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Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Umgang mit Trauma in der stationären Erziehungshilfe

Termpaper, 2004, 34 Pages
Author: Janine Hieke
Subject: Romance Languages - General

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 34
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V21646
ISBN (E-book): 978-3-638-25214-0

File size: 288 KB


Excerpt (computer-generated)

Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Umgang mit
Trauma in der stationären Erziehungshilfe

 


von: Janine Hieke

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Definition Trauma und PTBS 1

3. Verschiedene Traumata 2

3.1 Vernachlässigung 2
3.2 Seelische Misshandlung 3
3.3 Körperliche Misshandlung 3
3.4 Häusliche Gewalt 4
3.5 Traumatische Sexualisierung 5
3.6 Traumatische Trennung 6

4. Anpassungsprozesse nach der Traumatisierung 6

4.1 Affektdysregulation 7
4.2 Dissoziation 8
4.3 Alexithymie und Somatisierung 9
4.4 Verinnerlichung des Traumas 9

5. Handlungsmöglichkeiten der Pädagogik 12

5.1 Gestaltung der Zukunft und Unterstützung der kognitiven Neuordnung 12
5.2 Biographiearbeit 15
5.3 Sicherung konstanter Bindungen 17
5.4 Unterstützung zur Selbstfindung 18
5.5 Geschlechtsreflektierende Pädagogik und Sexualpädagogik 18
5.6 Gruppenatmosphäre 23
5.7 Auflösung traumatischer Übertragung 24
5.8 Beendigung von Flashbacks 25
5.9 Elternarbeit 26

6. Gefahren und Belastungen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen 27

7. Fazit 30

Literaturverzeichnis

 


 

 

1. Einleitung

PädagogInnen sind [...] „einem Trommelfeuer hochdynamischer psychischer Prozesse ausgesetzt [...] – sie laufen Gefahr sich an diesen Prozessen zu infizieren und Schaden zu nehmen.“1 Gerade deshalb ist es wichtig, die Dynamik eines Traumata zu verstehen, um professionell arbeiten zu können. Die Wirkungen von verschiedenen Traumata sowie die Anpassungsprozesse müssen verstanden werden, um sich Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen zu erschließen sowie der eigenen Belastung und Gefahr professionell zu begegnen zu können. In der Praxis persönlich oft erlebt wurde die Einstellung: „Wenn du von einem Missbrauch erfährst, geh das Thema, um Gottes Willen nicht weiter an, sprich es auch nicht weiter an, dafür sind nur Therapeuten ausgebildet, wir Sozialpädagogen jedoch nicht.“ Obwohl es aus der Forschung Kenntnisse und Ergebnisse gibt, die wertvolle Hinweise in der Unterstützung mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen geben, wird das „Schreckliche“ immer wieder an Therapeuten delegiert.2 Inwieweit SozialpädagogInnen/SozialarbeiterInnen bei dem Thema im allgemeinen mit Traumata Handlungsmöglichkeiten haben, möchte ich im Rahmen dieser Arbeit klären. Die verschiedenen Traumata sollen nur kurz im Hinblick auf die unterschiedlichen Wirkungen behandelt werden- wie die einzelnen Traumata definiert sind wie z.B. Vernachlässigung wird als Grundwissen vorausgesetzt.

2. Definition Trauma und PTBS

Das Wort Trauma stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Wunde.3 Im Rahmen dieser Betrachtung konzentrieren wir uns auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Die präzise Definition spricht von einer einmaligen oder fortdauernden Erfahrung

- die zu einer psychischen Verletzung führt - die überwältigend sind und mit psychischen und physischen Möglichkeiten, gerade für ein Kind, nicht kontrollierbar sind - die Todesangst, Angst vor Vernichtung des physischen und psychischen Selbst auslöst - und bei der das Kind in der Situation auf niemanden zurückgreifen kann, d.h. Schutz oder Hilfe erfährt4 Nach Horowitz 1978 sind die meisten Menschen, die traumatischen Erlebnissen ausgesetzt waren, irgendwie fähig ihr Leben fortzusetzen, ohne ständig von ihren Erinnerungen verfolgt zu werden, welches nicht bedeutet, dass die Erlebnisse keine Spuren hinterlassen haben. Die meisten Betroffenen werden von diesem Erlebnis in hohem Maße in Anspruch genommen, jedoch stellen unerwünschte Erinnerungen eine normale Reaktion dar. Dieses wiederholte Erinnern, Intrusion genannt, dient der Funktion, die mit dem Trauma assoziierten Gefühle zu modifizieren und führt in den meisten Fällen zur Toleranz des Inhalts der Erinnerungen.5 Auslöser von Intrusionen sind bei jedem Menschen verschieden - es sind zum Beispiel äußere Reize wie ein Geruch oder Geräusch, oder sie treten spontan ohne äußeren Auslöser auf.6 Andere Menschen sind nicht in der Lage, die traumatische Erfahrung zu integrieren und beginnen spezifische Muster der Vermeidung und der Übererregung zu entwickeln, die mit der „Posttraumatischen Belastungsstörung oder Posttraumatisches Syndrom“ in Verbindung gebracht wird. Die Integration der Erlebnisse in vorhandene Vorstellungen, Verhaltensweisen, Gefühlen, physiologischen Zuständen und in interpersonaler Beziehung fand nicht statt, daraus resultiert das wiederholte Wiedererleben des Traumas. Die Verarbeitung ist stark beeinflusst von der Entwicklungsstufe sowie von Faktoren des Temperaments, den protektiven Faktoren und den Mittlerfaktoren und anderen Umwelteinflüssen.7

3. Verschiedene Traumata

[...]


1 Meng, H., Bürgin, D. et al.: Die Bedeutung der Sozialpädagogik in der stationären Therapie schwer traumatisierter Jugendliche in: Neue Praxis. Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik. Bielefeld 2/2002. S.191
2 Vgl. Weiß, W. (Hrsg.): Phillip sucht sein Ich. Zum Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen. Weinheim u.a. 2003. S. 67 ff
3 Vgl. Ebenda. S.19
4 Vgl. May, A. in: Traumatisierte Kinder. Schriftenreihe gegen sexualisierte Gewalt. Band 4. Berlin 2003. S. 9
5 Vgl. Van der Kolk, B. A. et al.: Traumatic Stress. Grundlagen und Behandlungsansätze. Paderborn 2000. S.29
6 Morgan, S.: Wenn das Unfassbare geschieht - vom Umgang mit seelischen Traumatisierungen. Stuttgart 2003. S. 22
7 Vgl. Van der Kolk, B. A. et al.: Traumatic Stress. Grundlagen und Behandlungsansätze. Paderborn 2000. S.30 f


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