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Abt Hugo von Cluny als Friedensstifter zwischen Papst und Kaiser 1076

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Christina Meiser
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Oberseminar: Frieden und Friedlosigkeit im Mittelalter
Institution/College: Saarland University (Fachbereich Geschichte)
Tags: Hugo, Cluny, Friedensstifter, Papst, Kaiser, Oberseminar, Frieden, Friedlosigkeit, Mittelalter
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 10 Punkte
Language: German
Archive No.: V21741
ISBN (E-book): 978-3-638-25284-3

File size: 407 KB


Excerpt (computer-generated)

Abt Hugo von Cluny als Friedensstifter
zwischen Papst und Kaiser 1076

 


von: Christina Meiser

Einführung ins Thema  3

Kapitel 1  4

Hugo von Cluny 4

Kapitel 2  6

Der Investiturstreit  6

Kapitel 3  9

Hugo von Cluny als Vermittler zwischen Papst und Kaiser 9

3.1 Die schriftlichen Quellen 9
3.2 Die bildliche Quelle  14

Kapitel 4  16

Vermittler im Mittelalter 16

4.1 Die Rolle der Vermittler im Mittelalter  16
4.2 Hugo von Cluny im Vergleich zu Vermittlern im Mittelalter  19

Fazit 21

Literaturverzeichnis  23

Quellen 23

Literatur  24

Anhang  25

 


 

 

Einführung ins Thema

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit Hugo von Cluny, der bei den Ereignissen in Canossa 1077 als Vermittler zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. auftrat. In der Auseinandersetzung zwischen Heinrich und Gregor erreichte der Investiturstreit seinen Höhepunkt. Dieser beschreibt die Auseinandersetzung zwischen Papst und weltlicher Gewalt um die Investitur und ist in den Zeitraum von 1050 bis 1122 / 25 einzuordnen. Es ging um die Frage, ob der weltliche Herrscher das Recht habe, Geistliche durch Verleihung der kirchlichen Symbole Ring und Stab in ihr geistliches Amt einzusetzen. Die Investitur hatte für die Königsmacht entscheidende Bedeutung, da die Kirchenfürsten gleichzeitig Lehensträger des Reiches waren. Der Investiturstreit fand seinen Abschluss unter Heinrich V. durch den Kompromiss des Wormser Konkordats 1122. Das erste Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben des Hugo von Cluny, also wie er aufwuchs, was er vor seiner Zeit als Abt tat und wie er schließlich in die Abtei nach Cluny kam. Im zweiten Kapitel wird die Vorgeschichte von Canossa noch einmal beschrieben. Es wird erläutert, wie es zur Exkommunikation Heinrichs durch Gregor kam, wie sich Heinrich zu wehren versuchte und was dazu beitrug, dass er letztendlich nach Canossa gelangte. Das dritte Kapitel geht nun auf das Hauptthema dieser Arbeit ein, nämlich Hugo von Cluny als Vermittler zwischen Papst und Kaiser in Canossa. Hier soll gezeigt werden, aus welchen Gründen Hugo überhaupt als Vermittler eingesetzt wurde, welche Rolle dabei seine Patenschaft für Heinrich spielte und wie er schließlich in seiner Rolle als Vermittler agierte.

Im letzten Kapitel möchte ich die Funktionen von Vermittlern im Mittelalter aufzeigen und diese mit der Tätigkeit des Hugo von Cluny vergleichen. Interessant wird sein, inwiefern Hugo so handelte, wie es zur damaligen Zeit als Vermittler üblich war oder ob es gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Vorgehensweisen gab.

Kapitel 1

Hugo von Cluny

Hugo von Cluny wurde um den 29. April 1024 in Semur-en-Brionnais geboren. Er war burgundischer Abstammung, seine Eltern waren Graf Dalmatius v. Semur und Aremburgis v. Bergy, die außer Hugo noch acht weitere Kinder hatten. Seine Erziehung oblag allerdings seinem Großonkel, Hugo v. Auxerre. Den Dienst bei der Armee brach Hugo bald ab, um 1039 unter Abt Odilo Novize im Kloster von Cluny zu werden. Nach den Hugo-Viten trat er in Cluny ohne Wissen des Vaters ein 1 und „allein aus der Einsicht in die Verworfenheit einer Welt, die ihrem Niedergang entgegengehe“. 2 Bereits im Jahr 1044 erhielt er die Priesterweihe und war schon als junger Mann Prior. Genauer gesagt wurde Hugo zum Großprior Clunys berufen, nahm also die zweite Stellung nach dem Abt ein. Er wurde vom Abt benannt, vom Kapitel bestätigt und vertrat den Abt in dessen Abwesenheit. Weiterhin war Hugo Vorsitzender auf zahlreichen Synoden gegen die Simonie und trat das erste Mal als Vermittler 1048 im Streit zwischen Heinrich III. und den Mönchen von Peterlingen auf. 3 Er reiste an den Hof des Kaisers und konnte den Konflikt erfolgreich beenden 4, wodurch er sich als Nachfolger Odilos empfahl. Am 22. Februar 1049, nach dem Tode Odilos, wurde er als der sechste Abt von Cluny eingesetzt. 1049 nahm er am Konzil zu Rheims teil, wo er besonders scharf gegen die Priesterehe und Simonie auftrat.5 Im Jahre 1050 brauchte Heinrich III. Hugo wieder einmal als Vermittler, nun aufgrund des Krieges mit Andreas I. von Ungarn. In Ungarn war Hugo zum ersten Mal als Vermittler in einem politischen Konflikt aufgetreten, den er offensichtlich zur Zufriedenheit aller Beteiligten beenden konnte.

[...]


1 vgl. Kohnle, Armin: Abt Hugo von Cluny (1049 – 1109). Sigmaringen 1993, S. 20 ff.
2 s. Gilo: Vita Sancti Hugonis abbatis I.3. In: Vie de Saint Hugues abbé de Cluny 1024 –1109; hg. v. A. L’ Huillier. Solesmes 1888, S. 50
3 vgl. Kohnle, S. 24 ff.
4 vgl. Gilo I.4, S.51
5 vgl. Kohnle, S. 24 ff.


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