Faktor für die Rekonstruierung des Alexanderbildes, zu fokussieren. In den nächsten Abschnitten der Arbeit folgt eine grobe Skizzierung der Porträtierungen Alexanders aus der Feder einiger Rhetoriker und bestimmter Philosophen insbesondere jener, die der peripatetischen Schule angehörten, einer von Aristoteles begründeten interdisziplinären Forschungsgemeinschaft5, wobei auch hier gegebenenfalls die Entstehungsbedingungen der ebenfalls großteils verlorenen Schriften erörtert werden, falls dadurch Kenntnisse zur Standortbestimmung der behandelten Überlieferungsgegenstände gewonnen werden. Daraufhin werden die maßgeblichen Befunde über Alexander, die den wichtigsten, späteren, sekundären, erhaltenen historiographischen Zeugnissen entnommen werden können, knapp umrissen ohne dabei tiefer in diese Reflexion einzutauchen. Fortan soll die antike Fassung des sogenannten Alexanderromans, das heißt des verlorenen in mehreren Rezensionen verbreiteten und in 35 Sprachen übersetzten Werkes mit dem ursprünglichen Titel `Leben und Taten des Makedonen Alexander´6, das eine Fülle legendärer Stoffe bündelt, die zum Teil als „Sagen vom Welteroberer und seinen gewaltigen Taten“7 sichtbar werden, in ihren Tendenzen erschlossen werden. Diesbezüglich soll den Spuren der frühen griechischen Version nachgegangen werden, soweit dies möglich ist, um dann die Schilderungen über Alexander herauszufiltern und im Kern darzulegen. Die Quintessenz der zentralen Ergebnisse dieser Betrachtung der Resonanz Alexanders des Großen in der Antike fließen in die Schlussbetrachtung dieser Arbeit ein.
2. Die bedeutendsten Autoren der Primärtradition
Wenngleich in den Fragmenten der griechischen Historiker 30 Autoren aufgelistet werden, die über Alexander schrieben8, so bieten nur neun davon genügend inhaltliche Verknüpfungen mit Alexander, die versprechen, detaillierte Einsichten über den König in Erfahrung zu bringen.9 Diese neun Verfasser werden im folgenden intensiv durchleuchtet.
[...]
1 vgl. Gehrke, 9f.
2 vgl. Atkinson, 130.
3 vgl. Polyb. 29, 21, 1-6; Arr. anab. 7, 30, 1, zit. n. Lauffer, 212; Liv. 45, 9, 5-7; 42, 52, 14, zit. n. Bellen, 868, 871.
4 vgl. Schachermeyer, 479ff.
5 Gehrke, 87.
6 Schänzer, 42.
7 Seibert, 220.
8 Jacoby (1929), 622ff.
9 Meister (1989), 63.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Presse im Dritten Reich: die totale Gleichschaltung?
Author: Lauren BartelsCommunications - Media History, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
FOUCAULT und die Begriffe Macht und Widerstand
Author: Dr. Jürgen BuddeSociology - Classics, Basics and Theoretical Directions, 2000 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Der 17. Juni 1953 und das Ministerium für Staatssicherheit
Author: Christian StrobeltHistory - Postwar Period, Cold War, 2004 Download as PDF-file for 22,99 EUR
Die Disziplinarmacht. Der Machtbegriff von Michel Foucault.
Author: Magister Artium Roland SonntagSociology - Classics, Basics and Theoretical Directions, 2001 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Der 17. Juni 1953 - Charakter, Ziele und Sozialprofil
Author: Annett MeiritzHistory - Postwar Period, Cold War, 2001 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Zivilcourage fördern - aber wie?
Author: Britta WertenbruchPedagogy - Pedagogic Sociology, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Sportsponsoring am Beispiel des 31. Reitturniers in Panitzsch / Cunnersdorf 2001
Author: Antje VisserCultural Studies, 2000 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Die Sozialdemokratie unter dem Sozialistengesetz - Die Gründe für das paradoxe Erstarken einer politischen und sozialen Bewegung 1878-1890
Author: Jens WittigHistory - Modern Times, Absolutism, Industrialization, 2007 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: