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Termpaper, 2003, 16 Pages
Author: Martin Köhler
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Berlin
Tags: Vor-, Nachteile, Wechselkursanbindung, Wirtschaftsentwicklung, Investition, China
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-24256-1
File size: 227 KB
Die Arbeit versucht zunächst allgemein Vor- und Nachteile flexibler und fester Wechselkurse mit Hilfe der zwei währungspolitischen Grundmodelle herauszuarbeiten. Anhand jüngster Krisen (insbesondere Ostasienkrise) werden mögliche Ursachen für Fehlentwicklungen anderer Transformationsländer aufgezeigt. Schließlich wird unter Bezug auf die "Theorie des optimalen Währungsraumes" der geeignete währungspolitische Weg Chinas infolge des WTO-Beitritts ermittelt.
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Excerpt (computer-generated)
Vor- und Nachteile der chinesischen
Wechselkursanbindung
von Martin Köhler
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung 2
B Hauptteil
1. Die zwei währungspolitischen Grundmodelle 3
2. Vorteile des Flex- und Fixkurssystems 4
3.Die Ostasienkrise – Scheitern von Zwischenlösungen 7
4. Rückbesinnung auf die „two corner solutions“ 8
4.1. Argentinien – Ecke der festen Wechselkurse 8
4.2. Osteuropa und Lateinamerika – Ecke der flexiblen Wechselkurse 8
5.Chinas Währungsoptionen aus der Sicht der Theorie optimaler Währungsräume 9
5.1. Arbeitsmobilität und Reallohnflexibilität 9
5.2. Größe und Offenheit der Volkswirtschaft 10
5.3. Der Diversifikationsgrad des Außenhandelssektors 11
6. Der Entwicklungsstand des nat. Finanzmarktes und die internat. Integration 11
6.1 Das chinesische Finanzsystem 12
C Fazit 13
A Einleitung
In einem sind sich der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan und ehemalige EZBPräsident Wim Duisenberg derzeit einig: Der Dollar muss abwerten. Nicht gegenüber dem Euro, da ist schon genügend getan. Jetzt ist die chinesische Währung dran. Diese „Währung des Volkes“, wie der Renminbi übersetzt heißt, soll endlich aufwerten. Seit 1994 wird sie faktisch von der chinesischen Zentralbank in einem schmalen Band von 8,276 bis 8,28 Yuan zum Dollar gehalten – und das auch durch turbulente Zeiten: während der asiatischen Finanzkrise 1998 hielt Peking dem Abwertungsdruck der Region stand und verhinderte damit die Ausweitung der Abwärtsspirale. Dafür erntete China viel Lob aus dem Westen1. Zuletzt hat die People’s Bank of China jedoch bis zu 600 Mio. Dollar täglich aufkaufen müssen, um das Verhältnis der Währungen im angestrebten Band zu halten. Devisenmarktinterventionen in einer derartigen Größenordnung gehen weit über das Maß hinaus, welches zur Glättung von täglichen Kursschwankungen aufgewandt wird2. Ohne Zweifel würde das freie Walten der Märkte, wie es der amerikanische Finanzminister Snow jüngst forderte, zu einer Aufwertung der chinesischen Währung führen3.
Doch so bewertet der ehemalige EZB-Präsident die Wechselkurspolitik Chinas als eine der größten Gefahren für die wirtschaftliche Erholung in Europa, EU-Kommissionschef Romano Prodi sprach sogar schon von einer „neuen Welle des Protektionismus“. Das konstatierte Problem besteht darin, dass der globale Devisenhandel zurzeit quasi „bipolarer Natur“ ist. Auf der einen Seite steht der Dollar, in dessen Schlepptau sich die manipulierten Währungen Asiens befinden, vom chinesischen Yuan über den japanischen Yen bis zum koreanischen Won. Diese versuchen durch Interventionen, die eigene Währung billig zu machen und dadurch Exportvorteile zu erlangen4. Die andere Seite dieser bipolaren Welt verkörpert der Euro, dessen Kurs weitgehend dem Spiel der Marktkräfte überlassen wird. Der vom Dollar ausgehende Abwertungsdruck entlädt sich denn auch vor allem auf der europäischen Gemeinschaftswährung, wie die vergangenen zwei Jahre zeigen5.
Peking beharrt jedoch darauf, dass es noch nicht reif für eine Liberalisierung des Kapitalverkehrs und einen flexibles Wechselkurssystem sei. Es wird in dieser Position vom Internationalen Währungsfonds bestärkt. Und auch zahlreiche Experten warnen, dass eine Abkehr von der Dollar-Bindung wegen der Schwäche des chinesischen Finanzsystems gefährlich wäre6. Hinzu käme die Tatsache, dass auch westliche Firmen massiv in China investiert wären und daher ebenfalls von der festen Wechselkursanbindung profitieren würden7. Diese Arbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, ob eine Abkehr vom Festkurssystem in der jetzigen Situation für China sinnvoll wäre. Durch die Abschaffung der Kapitalverkehrskontrollen und die Finanzsystemliberalisierung im Rahmen des WTO-Beitritts wird die entsche idende Herausforderung der Zukunft sein, eine geldpolitische Konzeption zu finden, die sowohl eine interne als auch eine externe wirtschafts- und geldpolitische Stabilität ermöglicht. Daher werden zunächst Vor- und Nachteile der währungspolitischen Grundmodelle erarbeitet und mit den strukturellen Gegebenheiten der chinesischen Wirtschaft abgeglichen. Anhand einer kurzen Analyse jüngster Krisen, insbesondere der Ostasienkrise, sollen mögliche Ursachen für Fehlentwicklungen in anderen Transformationsländern aufgezeigt werden, um daraus „ex negativo“ den richtigen Weg für China abzuleiten.
B Hauptteil
1. Die zwei währungspolitischen Grundmodelle
[...]
1 Financial Times Deutschland, 18.07.2003, „China lehnt Yuan-Aufwertung vorerst ab“
2 Damit sind allein im ersten Halbjahr 2003 die Währungsreserven der Bank um weitere 60 Mrd. Dollar auf 346 Mrd. Dollar gestiegen. DER SPIEGEL Nr. 35, 25.08.2003, 61
3Derzeitige Schätzungen bewegen sich zwischen 15 und 40%. DER SPIEGEL Nr. 35, 25.08.2003, 62
4 Financial Times Deutschland, 29.08.2003, „IWF kritisiert asiatische Devisenmanöver“
5 Der handelsgewichtete Dollar-Wechselkurs, der die ausländischen Währungen nach ihrer Bedeutung für den amerikanischen Außenhandel gewichtet, ist seit Anfang 2002 nur um knapp 7 Prozent gefallen. Während der gleichen Zeit wertete jedoch der Euro, der in diesem breiten Dollar-Index mit gut 17 Prozent gewichtet ist, um 27 Prozent auf. Demgegenüber stieg der Yen nur um rund 10 Prozent und der Yuan behielt seine Bindung an den Dollar bei., FAZ Nr. 215, 16.09.2003, 25, „Der Aufwertungsdruck auf Asiens Währungen wird stärker“
6 Financial Times Deutschland, 18.07.2003, „China lehnt Yuan-Aufwertung vorerst ab“
7 Financial Times Deutschland, 18.09.2003, „Streit um asiatische Währungen eskaliert“
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