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Scholary Paper (Seminar), 2001, 25 Pages
Author: Udo Seelhofer
Subject: German Studies - Genres
Details
Institution/College: University of Vienna (Institut für Germanistik)
Tags: Kabarett, Exemplarische, Beispiele, Proseminar, Ballade, Bänkelsang, Prozestsong
Year: 2001
Pages: 25
Grade: 2
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11289-5
ISBN (Book): 978-3-638-63771-8
File size: 243 KB
Hier werden einige Kabarettprogramme analysiert und auf ihre Parallelen hin untersucht.358 KB
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Abstract
Das Thema dieser Seminararbeit lautet: ,,Kabarett: Exemplarische Beispiele". Ich habe es mir hier zur Aufgabe gemacht, einige österreichische Kabarettisten miteinander zu vergleichen. Als Ausgangspunkt verwende ich verschiedene - meiner Ansicht nach prägnante - Kabarettprogramme, von denen heute noch einige vielen Menschen ein Begriff sind. Der Schwerpunkt wird allerdings auf zwei Texten liegen, und zwar auf ,,Der Herr Karl" von Helmut Qualtinger und Carl Merz, und auch Joseph Haders ,,Im Keller", welcher des öfteren als zeitgemäße Antwort auf den erstgenannten angesehen wird. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt demnach auf der Beziehung dieser beiden Programme, so wie Qualtingers Einfluss auf Hader im Einzelnen und die jüngere Tradition des österreichischen Kabaretts im Allgemeinen. Des weiteren möchte ich noch auf eine Handvoll andere Künstler (Dorfer, Bisenz, u. a.) eingehen. Den Anfang macht aber ein kurzer historischer Überblick, da ich der Ansicht bin, dass man das Thema nur im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte dieses Zweiges der Kunst richtig verstehen kann. Ein eigenes Kapitel werden Parodie und Lyrik (z. B. musikalische Darstellung) bilden, wobei ich hier verstärkt auf Alexander Bisenz und Josef Hader Bezug nehme. Auch das Kabarett in den modernen Medien soll in einem eigenen Teil behandelt werden, wobei ich an dieser Stelle vor allem auf den Film ,,Muttertag" eingehen will. Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich leider lange nicht alle Texte und Kabarettisten in diese Seminararbeit aufnehmen konnte, die ursprünglich eingeplant waren (vor allem Darsteller aus Deutschland müssen im Rahmen dieses Textes fast gänzlich außen vor bleiben, da das Thema sonst zu unübersichtlich werden würde). Daher ist meine Auswahl natürlich sehr subjektiv, und falls sie hier einige Persönlichkeiten vermissen sollten, dann habe ich diejenigen nicht aus einer persönlichen Antipathie heraus weggelassen, sondern nur, weil das Stoffgebiet ansonsten zu umfangreich geworden wäre. Das Kabarett (frz. cabaret: „Schenke“) ist eine Mischform der darstellenden Kunst, welche einige Elemente der Literatur, des Theaters und der Musik in sich vereint.
Excerpt (computer-generated)
Universität Wien
Institut für Germanistik
Hausarbeit zum
Proseminar: Ballade, Bänkelsang, Prozestsong
Kabarett: Exemplarische Beispiele
von
Udo Seelhofer
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. Historischer Überblick
3. Helmut Qualtingers ,,Der Herr Karl"
3.1 Allgemeines
3.2 Karls Charakter
3.3 Karls Hauptstationen
3.4 Inhalt des Stückes
3.5 Pressestimmen und Reaktionen
4. Josef Haders ,,Im Keller"
4.1 Allgemeines
4.2 Charakter der Hauptfigur
4.3 Hauptstationen des Protagonisten und
Inhalt des Stückes
4.4 Pressestimmen
5. Vergleich zwischen Helmut Qualtingers ,,Herrn Karl" und Josef Haders ,,Im Keller" mit besonderer Bezugnahme auf die dort dargestellten Beziehungen zum anderen Geschlecht
6. ,,Atompilz von Links"
7. ,,Sein und Schwein"
8. ,,Alles Gute"
9. ,,Ohne Netz"
10. Kabarett in den modernen Medien
10.1 Film und Fernsehen
10.1.1 Der ,,Herr Karl"
10.1.2 ,,Im Keller"
10.1.3 ,,Muttertag"
10.1.4 ,,Indien"
10.1.5 ,,Freispiel"
10.1.6 ,,MA 2412"
11. Kabarett und Musik
12. Defiktionalisierung durch Publikumsanrede
Bibliographie
1. EINLEITUNG
Das Thema dieser Seminararbeit lautet: ,,Kabarett: Exemplarische Beispiele". Ich habe es mir hier zur Aufgabe gemacht, einige österreichische Kabarettisten miteinander zu vergleichen. Als Ausgangspunkt verwende ich verschiedene - meiner Ansicht nach prägnante - Kabarettprogramme, von denen heute noch einige vielen Menschen ein Begriff sind.
Der Schwerpunkt wird allerdings auf zwei Texten liegen, und zwar auf ,,Der Herr Karl" von Helmut Qualtinger und Carl Merz, und auch Joseph Haders ,,Im Keller", welcher des öfteren als zeitgemäße Antwort auf den erstgenannten angesehen wird.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt demnach auf der Beziehung dieser beiden Programme, so wie Qualtingers Einfluss auf Hader im Einzelnen und die jüngere Tradition des österreichischen Kabaretts im Allgemeinen.
Des weiteren möchte ich noch auf eine Handvoll andere Künstler (Dorfer, Bisenz, u. a.) eingehen.
Den Anfang macht aber ein kurzer historischer Überblick, da ich der Ansicht bin, dass man das Thema nur im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte dieses Zweiges der Kunst richtig verstehen kann.
Ein eigenes Kapitel werden Parodie und Lyrik (z. B. musikalische Darstellung) bilden, wobei ich hier verstärkt auf Alexander Bisenz und Josef Hader Bezug nehme. Auch das Kabarett in den modernen Medien soll in einem eigenen Teil behandelt werden, wobei ich an dieser Stelle vor allem auf den Film ,,Muttertag" eingehen will.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich leider lange nicht alle Texte und Kabarettisten in diese Seminararbeit aufnehmen konnte, die ursprünglich eingeplant waren (vor allem Darsteller aus Deutschland müssen im Rahmen dieses Textes fast gänzlich außen vor bleiben, da das Thema sonst zu unübersichtlich werden würde). Daher ist meine Auswahl natürlich sehr subjektiv, und falls sie hier einige Persönlichkeiten vermissen sollten, dann habe ich diejenigen nicht aus einer persönlichen Antipathie heraus weggelassen, sondern nur, weil das Stoffgebiet ansonsten zu umfangreich geworden wäre.
2. HISTORISCHER ÜBERBLICK
Das Kabarett (frz. cabaret: „Schenke“) ist eine Mischform der darstellenden Kunst, welche einige Elemente der Literatur, des Theaters und der Musik in sich vereint.
Es entwickelte sich als literarisches Kabarett aus den „Cabarets chantants“, den Künstlerkneipen aus dem Pariser Stadtviertel Montmartre, wo R. Salis das „Chat noir“ 1881 eröffnete. 1901 folgte Deutschland mit dem „Überbrettl“, gegründet von E. von Wolzogen nach, erwähnenswert sind auch die „Elf Scharfrichter“ (z. B. O. Falckenberg). Bestandteile waren Chansons, Tänze, Sketches und Parodien, die durch die Ansagen eines Conférenciers miteinander verbunden wurden.
Mit der Zeit tendierte man immer mehr in Richtung Revue. Erfolgreiche Volkskomiker dieser Zeit (nach dem ersten Weltkrieg) waren K. Valentin, O. Reutter, u. a.
Während des Nationalsozialismus verhaftete man viele Kabarettisten, einige brachte man ins KZ, weswegen natürlich die Mehrzahl emigrierte (erwähnenswert als Exilkabarett ist hier die „Literatur am Naschmarkt“ in Wien, oder der „liebe Augustin“).
Nach dem 2. Weltkrieg entstanden zahlreiche neue Kabarettbühnen, so zum Beispiel die Münchner „Schaubude“, welche von E. Kästner mitbegründet wurde.
Seit 1976 gibt es in Mainz das deutsche Kabarett – Archiv. Bedeutende österreichische Künstler sind unter anderem H. Qualtinger, E. Steinhauer, das Kabarettensemble „Die Hektiker“, J. Hader, A. Vitasek, A. Dorfer, A. Bisenz, R. Düringer, u. a.
3. HELMUT QUALTINGERS „DER HERR KARL“
3. 1. ALLGEMEINES
Mit diesem Ein – Personen – Stück über einen typischen Mitläufer Hitlers, welcher sich keiner Schuld bewusst ist, gelangte Helmut Qualtinger zu Weltruhm. Er präsentierte es in mehreren europäischen Städten, sowie in New York.
Im Magazin einer Gemischtwarenhandlung entblättert sich vor dem Zuschauer ein ganzes Leben. Herr Karl drängt einem unsichtbar bleibenden jüngeren Arbeitskollegen seine Lebensweisheiten auf.
3. 2. KARLS CHARAKTER
Karl ist ein Profiteur, das Ausnützen anderer Menschen ist ihm nicht fremd, des weiteren kann man ihn als skrupellos, rechtfertigend und selbstzufrieden bezeichnen. Sein Egoismus, seine Überheblichkeit und seine Selbstüberschätzung als „Mann von Welt“ lassen Karl äußerst arrogant erscheinen. Er legt auch ein sehr opportunistisches Verhalten an den Tag, indem er Gehorsamkeit nach oben zeigt, aber gleichzeitig nach unten tritt. Außerdem dreht er sein Fähnchen prinzipiell nach dem Wind, schwimmt vorzugsweise im Mainstream und beweist mehrmals, dass er ein politischer Wendehals ist (man bedenke nur seine Aussagen über das dritte Reich).
Was mir auch auffiel, ist diese aufrecht gehaltene Fassade der Gemütlichkeit, hinter der sich sein faschistoides Gedankengut verbirgt. Man könnte Karl problemlos emotional unterentwickelt, kalt, hartherzig und gemein nennen. Eigentlich fällt es einem schwer für diese Figur irgendwelche Sympathien zu entwickeln, da er meiner Meinung nach ein exzellentes Bild vom „ewigen Spießer“ (hier werden die Parallelen zu Haders im Keller evident) schlechthin darstellt.
[...]
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