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Der Erste Kreuzzug - Erfolg oder Misserfolg?

Scholary Paper (Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Constanze Mey
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Proseminar: Der Erste Kreuzzug
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Historisches Seminar)
Tags: Erste, Kreuzzug, Erfolg, Misserfolg, Proseminar, Erste, Kreuzzug
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V20628
ISBN (E-book): 978-3-638-24456-5
ISBN (Book): 978-3-638-72829-4
File size: 230 KB

Abstract

Die Beschäftigung mit den Kreuzzügen erzwingt geradezu eine multiperspektivische Geschichtsbetrachtung, da Kreuzzugsidee und Kreuzzugswirklichkeit immerhin einige Gruppen betrafen. Da wäre die kirchliche Seite mit ihrem Oberhaupt Papst Urban II., der Adel und die dazugehörigen Ritter aber auch das einfache Volk und die Perspektive des byzantinischen Kaisers Alexios. Der Erste Kreuzzug ist also in jeder Hinsicht vielseitig gewesen, womit seine Ambiguität begründet wäre. Mit jedem Wechsel der Perspektive verändert sich die Bewertung von Erfolg oder Misserfolg dieses kriegerischen Unternehmens. Es gibt folglich verschiedene Sichtweisen, die es in dieser Arbeit aufzuzeigen gilt.


Excerpt (computer-generated)

Der Erste Kreuzzug –
Erfolg oder Misserfolg?

 


Verfasserin: Constanze Mey

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Überblick über den Ersten Kreuzzug (1096 – 1099)  3

3. Gründe und Ziele des Ersten Kreuzzuges  8

3.1. Die Bauern und das einfache Volk 10
3.2. Papst Urban I10
3.3. Kaiser Alexios Komnenos I. von Byzanz  12
3.4. Der Adel und die Ritter  13

4. Der Erste Kreuzzug – Erfolg oder Misserfolg?  15

5. Schluss 22

Literaturverzeichnis 24

Quellenverzeichnis  25

 

 


 


1. Einleitung

Die Beschäftigung mit den Kreuzzügen erzwingt geradezu eine multiperspektivische Geschichtsbetrachtung, da Kreuzzugsidee und Kreuzzugswirklichkeit immerhin einige Gruppen betrafen. Da wäre die kirchliche Seite mit ihrem Oberhaupt Papst Urban II., der Adel und die dazugehörigen Ritter aber auch das einfache Volk und die Perspektive des byzantinischen Kaisers Alexios. Der Erste Kreuzzug ist also in jeder Hinsicht vielseitig gewesen, womit seine Ambiguität begründet wäre. Mit jedem Wechsel der Perspektive verändert sich die Bewertung von Erfolg oder Misserfolg dieses kriegerischen Unternehmens. Es gibt folglich verschiedene Sichtweisen, die es in dieser Arbeit aufzuzeigen gilt.

Soll der Erste Kreuzzug bewertet werden, müssen sinnvolle Kriterien geschaffen werden. Dabei bietet es sich an, auf die Gründe, Interessen und Ziele der Beteiligten einzugehen, denn an ihnen lässt sich ersehen, ob die Interessen befriedigt und die gesetzten Ziele erreicht werden konnten. Um den Erfolg des Projektes zu beurteilen, ist es meines Erachtens unumgänglich, sich einen etwas ausführlicheren Überblick über den Ablauf des Kreuzzuges zu verschaffen. Die wesentlichen Anhaltspunkte finden sich häufig im Detail, so dass die für die weitere Bearbeitung erheblichen Einzelheiten auch beachtet werden. Die Bewertung soll aus der Perspektive der Beteiligten und der Zeitgenossen versucht werden, aber auch Meinungen der heutigen Historiker in Betracht ziehen. Unter Berücksichtigung der daraus resultierenden Ergebnisse formuliere ich eine Stellungnahme zur Frage nach dem Erfolg oder Misserfolg des ersten Kreuzzuges.

2. Überblick über den Ersten Kreuzzug (1096 – 1099)

Im März 1095 forderte Papst Urban II. die Vertreter aller westlichen Kirchen auf, am Konzil von Piacenza teilzunehmen. Unter den Besuchern des Konzils befanden sich auch byzantinische Gesandte, die im Auftrag des Kaisers Alexios I. von Byzanz, ein Hilfegesuch an den Papst übermittelten. Alexios bat um Hilfe für die Wiedereroberung Anatoliens.1 Am 18. November 1095 eröffnete Urban in Clermont ein überwiegend von französischen Bischöfen besuchtes Konzil, das als Ausgangspunkt der Kreuzzüge in die Geschichte eingegangen ist. Hier hielt Urban seine berühmte Kreuzzugspredigt, deren Erfolg noch heute unter Historikern kaum bestritten wird. Die Rede ist zwar nicht im genauen Wortlaut überliefert, doch existieren vier nicht authentische Berichte über sie, so dass immerhin die Möglichkeit besteht, den Inhalt einigermaßen zu rekonstruieren. Ich werde mich an der von dem Chronisten Fulcher von Chartres aufgezeichneten Version orientieren, da sie als die zuverlässigste gilt. Urban sprach demnach von der Notwendigkeit, den Brüdern im Osten zu helfen, da Türken und Araber diese angriffen, immer tiefer in das Land der Christen eindrangen und bis in das Gebiet von Romanien vorgestoßen seien. Er berichtete von Schlachten, die die Türken und Araber gegen die östlichen Christen gewannen, von vielen getöteten und gefangengenommenen Christen, von der Zerstörung der Kirchen und der Verwüstung des Landes. Der Papst versprach den Teilnehmern nicht nur die vollständige Sündenvergebung, sondern auch himmlische und weltliche Belohnung. Er forderte sie auf von den ständigen Fehden im eigenen Land gegen Glaubensbrüder abzulassen und in einen rechtmäßigen Krieg zu ziehen.2

Im Anschluss an die Predigt kam es, eingeleitet von der Kreuznahme des Bischofs Adhemar von Le Puy, zu einer regelrechten Massenkreuznahme. Da eine Beteiligung der Könige Europas ausgeschlossen war, ernannte Urban den Bischof zu seinem Legaten. Das bedeutete, dass Adhemar die geistliche Leitung des Kreuzzuges übernahm. Die Frage der weltlichen, militärischen Führung war damit allerdings noch nicht geklärt.

Schon während der Rede sollen die Massen euphorisch „Deus lo volt!“ gerufen haben. Die Begeisterung, die von Clermont ausging, griff schnell auch außerhalb Frankreichs um sich.3 Nicht nur Bischöfe, sondern auch Volksprediger wie z.B. Peter von Amiens warben für den Kreuzzug. Peter sollte der bedeutendste Anführer des Volkskreuzzuges werden, der einige Monate vor dem Aufbruch der Kreuzr itterheere, ab dem Frühjahr 1096, kaum vorbereitet, losmarschierte. Diese Kreuzfahrer waren schlecht bewaffnet und verfügten nicht über ausreichend Geld, um diese weite und relativ kostspielige Reise zu finanzieren. Anscheinend waren die Kirche und Urban nicht in der Lage, ihren Aufbruch zu verhindern, obwohl sie sicherlich nicht die Adressaten des Aufrufes waren. Auf ihrem Weg entlang des Rheins und der Donau über den Balkan nach Konstantinopel, das den Sammelpunkt der Kreuzritterheere darstellen sollte, kam es im Mai/Juni 1096 zu gewaltigen Judenpogromen im Rheinland. Nacheinander beraubten und ermordeten die Kreuzfahrer die Juden in Speyer, Worms, Mainz, Trier und Köln, Neuss, Xanten und in Prag.

[...]


1 Vgl. Dendl, J.: Wallfahrt in Waffen, S. 29f.
2 Vgl. Pernoud, R.: Die Kreuzzüge in Augenzeugenberichten, 21f.
3 Vgl. Mayer, H. E.: Geschichte der Kreuzzüge, S. 13f.


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