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Transmission monetärer Impulse aus portfoliotheoretischer Sicht

Seminararbeit, 2003, 20 Seiten
Autor: Arne Ahrens
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Veranstaltung: Geld- und Kredittheorie
Institution/Hochschule: Christian-Albrechts-Universität Kiel (Institut für VWL)
Tags: Transmission, Impulse, Sicht, Geld-, Kredittheorie
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V20876
ISBN (E-Book): 978-3-638-24638-5

Dateigröße: 91 KB


Textauszug (computergeneriert)

Seminar :
Geld- und Kredittheorie
WS 2002 / 2003

„Transmission monetärer Impulse aus portfoliotheoretischer Sicht“

Ahrens Arne

 

Gliederung

1. Einleitung 3
1.1 Transmission monetärer Impulse im traditionellen, keynesianischen IS/LM-Modell 3
1.2 Überblick über die Transmissionskonzepte 4

2. Portfoliotheoretischer Transmissionsprozess 6
2.1 Tobin’s q – der entscheidende Hebel 6
2.2 Effekte innerhalb des Transmissionsprozesses 9
2.2.1 Vermögensstruktur- oder Risikoeffekt 9
2.2.2 Vermögensniveaueffekt 12
2.2.3 Substitutions- oder Zinseffekt 13

3. Beispielhafte Transmissionsprozesse 14
3.1 Monetäre Impulse 14
3.1.1 Steigerung der korrigierten Basis 14
3.1.2 Senkung des Refinanzierungssatzes 15
3.1.3 Offenmarktgeschäfte 16
3.2 Staatsschuldenpolitik 16
3.2.1 Staatsschuldenniveaupolitik 16
3.2.2 Staatsschuldenstrukturpolitik 17

4. Zusammenfassung und Fazit 18

Symbolverzeichnis 2

Tabelle 1: Systematik der Transmissionsansätze 5

Literaturverzeichnis 19

Symbolverzeichnis
Bk à korrigierte Geldbasis
BSt à Kurswert der verzinslichen staatlichen Wertpapiere in Händen der Privaten
E à Nettoeinnahmen von bereits vorhandenem und neu zu produzierendem Sachvermögen
I à Investitionen
i à Kapitalmarktzinssatz
M à Geldmenge bzw. Geldbasis
MEC à marginal efficiency of capital (= R)
P à gesamtwirtschaftliches Preisniveau
PI à Preis für eine Einheit neu produzierten Sachvermögens
PSV à Marktwert oder Marktpreis einer Einheit bereits existierenden Sachvermögens
PWP à Preis für festverzinsliche Wertpapiere, Kurswert
R à Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, interner Zinsfuß
r à Mindestreservesatz
rM à nicht geldlicher Ertragssatz des Geldes
rSV à Rendite für vorhandenes Sachvermögen, supply price of capital
S à Risiko
U à Nutzen
V à Nettovermögen des privaten Sektors
Yn à nominales Volkseinkommen
z à Refinanzierungssatz

 

1. Einleitung

Die Transmission monetärer Impulse aus portfoliotheoretischer Sicht soll in dieser Ausarbeitung das Thema sein. Die portfoliotheoretische Sicht geht auf James Tobin (1969) zurück und wird daher auch als Tobin’s Sicht bezeichnet. Bei der Transmission monetärer Impulse geht es darum den „Brückenschlag“1 zwischen dem monetären Bereich einer Volkswirtschaft, wo Geldnachfrage und Geldangebot aufeinandertreffen, und dem real- bzw. güterwirtschaftlichen Bereich zu vollziehen. Es wird versucht zu klären, ob und über welche Kanäle die Konsum- und Investitionsnachfrage auf monetäre Impulse reagiert. Im portfoliotheoretischen Ansatz wird allerdings auf die Betrachtung von Konsumgütern verzichtet und auch das Humankapital wird außer Acht gelassen. Trotzdem erhalten wir Aufschlüsse darüber, in welchem Maße geldpolitische Maßnahmen für die Erreichung wirtschaftspolitischer Ziele angewendet werden können.

1.1 Transmission monetärer Impulse im traditionellen, keynesianischen IS/LM-Modell

Zum Verständnis ist es hilfreich sich das traditionelle, keynesianische IS/LMModell noch einmal vor Augen zu führen. Dieses ging den neueren Transmissionstheorien voraus. In diesem Model bewirkt ein expansiver monetärer Impuls, wie beispielsweise eine Geldmengenerhöhung, eine Senkung des Kapitalmarktzinssatzes i. Diese führt direkt über die Investitionsfunktion 

I = I ( i ) , mit dI / di < 0 (1)

zu einem Anstieg der Investitionsgüternachfrage. Die Investitionsfunktion ergibt sich daraus, dass die Unternehmen die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals R2, die gleichbedeutend mit dem internen Zinsfuß einer Investition ist, mit dem Zinssatz für alternative Finanzanlagen i, also dem Kapitalmarktzinssatz, vergleichen. Diese Finanzanlagen sind beispielsweise staatliche Bonds. Bei sinkendem Zinssatz für Finanzanlagen steigt die Zahl sich lohnender Investitionsprojekte, deren „Verzinsung“ die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals R ist und nun über dem Kapitalmarktzins liegt R > i. Die Nachfrage nach Investitionen nimmt zu.

Implizit wird ein risikoneutraler Anleger bzw. Investor unterstellt, der in seiner Investitionsentscheidung die unterschiedlichen Risiken von Finanzanlagen und unternehmerischen Investitionen nicht berücksichtigt. Außerdem wird angenommen, dass Finanzanlagen und vorhandenes Sachvermögen perfekte Substitute sind, da die Rendite des neuproduzierten Sachvermögens (Investitionen) nicht mit der Rendite für vorhandenes Sachvermögen rsv verglichen wird, sondern mit der Rendite alternativer Finanzanlagen i. Diese beiden Annahmen werden im portfoliotheoretischen Transmissionsprozess aufgehoben.

Ist die Annahme eines risikoneutralen Anlegers realistisch? Wäre nicht Risikoaversion passender? Sind Finanzvermögen und vorhandenes Sachvermögen wirklich perfekte Substitute? Gibt es überhaupt ein Substitutionsverhältnis und wenn ja, wie ausgeprägt ist es? Diese beiden kritisch betrachteten Annahmen werden im portfoliotheoretischen Transmissionsprozess aufgegriffen und anschließend aufgehoben.

1.2 Überblick über die Transmissionskonzepte

In der Literatur sind verschiedene Ansätze zu finden, wie die Transmission monetärer Impulse in den güterwirtschaftlichen Bereich abläuft. Grundsätzlich können wir aber zwei wesentliche Ansätze unterscheiden, die jeweils über zwei Varianten verfügen4. Das ist zum einen der kredittheoretische Ansatz und zum anderen der vermögenstheoretische Ansatz.
Beim kredittheoretischen Ansatz wird die Kreditgewährung in den Vordergrund gestellt.

[....]


1 Duwendag, Seite 161

2 Die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals R kann auch als „marginal efficiency of capital (MEC) bezeichnet werden.

3 rSV wird auch als “supply price of capital” bezeichnet. Borchert, Seite119

4 siehe dazu Tabelle 1 auf Seite 5


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