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Zum handlungs- und produktionsorientierten Umgang mit Texten

Scholary Paper (Seminar), 1999, 13 Pages
Author: Hendrikje Schulze
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1999
Pages: 13
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V21510
ISBN (E-book): 978-3-638-25111-2
ISBN (Book): 978-3-638-75945-8
File size: 206 KB
Notes :
In dieser Arbeit wird das handlungs- und produktionsorientierte Unterrichtskonzept in Hinblick auf den Literaturunterricht in der Sekundarstufe 1 und 2 am Gymnasium vorgestellt.


Abstract

Seit den 70er Jahren haben sich, ausgelöst durch die Reformen der 68er Bewegung, die Anforderungen an den modernen Literaturunterricht geändert. Stand bis zu diesem Zeitpunkt vor allem das Erschließen literarischer Texte durch die Analyse von Form und Inhalt im Zentrum des Unterrichts, rückte nun die Auseinandersetzung zwischen Leser und Text in den Vordergrund. Der Leser als Rezipient mit jeweils spezifischen soziokulturellen Voraussetzungen wurde in zunehmendem Maße in die Interpretation einbezogen. Es ging nicht mehr ausschließlich um das Erfassen eines vermeintlich textimmanenten Sinnes, das Verstehen eines Textes wurde vielmehr als Mitschaffen des Lesers begriffen. In den 80er Jahren wurde dieser Ansatz ausgeweitet und verabsolutiert: Literarische Texte sollten nicht mehr nur gelesen, interpretiert und analysiert werden, sondern als Anlass für eigenes literarisches Schreiben der Schüler/-innen dienen. Damit wurde die traditionelle Trennung zwischen Leser und Autor weitgehend aufgehoben. In dieser Arbeit möchte ich nun auf das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts eingehen. Dabei sollen handlungs- und produktionsorientierte Methoden vorgestellt und mit den "herkömmlichen Methoden" der Erschließung literarischer Texten verglichen werden. Es geht mir nicht darum, Handlungsorientierung als das "Nonplusultra" der modernen Literaturdidaktik darzustellen, lebt doch guter Unterricht vor allem von einer ausgewogenen Methodenvielfalt. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass handlungs- und produktionsorientierte Verfahren eine Möglichkeit sind, den Unterricht abwechslungsreicher und lebendiger zu gestalten und somit dazu beitragen, die Motivation der Schüler/-innen für den Literaturunterricht zu steigern und die Leselust zu fördern.


Excerpt (computer-generated)

Handlungs- und
produktionsorientierte Methoden
beim Umgang mit literarischen Texten

 


von: Hendrikje Schulze

Inhalt

I. Einleitung 2

II. ´Herkömmliche´ Methoden des Literaturunterrichts beim Umgang mit Texten 2

III. Das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts 4

1. Ein Blick in denThüringer Lehrplan 4
2. Curriculare Begründung 4
3. Merkmale 5

IV. Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren beim Umgang mit literarischen Texten - Eine Auswahl 7

V. Vorteile handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im Vergleich zu den ´herkömmlichen´ Methoden im Literaturunterricht 9

VI. Ansätze zur Kritik dieser Verfahren 9

VII. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 10

Literaturverzeichnis 12

 

 



I. Einleitung

Seit den 70er Jahren haben sich, in Zusammenhang von Reformen, die nicht zuletzt durch die 68er Bewegung ausgelöst wurden, die Anforderungen an den Literaturunterricht geändert. Stand bis zu diesem Zeitpunkt vor allem das Erschließen eines Textes durch die Analyse von Form und Inhalt im Zentrum des Unterrichts, rückte nun die Auseinandersetzung zwischen Leser und Text in den Vordergrund. Der Leser als Rezipient mit jeweils spezifischen soziokulturellen Voraussetzungen wurde von nun an in zunehmendem Maße in die Interpretation einbezogen. Das Verstehen eines Textes wurde als Mitschaffen des Lesers begriffen. (>> Rezeptionsorientierung) In den 80er Jahren wurde dieser Ansatz ausgeweitet und verabsolutiert: Literarische Texte sollten “[...] nicht mehr nur gelesen, interpretiert und analysiert werden, sondern als Anlass für eigenes literarisches Schreiben der Schüler[/innen] dienen.”1 Damit wurde die traditionelle Trennung zwischen Leser und Autor weitestgehend aufgehoben.2 In dieser Arbeit möchte ich nun auf das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten (Literatur)unterrichts eingehen. Dabei sollen handlungs- und produktionsorientierte Methoden vorgestellt und mit den ´herkömmlichen Methoden´ bei der Erschließung von literarischen Texten verglichen werden. Es geht mir nicht darum, Handlungsorientierung als das Nonplusultra der modernen Literaturdidaktik darzustellen. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass produktive Verfahren eine Möglichkeit sind, den Unterricht abwechslungsreicher und lebendiger zu gestalten und somit dazu beitragen, die Motivation der Schüler/innen für den Literaturunterricht zu steigern.

II. ´Herkömmliche´ Methoden des Literaturunterrichts

beim Umgang mit Texten Hermann Helmers ermittelte bereits in den 1960er Jahren sechs im Literaturunterricht übliche Wege zum Verstehen literarischer Texte.Diese betreffen auch die Art und Weise der Unterrichtsgestaltung: 3 1. Erschließen des Textes durch Leitfragen Die Textanalyse läuft vorwiegend im Unterrichtsgespräch ab. Dieses wird durch den Lehrer/in mittels Leitfragen, die auf den Kern des Textes hinführen sollen, gesteuert. Eine mögliche Gefahr dieser Methode liegt darin, dass die Leitfrage durch den Lehrer/in falsch angesetzt wird. Das Unterrichtsgespräch kann dadurch in die falsche Richtung gelenkt werden. Die eigentliche Dichtung gerät leicht außer Blick. Vorteilhaft ist, dass diese Methode bei nahezu allen Texten, besonders auch bei schwer verständlichen, angewendet werden kann.

[...]


1 Spinner: Literaturdidaktik der 90er Jahre, S. 26-27.
2 Die Angaben zur Entwicklung der Didaktik des Literaturunterrichts in der BRD sind entnommen aus: Spinner: Literaturdidaktik der 90er Jahre, S. 23-36.
3 Helmers: Didaktik der deutschen Sprache, S. 311.


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