Analyse der Rede von Adolf Hitler am 15.03.1938 am Wiener Heldenplatz in Bezug auf Theatralität und Rhetorik

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Details
Autor: Olaf Hahn
Fach: Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Veranstaltung: Schauplätze PS
Institution/Hochschule: Universität Wien (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Jahr: 2002
Seiten: 15
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 173 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-24533-3
ISBN (Buch): 978-3-640-20293-5
Zusammenfassung / Abstract
Bevor ich mit den Recherchen für diese Arbeit begann, hatte ich den Eindruck, das damals die österreichische Bevölkerung, im Gegensatz zu der deutschen, Adolf Hitler abgelehnt hatte. Mir war nie bewusst gewesen wie groß der Zuspruch für diesen Mann in Österreich war. Nach und nach musste ich feststellen, das eine breite Schicht der Bevölkerung an ihn glaubte und Hoffnung in ihn setze. Ich war schockiert die Bilder zu sehen, wo mehrere hunderttausend Menschen die Wiener Straßen säumen und ihrem “Führer” zujubeln. Alle diese Berichte und Bilder versetzt mich in einen kurzen Zustand der Fassungslosigkeit. Wenn man sich vorstellt das Adolf Hitler auf dem Balkon der Wiener Hofburg die Massen mit seinen leeren Versprechungen und seiner ausgefeilten Rhetorik in “seinen Bann” zog und eine breite Masse Begeisterter vermeintlich hinter ihm stand, dann wird einem erst deutlich, in was für einer verzweifelten Lage diese Menschen gewesen seinen mussten. Es ist für mich unwahrscheinlich schwer vorzustellen wie sie in einen so fanatischen Mann wie Hitler ihre Hoffnungen setzen konnten. Mir wurde auch bewusst, wie viel Interessantes man über dieses Thema schreiben kann und ich fand den Rahmen, obwohl ich schon versucht habe ihn durch die Themenstellung einzugrenzen, trotzdem zu klein. Als ich Olaf Hahn von meinem Thema erzählte und unser Gespräch direkt in eine stundenlange Diskussion ausartete, kam uns der Gedanke, das wir ja die Arbeit gemeinsam schreiben können und uns so noch spezifischer mit dem Thema auseinander zu setzen. Gerade bei diesem Thema ist es besonders produktiv noch jemanden an seiner Seite zu haben mit dem man sich austauschen kann und durch den man objektiv bleibt. Diese Arbeit soll einmal mehr verdeutlichen, wie leicht es anscheinend ist, eine große Masse von Menschen, durch eine perfekt inszenierte und durchgedachte Propaganda, zu beeinflussen. Menschen die sich nach Veränderung und einer besseren Zukunft gesehnt haben und durch ihre Blindheit und Unwissenheit zu einem der schrecklichsten Verbrechen dieses Jahrtausends beigetragen haben.
Textauszug (computergeneriert)
Analyse der Rede von Adolf Hitler am 15.03.1938
am Wiener Heldenplatz, in Bezug auf Theatralität und Rhetorik
von: Olaf Hahn
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ... 2
2. Geschichtlicher Hintergrund ... 3
3. Die Inszenierung der Kundgebung Adolf Hitlers auf dem Wiener Heldenplatz am 15. März 1938 ... 5
4.Rhetorik der Rede A. Hitlers am 15.03.1938 am Wiener Heldenplatz ... 7
5. Auswirkung der Rede von Adolf Hitler auf die Wiener Bevölkerung und Wiener Zeitungen ... 11
Literaturliste ... 13
Vorwort
Bevor ich mit den Recherchen für diese Arbeit begann, hatte ich den Eindruck, das damals die österreichische Bevölkerung, im Gegensatz zu der deutschen, Adolf Hitler abgelehnt hatte. Mir war nie bewusst gewesen wie groß der Zuspruch für diesen Mann in Österreich war. Nach und nach musste ich feststellen, das eine breite Schicht der Bevölkerung an ihn glaubte und Hoffnung in ihn setze. Ich war schockiert die Bilder zu sehen, wo mehrere hunderttausend Menschen die Wiener Straßen säumen und ihrem “Führer” zujubeln. Alle diese Berichte und Bilder versetzt mich in einen kurzen Zustand der Fassungslosigkeit. Wenn man sich vorstellt das Adolf Hitler auf dem Balkon der Wiener Hofburg die Massen mit seinen leeren Versprechungen und seiner ausgefeilten Rhetorik in “seinen Bann” zog und eine breite Masse Begeisterter vermeintlich hinter ihm stand, dann wird einem erst deutlich, in was für einer verzweifelten Lage diese Menschen gewesen seinen mussten. Es ist für mich unwahrscheinlich schwer vorzustellen wie sie in einen so fanatischen Mann wie Hitler ihre Hoffnungen setzen konnten.
Mir wurde auch bewusst, wie viel Interessantes man über dieses Thema schreiben kann und ich fand den Rahmen, obwohl ich schon versucht habe ihn durch die Themenstellung einzugrenzen, trotzdem zu klein. Als ich Olaf Hahn von meinem Thema erzählte und unser Gespräch direkt in eine stundenlange Diskussion ausartete, kam uns der Gedanke, das wir ja die Arbeit gemeinsam schreiben können und uns so noch spezifischer mit dem Thema auseinander zu setzen. Gerade bei diesem Thema ist es besonders produktiv noch jemanden an seiner Seite zu haben mit dem man sich austauschen kann und durch den man objektiv bleibt. Diese Arbeit soll einmal mehr verdeutlichen, wie leicht es anscheinend ist, eine große Masse von Menschen, durch eine perfekt inszenierte und durchgedachte Propaganda, zu beeinflussen. Menschen die sich nach Veränderung und einer besseren Zukunft gesehnt haben und durch ihre Blindheit und Unwissenheit zu einem der schrecklichsten Verbrechen dieses Jahrtausends beigetragen haben.
2. Geschichtlicher Hintergrund
Hitler war entschlossen das Jahr 1938 wieder zu einem Jahr der Aktivität und des Vorwärtsdringens zu machen. Hinter ihm lagen Monate der Überlegungen und des Zurückhaltens. Das Jahr 1937 hatte weder Innen- noch außenpolitisch größere Aktionen erbracht. Nichts hatte sich ereignet, was Hitler als einer “großen Zeit” würdig betrachtet hätte. Die “Zeit der Überraschungen” die er am 30. Januar 1937 bei einem Parteitag für beendet erklärt hatte, sollte wieder beginnen. Er wollte das Jahr 1938 dafür nutzen sich das Innere Deutschland zu stärken, um von dort aus ungehindert operieren zu können. Zunächst schaltete er seine einzigen potentiellen Gegner, die er in Deutschland noch besaß, aus: die reaktionären Generäle. Er entmachtete sie und erklärte sich selber zum Führer der Wehrmacht. Nun hatte er freie Hand sich auf die Außenpolitik zu konzentrieren. Hitler suspendierte den Außenminister und ersetzt ihn durch einen ihm hörigen Mann und führte von nun an die Außenpolitik völlig allein.1 Um seine Absichten öffentlich zu verstärken, berief er die deutschen Botschafter von Rom, Tokio und Wien ab. Besonderen Stellenwert hatte dabei die Abrufung des deutschen Botschafters in Wien. Es sollte zeigen, dass von nun an in Österreich eine Umwälzung vollzogen werden sollte.
[...]
1 Vgl. Domarus, Max: Hitlers Reden von 1932 bis 1945, Dortmund, Löwit Verlag, 1971, S. 19
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