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"Blaubart" - Ein Vergleich zwischen den Darstellungen Max Frischs und Ingeborg Bachmanns mit Schwerpunkt auf die Täter-Opfer-Beziehungen

Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Angelina Kalden
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 16
Language: German
Archive No.: V21716
ISBN (E-book): 978-3-638-25270-6
ISBN (Book): 978-3-638-75949-6
File size: 228 KB

Abstract

Der Blaubartstoff, der auf das Märchen Blaubart von Charles Perrault zurückgeht, ist im Verlauf der Zeit häufig aufgegriffen und verändert worden. Diese Veränderungen reichen von geringen Abweichungen und leicht veränderten Darstellungsweisen bis zu Erzählungen, die nur noch Elemente des Blaubartstoffes enthalten und teils durch die Weiterentwicklung des Menschenbildes, wie bei Frischs Darstellung, in der die Scheidung bereits möglich war, geprägt sind. Max Frisch soll seine Anregungen nach Walter Schmitz (1985: 152) durch die Erzählungen von Ingeborg Bachmann Der Fall Franza und Anatole Frances Blaubarts sieben Frauen erhalten haben. Die Motivation durch Bachmann ergibt sich vermutlich aus der Tatsache, dass die beiden früher eine Beziehung geführt haben. Anatole France hat die Blaubartthematik umgedreht und Blaubart als einen unschuldigen, gütigen Menschen dargestellt, der aufgrund seiner Schüchternheit immer an die falschen Frauen gerät, die ihn ausnutzen, betrügen oder hintergehen. Frisch interessierte sich in seinen Texten eine Zeit lang sehr dafür, den Mann neben der Frau unschuldig darzustellen, wodurch er sich wahrscheinlich von France inspirieren ließ. Diese Arbeit beabsichtigt eine Untersuchung vorzunehmen, wie Max Frisch und Ingeborg Bachmann mit der Blaubartthematik umgingen und welche Bezüge, Konvergenzen und Divergenzen zum ursprünglichen Blaubart nach Perrault bzw. zwischen den beiden Darstellungen bestehen. Dabei soll der Schwerpunkt auf die jeweilige Darstellung der Beziehung zwischen Mann und Frau bzw. Täter und Opfer und das dahinter stehende Machtverhältnis gelegt werden.


Excerpt (computer-generated)

„Blaubart“
Ein Vergleich zwischen den Darstellungen
Max Frischs und Ingeborg Bachmanns

 


von: Angelina Kalden

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2 Täter und Opfer bei Charles Perrault  3

2.1 Perraults Blaubart 3
2.2 Die Frauen bei Perrault 3-4
2.3 Fazit 4

3 Täter und Opfer bei Ingeborg Bachmann  4

3.1 Jordan  4-5
3.2 Franza  5-8
3.3 Fazit  8-9

4 Täter und Opfer bei Max Frisch  9

4.1 Herr Schaad 9-11
4.2 Rosalinde Zogg  11
4.3 Fazit 11-15

6 Schlussbetrachtungen  15-16

Literatur  16

 


 

 

1 Einleitung

Der Blaubartstoff, der auf das Märchen Blaubart von Charles Perrault zurückgeht, ist im Verlauf der Zeit häufig aufgegriffen und verändert worden. Diese Veränderungen reichen von geringen Abweichungen und leicht veränderten Darstellungsweisen bis zu Erzählungen, die nur noch Elemente des Blaubartstoffes enthalten und teils durch die Weiterentwicklung des Menschenbildes, wie bei Frischs Darstellung, in der die Scheidung bereits möglich war, geprägt sind.

Max Frisch soll seine Anregungen nach Walter Schmitz (1985: 152) durch die Erzählungen von Ingeborg Bachmann Der Fall Franza und Anatole Frances Blaubarts sieben Frauen erhalten haben. Die Motivation durch Bachmann ergibt sich vermutlich aus der Tatsache, dass die beiden früher eine Beziehung geführt haben. Anatole France hat die Blaubartthematik umgedreht und Blaubart als einen unschuldigen, gütigen Menschen dargestellt, der aufgrund seiner Schüchternheit immer an die falschen Frauen gerät, die ihn ausnutzen, betrügen oder hintergehen. Frisch interessierte sich in seinen Texten eine Zeit lang sehr dafür, den Mann neben der Frau unschuldig darzustellen, wodurch er sich wahrscheinlich von France inspirieren ließ.

Diese Arbeit beabsichtigt eine Untersuchung vorzunehmen, wie Max Frisch und Ingeborg Bachmann mit der Blaubartthematik umgingen und welche Bezüge, Konvergenzen und Divergenzen zum ursprünglichen Blaubart nach Perrault bzw. zwischen den beiden Darstellungen bestehen. Dabei soll der Schwerpunkt auf die jeweilige Darstellung der Beziehung zwischen Mann und Frau bzw. Täter und Opfer und das dahinter stehende Machtverhältnis gelegt werden.

2 Täter und Opfer bei Charles Perrault

2.1 Perraults Blaubart

Bei Perrault wird der Blaubart sehr wohlhabend dargestellt. Er hat jedoch einen blauen Bart, was ihn so hässlich macht, dass ihn alle Frauen meiden. Dazu kommt die Tatsache, dass er schon mehrere Frauen hatte, von denen man nicht weiß, was aus ihnen geworden ist. Der Leser erfährt, dass sich ein junges Mädchen nach anfänglichem Sträuben dazu entschließt, Blaubart zu ehelichen, weil „der Herr des Hauses (…) gar keinen so blauen Bart mehr [habe] und (…) ein höchst ehrenwerter Mann [sei]“ (Perrault, 1998: 83). Blaubart verbietet ihr in seiner Abwesenheit eine kleine Kammer zu betreten, um sie auf die Probe zu stellen. Als er feststellt, dass sie sich nicht an sein Verbot gehalten hat, wird er sofort ungeduldig, drohend und grausam: „[A]ber Blaubart hatte ein Herz, das war härter als Stein.“ (Perrault, 1983: 87). Er beabsichtigt, ihr mit einem Hirschfänger den Kopf abzuschlagen, was aber verhindert werden kann.

2.2 Die Frauen bei Perrault

[...]



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