Wird die Gesamtschule ihrem Anspruch "eine Schule für alle" gerecht?

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Details

Titel: Wird die Gesamtschule ihrem Anspruch "eine Schule für alle" gerecht?
Autor: Angelika Buske
Fach: Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen (Erziehungswissenschaften)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 24
Note: bestanden
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 184 KB
Archivnummer: V21110
ISBN (E-Book): 978-3-638-24804-4
Anmerkungen :
Eine insgesamt gut aufgebaute Arbeit, die das Thema gut nachzeichnet...

Textauszug (computergeneriert)

Hausarbeit als Leistungsnachweis im Grundstudium des
Nebenfachs Erziehungswissenschaften
Teilgebiet: Organisation, Planung und Recht des Bildungswesens I.
05.09.03

Wird die Gesamtschule ihrem Anspruch 
,,Eine Schule für alle” gerecht?

Angelika Buske

 

Gliederung

I. Einleitung

II. Entstehung der Gesamtschule
1. Hintergründe und Motive
1.1 die internationale Entwicklung
1.2 die deutsche Einheitsschulbewegung
1.3 Problemfeld Gymnasium
1.4 die Förderstufe

III. Grundprinzipien der Gesamtschule
1.Einheitlichkeit
2.Differenzierung
3.Durchlässigkeit
4.Integration

IV. Richtziele der Gesamtschule
1. Pädagogisch
2. Sozial
3. Bildungspolitisch

V. Problemfelder der Gesamtschule
1. Entwicklung der Gesamtschule
2. Politisierung
3. Differenzierungsproblem
4. Leistungsproblem
5. Die Lehrer
6. Abschlüsse

VI. Zusammenfassung

VII. Literaturliste

 

I Einleitung

Auf dem Hintergrund politischer Ereignisse wie dem Sputnikschock 1957 und dem Mauerbau im August 1961, die eine Minderheit der BRD im wissenschaftlich technischen Nachwuchs erahnen ließ, wurde die Forderung nach mehr Chancengleichheit in der Bildung und der Schaffung größerer Durchlässigkeit der Schüler bei der Festlegung des Bildungsweges immer stärker. Um diesen Forderungen gerecht zu werden, setzten die ersten Modernisierungsmaßnahmen im deutschen Bildungssystem ein. Das Ziel ,,Bildung für alle” sollte u. a. durch eine ,,Schule für alle”, d.h. der Einführung der Gesamtschule, erreicht werden. Zunächst soll über die Hintergründe und Motive begründet werden, wie es zur Entstehung der Gesamtschule kam, anschließend wird die Entstehung der Gesamtschule, ihre Grundprinzipien und Richtziele erläutert. In meiner Arbeit soll aufgezeigt werden, in wie weit es der Gesamtschule gelungen ist, ihrem Anspruch ,, eine Schule für alle” gerecht zu werden. Wenn hier die Rede von ,,alle” ist, versuche ich dieses unter dem Aspekt der Kinder der unteren sozialen Schichten zu berücksichtigen, weil insbesondere diesen Kindern eine größere Chance für einen höheren Bildungsabschluß gewährleistet werden sollte. Andere Aspekte, wie ,, alle Mädchen “ oder ,, alle Ausländerkinder “ wären sicher auch interessant, können hier aber nicht berücksichtigt werden. Auch wird hier nur die integrierte Gesamtschule betrachtet, weil sie die grundsätzliche schulorganisatorische Alternative zum gegliederten Schulsystem ist.

II. Entstehung der Gesamtschule

1. Hintergründe und Motive

1.1. Die internationale Entwicklung

Früher war der bildungsgemäße, berufliche und gesellschaftlicher Ort im Gesamtleben durch Geburt, soziale Schicht und Tradition vorgegeben. Im Zuge des großen sozialen und politisch-kulturellen Wandels der letzten zwei Jahrhunderte mußte sich für die vom Ursprung her als Säulensystem nebeneinander stehender Schulen das Problem eines organisatorischen Zusammenhanges aller verschiedenen Schulen ergeben, sollte der bildungsgemäße, berufliche und gesellschaftliche Ort im Gesamtleben nicht mehr durch Geburt, soziale Schicht und Tradition einfach vorgegeben sein (vgl. Twellmann 1981).

Wie weit die Bildungswege für ,,alle” gemeinsam geführt werden können, wann und in welcher Form sie auseinanderzugehen haben, ob also das Schulwesen stark selektiv, d.h. mehr säulenhaft-vertikal, oder ob es schulorganisatorisch im ganzen einheitlich integrativ, stärker horizontal aufgebaut sein soll, wird zu einem grundlegendem Problem der Schulorganisation (vgl. Ludwig 1981). Charakteristisch für die internationale Schulentwicklung im 20. Jahrhundert ist, daß die organisatorische Trennung der Bildungswege im allgemeinbildenden Schulwesen altersmäßig hinausgeschoben, die gemeinsame Grundbildung und das gemeinsame Schulleben verlängert wurde. Für die schulorganisatorische Vereinheitlichung im Sinne eines horizontal-stufigen Schulaufbaus in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt als großes Beispiel die USA mit ihrer High School um 1900 und die Sowjetunion mit der Einführung der Einheitsschule 1918 ( vgl. Struck 1995). Auch im Hinblick auf das Reformgesetz der einsetzenden Schulreform in Frankreich 1959 und der lange, konsequente Reformprozeß in Schweden oder die einschneidende, schlagartige Reform in Italien von 1962/63( vgl. Ludwig 1981) hielt in den sechziger Jahren der Bundesrepublik Deutschland im internationalen Vergleich klar vor Augen, daß sie sich im Modernitäts und Qualifikationsrückstand befand. Zu krass war der Unterschied der sozialen Schichten bei Bildungsabschlüssen, nur ein geringer Anteil der Arbeiterkinder erhielt die Möglichkeit eines Hochschulstudiums. Dies mußte im Motivkomplex, der zu Gesamtschulversuchen führte, mit berücksichtigt werden.

1.2. die deutsche Einheitsschulbewegung

 

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