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'Beyond the suspension of twilight'- Eine Analyse der Kurzgeschichte "A Justice" von W. Faulkner

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 18 Pages
Author: Kummer Kathrin
Subject: American Studies - Literature

Details

Event: Black, Red and White: Ethnicity in the Short Stories of William Faulkner
Institution/College: University of Hamburg (Fachbereich Literaturwissenschaft)
Tags: Beyond, Eine, Analyse, Kurzgeschichte, Justice, Faulkner, Black, White, Ethnicity, Short, Stories, William, Faulkner
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V21920
ISBN (E-book): 978-3-638-25413-7

File size: 207 KB


Excerpt (computer-generated)

„Beyond the suspension of twilight“
- Eine Analyse der Kurzgeschichte „A Justice“ von William Faulkner

 


von: Kathrin Kummer

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Erster Handlungsstrang: Die Rahmenhandlung 2

2.1. Sam Fathers 2
2.2. Quentin Compson 5

3. Zweiter Handlungsstrang 6

3.1. Comic Elements 6
3.2. Stereotypen und der Umgang mit Klischees 8
3.3. Faulkners indianische Sklavenhalter 10
3.4. Der Einfluß der Zivilisation auf die Degeneration der Indianer 12

4. Zusammenfassung 15

5. Literaturverzeichnis 16

 

 

 

 



1. Einleitung

In William Faulkners Kurzgeschichten, die sich mit ethnischen Minderheiten, dem sogenannten racial theme beschäftigen, geht es hauptsächlich um Konfliktsitationen zwischen der „weißen“ Bevölkerung und „Afro-Amerikanern“. Nur wenige seiner Geschichten handeln von den sogenannten Indianern, den Ureinwohnern Nordamerikas. Faulkners Indianergeschichten1, die hauptsächlich um 1930 herum entstanden und zu denen die hier besprochene Geschichte „A Justice“ (Arbeitstitel: „Built a Fence“) gehö rt, werden meist im Vergleich zu seinen anderen Kurzgeschichten als qualitativ minderwertiger beurteilt. Ihnen wird oftmals unterstellt, eine rein unterhaltende Funktion zu haben, welche Faulkners Leser zu Zeiten der Great Depression aufmuntern sollte. Als Begründung für diese abschätzende Bewertung wird vor allem die humorvolle, fast karikative Beschreibung der darin vorkommenden indianischen Protagonisten angeführt. Ein weiterer, häufig auftauchender Kritikpunkt ist, dass sich Faulkners Indianer keiner realen, damals im Mississippi-Delta lebenden ethnischen Gruppe zuordnen lassen. Da „A Justice“ und seine anderen sich mit der indianischen Thematik befassenden Kurzgeschichten fiktive literarische Werke sind und nicht den Anspruch haben als ethnologische Studie zu gelten, kann dieser Kritikpunkt jedoch als unerheblich angesehen werden.

„A Justice“ ist in fünf verschiedene Kapitel unterteilt und besteht aus zwei verschiedenen, zeitlich versetzen Handlungssträngen. Das erste und fünfte Kapitel der Kurzgeschichte (in dieser Arbeit „Erster Handlungsstrang“ genannt) kann auch Rahmenhandlung nennen. In einer Retrospektive berichtet der jugendliche Erzähler, der gleichzeitig einer der beiden Protagonisten der Rahmenhandlung ist, über einen ganz bestimmten Nachmittag auf der Farm seines Großvaters, an dem ihm der alte Sam Fathers die Geschichte seiner Namensgebung und damit auch die Geschichte seiner ethnischen Herkunft und Identität erzählt. Auf diese Weise wird der zweite Handlungsstrang eingeleitet, der etwa 100 Jahre vorher spielt, und dessen Protagonisten Ikkemotubbe, Craw- fish- ford und ein namenloser schwarzer Sklave des Indianerstammes sind.

Meine Analyse ist in zwei unterschiedliche Abschnitte aufgeteilt. Der erste Teil, in dem die sogenannte Rahmenhandlung ana lysiert wird, konzentriert sich auf die Thematik der racial identity von Sam Fathers und die Beziehung zwischen ihm und dem jungen Erzähler, der als Quentin Compson identifiziert wird.2 Diese literarische Figur Faulkners taucht unter anderem in den Romanen The Sound and the Fury und Absalom, Absalom! und in verschiedenen Kurzgeschichten auf, auf die in diesem Zusammenhang verwiesen wird. Auf diese Weise erhält die Kurzgeschichte „A Justice“ ein zusätzliches Bedeutungselement. Obwohl sie auf auf den ersten Blick „nur“ eine triviale Indianergeschichte erscheint, wird sie zu einem ergänzendem Puzzlestein des mythischen Yoknapatawpha County und des Gesamtwerkes Faulkners.

Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten „zweiten Handlungsstrang“ der Kurzgeschichte, in dem es um die eigentliche Geschichte der Namensgebung von Sam Fathers, bzw. Had-two-Fathers, geht. Hier werden unter anderem verschiedene comic elements untersucht, Stereotypen und die Verwendung von bestimmten Klischees beleuchtet. Weiterhin geht es um den degenerierenden Einfluss der „weißen“ Zivilisation auf die Ureinwohner Amerikas und deren Rolle als Sklavenhalter. Obwohl der Fokus auf der Kurzgeschichte „A Justice“ liegt, werden die ebenfalls unter das Genre der Indianergeschichten fallenden short stories „Red Leaves“ und „A Courtship“ an einigen Stellen, an denen Parallelen zu finden sind, kurz erläutert. Durch die Analyse der oben genannten Themen soll deutlich gemacht werden, dass Faulkners Indianergeschichten nicht nur belustigende Anekdoten sind, die aus Mangel an Geld geschrieben wurden um den damaligen pop-taste der Magazinleser zu befriedigen, sondern sich auf subtile Weise mit ernsten und damals kontroversen Thematiken, wie zum Beispiel die miscegenation (die Rassenvermischung) auseinandersetzen. Zusammen mit der Analyse der Präsenz des jungen Quentin Compson und dessen Kindheitserinnerungen an Sam Fathers, soll die Bedeutung von „A Justice“ im Gesamtwerk von William Faulkner betont werden.

2. Erster Handlungsstrang: Die Rahmenhandlung

2.1. Sam Fathers

[...]


1 In dieser Arbeit wird der Terminus “Indianer” bzw. „indianisch“ der Einfachheit halber, in Bezug auf native americans bzw. die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents, verwendet. Auch bei der Beschreibung der Afroamerikaner wird der Einfachheit halber gelegentlich von „Schwarzen“ die Rede sein, ähnlich wie bei den „Weißen“. Auch der Begriff „Rasse“ wird hinsichtlich der komplizierten Thematik mit Vorbehalt benutzt.
2 Siehe Fußnote 3


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