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Hausarbeit, 2001, 45 Seiten
Autor: Diplom-Ingenieur Bernd Müller
Fach: Umweltwissenschaften
Details
Tags: Raum, Zukunft
Jahr: 2001
Seiten: 45
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-11327-4
Dateigröße: 305 KB
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Der ländliche Raum
und
seine zukünftige Entwicklung
Hausarbeit
von
Bernd Müller
Der ländliche Raum in Europa 3
Allgemeines zum ländlichen Raum 3
Bruttoinlandsprodukt 1994 9
Umwelt und Landschaft 17
Forstwirtschaft 21
Landwirte 23
Chancen für den ländlichen Raum 29
Allgemeines 29
Der ländliche Tourismus 32
Ökologischer Landbau 36
Anbau von nachwachsenden Rohstoffen 41
Literaturverzeichnis 45
Der ländliche Raum in Europa
Allgemeines zum ländlichen Raum
Der ländliche Raum, wie der Begriff im Allgemeinen verstanden wird, umfasst Gebietskörperschaften und Naturlandschaften, Ackerland, Wälder, Dörfer, Kleinstädte, industrielle Einsprengsel und regionale Zentren.
Der ländliche Raum bildet ein sehr vielfältiges und kompliziertes Wirtschafts- und Sozialgefüge. Aufgrund seiner reichhaltigen natürlichen Ressourcen, Lebensräumen und kulturellen Traditionen spielt es eine immer größer werdende Rolle für Erholung und Freizeit.
Der Begriff ,,ländlicher Raum" wird zu meist von jedermann so verstanden, als dass dem ländlichen Raum ein materielles, soziales und kulturelles System vorliegt, welches das Gegenteil vom ,,städtisch" ist. Eine eindeutige und für alle Zwecke brauchbare Abgrenzung zwischen Stadt und Land ist jedoch nicht möglich.
Die Mitgliedsstaaten der EU haben im allgemeinen jeweils eigene Definitionen des ländlichen Raumes entwickelt. Diesen Definitionen liegen meist Kriterien wie landwirtschaftliche Merkmale, Bevölkerungsdichte oder Bevölkerungsrückgang zugrunde.
Zur Abgrenzung zwischen ländlichen und städtischen Gebieten wird meist das Kriterium der Bevölkerungsdichte verwendet. Dieses ist aber oft zu ungenau und als Richtschnur für politische Entscheidungen nicht geeignet.
Ländliche Gebiete lassen sich durch ihre Bevölkerungsentwicklung auf lokaler Ebene unterscheiden. Auf der einen Seite sind manche ländlichen Gebiete Europas, so z.B. in den ostdeutschen Bundesländern und im französischen Zentralmassiv, durch Abwanderung der Bevölkerung gekennzeichnet, auf der anderen Seite sind aber manche Gebiete durch Zuwanderung gekennzeichnet.
Die OECD hat vor einiger Zeit ein einfaches System zum internationalen Vergleich der Strukturen und Trends der verschiedenen ländlichen Räume entwickelt. Dieses System hat sich trotz der großen Unterschiede im Hinblick auf die ländlichen Probleme, Perspektiven und Politiken auf staatlicher Ebene als zweckmäßig erwiesen.
Dieses System unterscheidet zwei hierarchische Ebenen von Gebietseinheiten, die lokale und die regionale Ebene. Auf lokaler Ebene definiert die OECD ländliche Gebiete als Gemeinwesen mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als 150 Einwohner je Quadratkilometer. Auf regionaler Ebene unterscheidet die OECD größere funktionale und administrative Einheiten nach dem Grad ihrer ,,Ländlichkeit", je nachdem, wie hoch der Anteil der regionalen Bevölkerung ist, der in ländlichen Gemeinwesen lebt. Die Regionen werden in drei Gruppen unterteilt:
- überwiegend ländliche Gebiete: mit mehr als 50% der Bevölkerung in ländlichen Gemeinwesen;
- stark ländlich geprägte Gebiete: mit 15% bis 50% der Bevölkerung in ländlichen Gemeinwesen;
- überwiegend städtische Gebiete: mit weniger als 15% der Bevölkerung in ländlichen Gemeinwesen.
Die EUROSTAT entwickelte noch ein anderes System. Diesem System liegt der Verstädterungsgrad zugrunde. Man kann die europäischen Regionen wieder in drei verschieden Kategorien unterteilen.
- dicht besiedeltes Gebiet: ein Komplex aneinandergrenzender Gemeinwesen, jedes mit einer Dichte von mehr als 500 Einwohner pro Quadratkilometer und einer Mindesteinwohnerzahl von 50000;
- mäßig besiedeltes Gebiet: ein Komplex ( nicht zu einem dicht besiedeltem Gebiet gehörender) aneinandergrenzender Gemeinwesen, jedes mit einer Dichte von mehr als 100 Einwohner pro Quadratkilometer und mit einer Gesamtbevölkerung von mindestens 50000 Einwohnern oder ein Komplex, der an ein dicht besiedeltes Gebiet angrenzt;
- dünn besiedeltes Gebiet: ein Komplex aneinandergrenzender Gemeinwesen, die weder einem dicht besiedeltem noch einem mäßig besiedelten Gebiet zugehören.
Bei diesem System ist aber darauf zu achten, dass ein Gemeinwesen oder ein zusammenhängender Komplex von Gemeinwesen, das bzw. der die geforderte Dichte nicht erreicht, aber vollständig von einem dicht- oder mäßig besiedelten gebiet umschlossen ist, als Teil dieses Gebietes anzusehen ist. Sind sie von einem dicht besiedelten und einem mäßig besiedelten gebiet umschlossen, so gelten sie als Teil des mäßig besiedelten Gebietes. Dazu muss der Komplex von Gemeinwesen aber eine Fläche von mindestens 100 km² aufweisen.
Für das GAP 2000 Arbeitspapier der Generaldirektion (GD VI) der Europäischen Kommission vom Juli 1997 wurde das OECD - System auf das EUROSTAT - System abgestimmt. Zur Bestimmung des Gemeindetyps wurde der Grenzwert der Bevölkerungsdichte auf 100 Einwohner pro Quadratkilometer festgesetzt. Unter Verwendung diesen Parameters leben ungefähr 17,5% der Bevölkerung der EU in ländlichen Gemeinwesen, welche rund 80% des Gebiets der EU abdecken.
[...] Tabelle Ländliche Bevölkerung
*Bevölkerung lokaler Gemeinden mit Bevölkerungsdichte unter 100 Einwohner/km²
Die oben angeführte Tabelle zeigt, dass der Bevölkerungsanteil, welcher in überwiegend städtischen Gebieten lebt, in Belgien, Deutschland, Italien und dem Vereinigtem Königreich am größten ist. Der Bevölkerungsanteil, welcher in überwiegend ländlichen Gebieten lebt, ist in Schweden, Finnland und Dänemark am größten.
Ein kleiner Bevölkerungsanteil in den ländlichen Gebieten bedeutet nicht, dass die Politiken kein Interesse an den ländlichen Räumen zeigt. Der Schwerpunkt der Politik dieser Länder unterscheidet sich aber zu der Politik in den Ländern, in denen größere Bevölkerungsanteile in ländlichen Gebieten leben.
Die Bevölkerungsdichte innerhalb der ländlichen Räume der EU ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von 20 Einwohnern pro Quadratkilometer in vielen stark bewaldeten Gegenden Finnlands und Schwedens bis hin zu 100 Einwohner pro Quadratkilometer in Gebieten Süditaliens und Süddeutschlands.
In früheren Mittelungen der Kommission wurden noch andere Gebietsklassifizierungen bzw. – beschreibungen der ländlichen Räume entwickelt. Bei diesen Kriterien wurden drei Grundprobleme aufgegriffen: der Druck der modernen Entwicklung, der wirtschaftliche Niedergang und die Entvölkerung entlegener und unterentwickelter Gebiete. Ländliche Gebiete lassen sich nach diesen Kriterien nach dem Grad ihrer Einbindung in die Volkswirtschaft beschreiben.
Im GAP 2000 Arbeitspapier werden folgende drei Kriterien unterschieden:
- wirtschaftlich integrierte ländliche Gebiete mit wachsender Bevölkerung, in denen trotz überwiegend landwirtschaftlicher Nutzung der Flächen eine Beschäftigungsgrundlage im sekundären und tertiären Sektor besteht; bei einigen dieser Gebiete unweit größer Städte besteht die Gefahr, dass sie ihre Beschäftigungsbasis verlieren und sich zu reinen Wohngebieten entwickeln („Rurbanisierung“), was mit potentiellen Gefahren für ihre Umwelt, ihr Sozialgefüge und ihr Kulturgut verbunden ist; andere entwickeln sich selbständig;
- ländliche Gebiete mit Zwischenstellung, relativ entfernt von städtischen Zentren und mit unterschiedlichem Verhältnis von Aktivitäten im primären und sekundären Sektor; in größeren Ländern finden sich in solchen Gebieten häufig landwirtschaftliche Großbetriebe;
- weit abgelegene ländliche Gebiete mit der geringsten Bevölkerungsdichte, oftmals den niedrigsten Einkommen und einer überalterten Bevölkerung, die stark auf die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft angewiesen ist; die Gebiete weisen allgemein die schlechteste Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen auf; Isolationsfaktoren sind häufig topographische Merkmale wie Berge oder fehlende Verkehrsanbindung.
[...]
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