Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
"Schöne leere Bilder" - Videoclipästhetik und Oberflächendiskurs am Beispiel der... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

"Schöne leere Bilder" - Videoclipästhetik und Oberflächendiskurs am Beispiel der Clips und Filme David Finchers

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 45 Pages
Author: Arno Schumacher
Subject: Film Science

Details

Event: Kino als Ort der Diskursivierung gesellschaftlicher Befindlichkeit - am Beispiel der "Alien" - Tetralogie
Institution/College: University of Hamburg (Institut für Germanistik II - Medienkultur)
Tags: Schöne, Bilder, Videoclipästhetik, Oberflächendiskurs, Beispiel, Clips, Filme, David, Finchers, Kino, Diskursivierung, Befindlichkeit, Beispiel, Alien, Tetralogie
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 45
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V20327
ISBN (E-book): 978-3-638-24232-5

File size: 556 KB


Excerpt (computer-generated)

„SCHÖNE LEERE BILDER?“

 Institut für Germanistik, Medienkultur, im Seminar
 „ Kino als Ort der Diskursivierung gesellschaftlicher Befindlichkeit –
am Beispiel der „Alien“-Tetralogie“
an der Universität Hamburg
 Sommersemester 2003.

Arno Schumacher

 

Inhalt

1. Einleitung  3

2. Musikvideoclips und ihre Entstehung  4
2.1. Betreffend das Wort „Video“  4
2.2. Musikvideoclips als popkulturelles und ökonomisches Phänomen  5

3. David Finchers Musikvideos  18
3.1. Videoclips für Paula Abdul  18
3.2. Videoclips für Madonna  23

4. Funktionen von Oberflächen in David Finchers Videoclips und Filmen  29
4.1. Der Übergang vom Clip zum Film  29
4.2. Oberflächen in Se7en  32

5. Fazit  41

6. Quellen  44

 

„There′s no TV! Have you seen a TV Mike? I haven′t seen a TV. 
Do you know what it means when there′s no TV? - No MTV!“

- Sam Emerson in The Lost Boys (1987)

 

1. Einleitung

In der Filmkritik kam in den 1990er Jahren das Wort Videoclipästhetik in Mode. Gemeint waren damit meist sc hnell geschnittene, actionreiche so genannte „High Concept“-Filme.1 Seinen Ursprung findet dieses Kino in den Musikvideoclips, die seit Anfang der 1980er Jahre auf MTV gezeigt wurden. Bereits seit den 1980er Jahren haben sich Musikvideos und Werbefilme als Karrieresprungbrett für junge Kinoregisseure und gleichzeitige künstlerische Plattform immer mehr etabliert. Viele Regieanwärter nutzen den Videoclip und den Werbefilm, um sich einen Namen als Gestalter von Kurzfilmen, nichts anderes sind ja die Clips und Werbetrailer, zu machen und sich eine Vita zuzulegen, die es ihnen erlaubt, irgendwann selber einen Spielfilm für das Kino zu inszenieren.

Irgendwann in den 1980er Jahren muss der Begriff einer eigenen, für die Musikvideoclips typischen Ästhetik entstanden sein. Dieser Begriff kann jedoch lediglich als Schlagwort dienen, für eine genaue Beschreibung dieser Entwicklung taugt er nicht.
Um dem Ursprung dieser Tendenz nun etwas näher zu kommen, sollen im Verlauf dieser Arbeit verschiedene Videoclips und Filme zusammengebracht und untersucht werden. Ihre grundlegende Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie alle vom gleichen Regisseur stammen.

Die Wahl fiel deswegen auf den Amerikaner David Fincher, weil sich anhand seiner Arbeiten sehr gut exemplarisch analysieren lässt, wie sich der Übergang der ästhetischen Entwicklung von Videoclips hin zum Spielfilm im Laufe der 1980er und 1990er Jahre vollzogen hat. Von den frühen Musikvideos der Sängerin Paula Abdul aus den Jahren 1988 und 1989, über die für Madonna aus 1989, 1990 und 1993 bis hin zu seinen Spielfilmen (exemplarisch wird hier Se7en (1995) untersucht werden) lässt sich die oben angesprochene Entwicklung nachvollziehen und analysieren. Im Vordergrund soll dabei weniger die persönliche Entwicklung des Regisseurs stehen, sondern vielmehr untersucht werden, in welchem Maße sich aus seinem Werk Rückschlüsse auf eine Reihe von Begrifflichkeiten ziehen lassen, die das Kino der 1990er Jahre entscheidend geprägt haben und wie der Übergang vom Clip zum Kinofilm zu bewerten ist.

Die Untersuchung wird sich dabei zuerst auf die Entstehung der Videoclips und die Entwicklung ihrer ästhetischen Begrifflichkeiten konzentrieren. Von dort ausgehend wird der Übergang zur Untersuchung des Spielfilms Se7en stattfinden. Es wird gezeigt werden, wo sich Parallelen zum Musikvideo finden lassen und in wie fern sich die die ästhetische Entwicklung von den Videoclips ausgehend fortsetzt. Dabei wird vor allem der Begriff der Oberflächen eine Rolle spielen und es wird gezeigt werden, dass sich die Begriffe Oberfläche und Oberflächlichkeit nicht immer gegenseitig bedingen. Der Name David Fincher soll dabei eher als eine Klammer dienen, die es ermöglicht, eine Analyse in einem vertretbaren Umfang vorzunehmen.

2. Musikvideoclips und ihre Entstehung

2.1. Betreffend das Wort „Video“

Mit dem Wort „Video“ (lat. „ich sehe“) werden im Allgemeinen der heute in fast jedem Haushalt in unmittelbarer Nähe des Fernsehers stehende Videorekorder und die zugehörigen Kassetten assoziiert. Dieses Gerät ermöglicht die billige Aufzeichnung und Wiedergabe des Fernsehbildes.
Technisch gesehen arbeitet der Videorekorder ähnlich wie ein Tonbandgerät. Durch einen elektronischen Impuls werden Bild- und Tondaten auf ein Magnetband gespeichert.

Im Unterschied zum lichtempfindlichen Medium Film findet also keine Belichtung statt, und auf einem Videoband wird man auch keine einzelnen Bilder finden. Als Resultat lässt sich festhalten, dass die Aufzeichnung mit dem Videorekorder zwar für den Verbraucher einen ökonomischen Vorteil bietet, weil sie im Vergleich zum Film sehr kostengünstig ist. Die Folge sind jedoch ein starker Qualitätsverlust und im Fall der Benutzung einer Videokamera als Erstaufnahmegerät deutlich veränderte Bildcharakteristika. Diese Vorbemerkungen sollen darauf hinw eisen, dass in der Folge zwar ständig von Videoclips und Musikvideos die Rede sein wird, dies jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass diese Clips immer auch auf Video gedreht werden. Tatsächlich ist es so, dass viele Clipregisseure die ästhetischen Merkma le des Films schätzen und für ihre Arbeit nutzen wollen. Erst nach der Fertigstellung des Clips werden dann für die Ausstrahlung oder den Verkauf Kopien auf Videoband hergestellt.

2.2. Musikvideoclips als popkulturelles und ökonomisches Phänomen

Das Video zu dem Lied „Video Killed The Radio Star“ des One-Hit-Wonders THE BUGGLES war nicht das erste Musikvideo. Es war aber das erste Musikvideo, welches am 1. August 1981 vom neu gegründeten Sender MTV (Music Television) gesendet wurde. Der Grund dafür, dass die Wahl ausgerechnet auf dieses Video fiel, liegt wahrscheinlich eher im Namen des Songs und in der Tatsache, dass es überhaupt ein Video zu diesem Titel gab, begründet, als in der Qualität des Videos. Der Name kam dann auch einer Kampfansage an das bisher für die Verbreitung von Musik zuständige Medium, dem Radio, gleich. Textlich gesehen orientiert sich der Song selber zwar eigentlich eher in eine videokritische Richtung, das hat aber die Macher von MTV nicht gestört und der Titel als Schlagwort genügte ihnen.2 Viel mehr hatte MTV dann für THE BUGGLES allerdings nicht übrig: MTV verweigerte das Senden des zweiten Clips und die Band verschwand von der Bildfläche. Ganz im Gegensatz zu MTV.

[....]


1 „Justin Wyatt (1994) prägte diesen Ausdruck, um sich auf Filme zu beziehen, die in enger Verbindung zu Marketingstrategie n entwickelt wurden und besonders eindrückliche Bilder und leicht zusammenfassbare Geschichten verwenden.“ (zit. nach Eder 2002, S. 163). Deswegen sei hier auch der Hinweis auf die so genannte „Tagline“ gegeben. Als Taglines werden die Ankündigungen auf den Werbeplakaten für Filme genannt. Im High Concept Kino sind die Geschichten der Filme oftmals schon in der Tagline erschöpfend zusammengefasst.

2 Ein Phänomen, dass so nicht nur THE BUGGLES widerfuhr, sondern auch Künstlern von weitaus größerem Bekanntheitsgrad. Bruce Springsteens Lied Born in the USA wird bis heute von vielen Hörern, vor allem auch in seinem Heimatland, als stolze Hymne auf die Vereinigten Staaten von Amerika verstanden. In Wahrheit setzt es sich jedoch kritisch mit dem Vietnamkrieg auseinander. Ein klassischer Fall von Fehlinterpretation und ein Beweis dafür, dass nicht einmal Menschen, deren Muttersprache Englisch ist, den Texten von Popsongs besondere Aufmerksamkeit schenken.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/20327/schoene-leere-bilder-videoclipaesthetik-und-oberflaechendiskurs-am
please wait Please wait