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Termpaper, 2004, 20 Pages
Author: Uwe Schwender
Subject: Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Details
Institution/College: Martin Luther University (Sportwissenschaft)
Tags: Aufgaben, Ziele, Seniorensports, Diplomprüfung, Lehrpraktischen, Bewegung, Sport, Altenheim
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-24643-9
ISBN (Book): 978-3-638-91964-7
File size: 85 KB
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Abstract
In Deutschland steigt der Anteil der Senioren in der Bevölkerung kontinuierlich an. Knapp ein Viertel der Gesamtpopulation (23 %) stellen bereits heute die über 60jährigen. Darüber hinaus nahm die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten immer weiter zu. Für die Männer, die zurzeit geboren werden, beträgt sie 74,4 und für die Frauen 80,5 Jahre. Das statistische Bundesamt ermittelte dazu eine Prognose für das Jahr 2050. Demnach soll dann jeder Dritte (35,8 %) in Deutschland über 60 Jahre alt sein (vgl. Statistisches Bundesamt 2000). Ein längeres Leben bedeutet jedoch nicht zwangsläufig hinzugewonnene gesunde Lebensjahre. Körperliche Beschwerden und Behinderungen können ebenfalls zunehmen, so dass die Versorgung und Pflege alter Menschen längerfristig in unserer Gesellschaft ein bedeutendes Problem sein wird. In diesem Sinn kann der Seniorensport zur Bewältigung von Aufgaben, die durch das Alter gestellt werden, beitragen. Früher war dieser Sport fast ausschließlich auf Turnvereine beschränkt. Erst seit einiger Zeit findet man Gymnastikprogramme für ältere Menschen auch in Sport- und Wohlfahrtsverbänden. Altenheime und geriatrische Einrichtungen erkannten ebenfalls das Potential für Prävention, Rehabilitation und Therapie, das der Seniorensport leisten kann und begannen mit Vereinen zusammenzuarbeiten (Kruber 1999, 3).
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität
Halle - Wittenberg
Institut für Sportwissenschaft
Ausführliche Stundenkonzeption
- Lehreignung -
Diplomstudiengang A 1
Aufgaben und Ziele des Seniorensports
Thema:
„Schulung der Rhythmisierungsfähigkeit und der kognitiven
Fähigkeiten durch die Erarbeitung eines Sitztanzes“
Materialien: Bälle, Reifen, Chiffontücher, verschiedene kleine Materialien,
Musik-CDs: Gesellige Tänze und Mixer „Neuer Klapptanz“,
„Rennsteiglied“, Stereoanlage
Uwe Schwender
15.01.2004
Gliederung:
1 Aufgaben und Ziele des Seniorensports ... 3
2 Spezielle Probleme im Alten- und Pflegeheim ... 5
3 Charakterisierung der Gruppe ... 8
3.1 Rahmenbedingungen ... 8
3.2 Indikationen ... 9
3.3 Gruppendynamik, soziale Probleme, materielle Voraussetzungen ... 10
4 Didaktisch methodische Vorüberlegungen ... 10
4.1 Allgemeine pädagogische Leitlinien ... 10
4.2 Aufbau und Gestaltung einer Seniorensportstunde ... 11
4.3 Begründung des Stundenthemas und Einordnung in ein längerfristiges Konzept ... 12
4.4 Stundenverlauf ... 13
4.4.1 Einleitung ... 13
4.4.2 Hauptteil ... 14
4.4.3 Schlussteil ... 16
5 Literaturverzeichnis ... 17
Anhang: Tabellarische Stundenkonzeption
1 Allgemeine Aufgaben und Ziele des Seniorensports
In Deutschland steigt der Anteil der Senioren in der Bevölkerung kontinuierlich an. Knapp ein Viertel der Gesamtpopulation (23 %) stellen bereits heute die über 60jährigen. Darüber hinaus nahm die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten immer weiter zu. Für die Männer, die zurzeit geboren werden, beträgt sie 74,4 und für die Frauen 80,5 Jahre. Das statistische Bundesamt ermittelte dazu eine Prognose für das Jahr 2050. Demnach soll dann jeder Dritte (35,8 %) in Deutschland über 60 Jahre alt sein (vgl. Statistisches Bundesamt 2000). Ein längeres Leben bedeutet jedoch nicht zwangsläufig hinzugewonnene gesunde Lebensjahre. Körperliche Beschwerden und Behinderungen können ebenfalls zunehmen, so dass die Versorgung und Pflege alter Menschen längerfristig in unserer Gesellschaft ein bedeutendes Problem sein wird. In diesem Sinn kann der Seniorensport zur Bewältigung von Aufgaben, die durch das Alter gestellt werden, beitragen.
Früher war dieser Sport fast ausschließlich auf Turnvereine beschränkt. Erst seit einiger Zeit findet man Gymnastikprogramme für ältere Menschen auch in Sport- und Wohlfahrtsverbänden. Altenheime und geriatrische Einrichtungen erkannten ebenfalls das Potential für Prävention, Rehabilitation und Therapie, das der Seniorensport leisten kann und begannen mit Vereinen zusammenzuarbeiten (Kruber 1999, 3).
Bei der Betrachtung gesundheitlicher und psychosozialer Aspekte kommt dem Alterssport eine große Bedeutung zu. Dennoch findet man nur eine relativ kleine Anzahl von Senioren, die sich sportlich betätigen. Ein gravierendes Problem ist, dass in unserer Gesellschaft in den Köpfen das Stigma von „Alt sein“ mit einem schicksalhaften Prozess des irreversiblen Rückgangs der körperlichen, psychischen und sozialen Fähigkeiten verknüpft ist. Dieses negative Altersbild trägt dazu bei, dass nur wenige Senioren motiviert sind Sport zu treiben. Auch werden alte Menschen häufig durch Ärzte und Familienangehörige eher zur Schonung oder zu passiven Therapiemaßnahmen aufgefordert, obwohl dosierte aktive Bewegung das bessere Mittel wäre. Dies kann zu einem Circulus vitiosus führen, in dem die alten Menschen verstärkt in die Passivität gedrängt werden. Dadurch nimmt sowohl ihre körperliche als auch geistige Leistungs- und Anpassungsfähigkeit sehr rasch ab. Sie sind sich ihrer einstigen Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht mehr sicher und büß en schließlich auch an Selbstvertrauen ein.
Das Wissen, dass auch im Alter funktionelle Anpassungsmechanismen erhalten bleiben und man Abbauprozesse durch Förderung im kognitiven, physischen und psychosozialen Bereich verlangsamen kann, ist in unserer Gesellschaft nur ungenügend vorhanden.
Die Aufgaben und Ziele im Seniorensport lassen sich unter dem Begriff der Gesundheitsförderung zusammenfassen.
Klingenberger (1996, 261) formuliert die Intentionen des Altensports aus einer ganzheitlichen biopsychosozialen Betrachtungsweise wie folgt:
- „Der Altensport soll die zunehmende Bewegungsarmut ausgleichen.
- Er soll die motorischen und körperlichen Fähigkeiten schulen.
- Durch Angebote des Altensports sollen die Koordinations- und Merkfähigkeiten alter Menschen trainiert werden.
- In der Konsequenz fördert der Altensport das Selbstwertgefühl.
- Schließlich dient der Altensport auch noch der Pflege der sozialen Kontakte.“
Natürlich ist das Altwerden unvermeidlich mit Verlusten verbunden, die jedoch akzeptiert und gemeistert werden müssen.
Auf physischer Ebene können durch funktionelle Anpassungsmechanismen, die auf einer regelmäßigen und gezielten sportlichen Aktivität basieren, der Stütz- und Bewegungsapparat gekräftigt, die Herz- Kreislauftätigkeit ökonomisiert sowie die Brustkorbbeweglichkeit verbessert werden. Durch ein langes Erhalten der Alltagsmotorik und Handlungskompetenz kann die Bewältigung von den Aktivitäten des täglichen Lebens, wie Treppensteigen, Einkaufen, Arbeiten im Haushalt etc. ermöglicht werden.
Darüber hinaus können im Alterssport neben der Verbesserung von Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Aufbau von psychischen und sozialen Ressourcen erwartet werden. Durch Erfolgserlebnisse und Spaß am Sport lässt sich das Selbstvertrauen stärken; Sport kann zur Lebensfreude beitragen und damit das psychische Wohlbefinden verbessern. Auch kommt es durch gemeinsame Bewegungsaktivitäten in einer Gruppe zu vermehrten Sozialkontakten, die einer Vereinsamung im Alter vorbeugen. Mit der Einbindung in eine soziale Unterstützung gebende Gemeinschaft wird ein neues soziales Bezugssystem eingerichtet, eine gesündere Lebensweise vermittelt und dadurch auf mögliche vorhandene Risikofaktoren eingewirkt.
Kolb (1995, 41) möchte die Senioren aus ihren eigenen Kräften heraus dazu befähigen „die anstehenden krisenhaften Belastungen des Alterns positiv zu lösen und eine neue Perspektive für das eigene Leben zu entwerfen“.
Die übergeordnete Aufgabe des Seniorensports ist es, die Ressourcen jedes einzelnen zu stärken. Dabei geht es um personale, psychische und soziale Ressourcen, die zu einer Erweiterung von Handlungskapazitäten und dadurch zur Bewältigung von Lebenssituationen beitragen. Kolb (1995, 42) sieht die Aufgaben des Altensports in einer umfassenden Altenbildung, die eine „flexible, anpassungsfähige und kreative Persönlichkeit zum Ziel hat und zur Gestaltung der gegenwärtigen Lebensphase fähig ist.“
2 Spezielle Zielsetzungen von Sportangeboten im Alten- und Pflegeheim
Die Aufgaben und Intentionen von Bewegungsangeboten in geriatrischen Einrichtungen stehen, wie auch im Seniorensport, unter einem ganzheitlich ausgerichteten Konzept.
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