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Untreue als Motiv in Giovanni Boccaccios "Dekameron"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Christina Meiser
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Oberseminar: Eheskandale und Skandalehen im Mittelalter
Institution/College: Saarland University (Fachbereich Geschichte)
Tags: Untreue, Motiv, Giovanni, Boccaccios, Dekameron, Oberseminar, Eheskandale, Skandalehen, Mittelalter
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 11 Punkte
Language: German
Archive No.: V21739
ISBN (E-book): 978-3-638-25282-9

File size: 325 KB


Excerpt (computer-generated)

Untreue als Motiv in Giovanni Boccaccios
„Dekameron“

 


von: Christina Meiser

Einführung ins Thema  3

1. Giovanni Boccaccio und das Dekameron 4

1.1 Giovanni Boccaccio und seine Werke 4
1.2 Das Dekameron 5

2. Ehe und Ehebruch im Mittelalter  8

2.1 Ehe und Ehebruch 8
2.2 Ehe und Ehebruch in der Literatur des Mittelalters  10

3. Ehe und Ehebruch im Dekameron 12

3.1 Listige Frauen und ihre Liebhaber  12
3.2 Ehebruch durch Heirat wider Willen 14
3.3 Ehebruch und Gewalt  16
3.4 Ehebruch und Klerus  18

4. Vergleich der Ehe und des Ehebruchs in Literatur und Realität 20

Fazit 24

Literaturverzeichnis  26

Quellen 26

Literatur  27

 


 


Einführung ins Thema

Mit der erklärten Absicht, die Frauen zu amüsieren, schrieb Giovanni Boccaccio um 1350 das Dekameron, eine Sammlung von hundert in einer Rahmenerzählung eingebetteten Novellen. Die Erzählung handelt von zehn Leuten, die aufs Land gehen, um vor der in Florenz wütenden Pest geschützt zu sein. Um sich die Zeit zu vertreiben, erzählen sie sich abwechselnd Geschichten. Weil sie fürchten, von anderen Leuten gestört zu werden, kehren sie schließlich nach vierzehn Tagen in die Stadt zurück. Im ersten Kapitel dieser Arbeit werden das Leben und die früheren Werke des Giovanni Boccaccio näher beschrieben. Weiterhin wird auf das Dekameron eingegangen. Zuerst darauf, wie es entstanden und wodurch es so berühmt geworden ist. Dann soll erläutert werden, welche Stoffe darin bearbeitet werden. Außerdem wird der Inhalt beschrieben, um die Rahmenhandlung zu verdeutlichen. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit Ehe und Ehebruch im Mittelalter. Es wird dargestellt, wie eine Ehe im Mittelalter zustande kam und welches Mitspracherecht der Vater bei einer Eheschließung hatte. Weiterhin soll aufgezeigt werden, was ein Ehebruch für beide Partner bedeutete, wie er bestraft wurde und ob Ehebruch bei Männern anders gewertet wurde als bei Frauen.

Der zweite Teil dieses Kapitels beschäftigt sich mit der Darstellung von Ehe und Ehebruch in der Literatur des Mittelalters. Hierbei wird zwischen einzelnen Gattungen unterschieden. In Kapitel 3 geht es um Ehebruch im Dekameron. Die ausgewählten Novellen beschäftigen sich ausschließlich mit Eheskandalen. An ihnen soll erläutert werden, wie Boccaccio die Ehen und den Ehebruch im Mittelalter darstellt. Unterteilt ist dieses Kapitel in die Geschichten, die von listigen Ehefrauen und ihren Geliebten handeln, in Erzählungen von Ehebruch durch Heirat wider Willen, von Ehebruch in Verbindung mit Gewalt und zuletzt in Ehebruch und Klerus.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Vergleich zwischen Literatur und Realität. Die Frage ist hier, ob Boccaccio mit seinen Geschichten die Realität widerspiegelte oder ob er die Inhalte der Erzählungen frei erfunden hat.

1. Giovanni Boccaccio und das Dekameron

1.1 Giovanni Boccaccio und seine Werke

Giovanni Boccaccio wurde im Juni oder Juli 1313 in Certaldo oder Florenz geboren.1 Er war italienischer Dichter und Humanist2 und wird als Zeitgenosse der Dichter Dante (1265 - 1321) und Petrarca (1304 - 1374) als einer der drei Dichterfürsten der italienischen Renaissanceliteratur des 13. Jahrhunderts genannt.3 Boccaccio wuchs in Florenz auf. Sein Vater war ein florentinischer Kaufmann und Bankier namens Boccaccio di Chellino, während man über seine Mutter nichts weiß. Boccaccio ging 1330 nach Neapel, nachdem er seine kaufmännische Lehre in Florenz begonnen hatte, wo er sich auch dem Studium der alten Sprachen widmete. 1332 beendete er seinen Beruf als Kaufmann und studierte Recht. Boccaccios Vater war Teilhaber des Bankhauses Bardi, wodurch Boccaccio sehr vertraut war mit dem Königshof in Neapel. Durch diese Verbindung konnte er einige Jahre am königlichen Hof in Neapel verbringen, wo er auch erstmals als Dichter tätig war. 1339 kehrte er allerdings für zwei Jahre nach Florenz zurück, wo er als Richter und Notar arbeitete. 1365 ging er aufgrund diplomatischer Missionen zu Papst Urban V. zunächst nach Avignon und später, 1367 nach Rom.4 Giovanni Boccaccio veranlasste die erste vollständige Übersetzung Homers ins Lateinische und bemühte sich außerdem gemeinsam mit Petrarca um die Wiederbelebung der lateinischen und auch der griechischen Studien. 1373 hielt er noch Vorlesungen über Dantes ,,Göttliche Komödie", dann zog er sich auf sein Landgut in Certaldo bei Florenz zurück, wo er am 21. Dezember 1375 starb.5

[...]


1 Vgl. Hardt, Manfred: Geschichte der italienischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Düsseldorf/ Zürich 1996, S. 148.
2 Vgl. Hardt, S. 148.
3 Vgl. Brockmeier, Peter: Boccaccios Decameron. Darmstadt 1974, S. 6.
4 Vgl. dtv-Lexikon, Bd.2, ,,Boccaccio". München 1999, S. 315.
5 Vgl. ebd..


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