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Die Lernkartei im Sachunterricht am Beispiel des Rahmenplanthemas Tiere

Examensarbeit, 2003, 110 Seiten
Autor: Kirsten Thielmann-Koch
Fach: Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 110
Note: 2
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V22029
ISBN (E-Book): 978-3-638-25479-3

Dateigröße: 1012 KB
Anmerkungen :
Diese Arbeit enthält neben einem theoretischen Teil auch eine praktische Umsetzung des Themas für den Grundschulunterricht.



Textauszug (computergeneriert)

Wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grundschulen
im Fach Biologiedidaktik
eingereicht dem Amt für Lehrerausbildung
-Außenstelle Gießen-

Thema:

Die Lernkartei im Sachunterricht
am Beispiel des Rahmenplanthemas „Tiere“

Verfasserin:

Kirsten Thielmann-Koch

 

 

Vorwort

Den Anstoß für die folgende Arbeit gaben mir Erfahrungen, die ich im Rahmen eines Blockpraktikums an einer Grundschule sammelte. Nachdem ich im Zuge meines Studiums schon viel über die Theorien „offener Unterrichtsgestaltung“ erfahren hatte, bot sich mir in diesem Praktikum die erste Gelegenheit, diese in ihrer praktischen Umsetzung in einer 4. Grundschulklasse im Fach Deutsch zu verfolgen. Im gesamten Schulalltag fielen mir immer wieder die selbständige Arbeit der Kinder mit den zur Verfügung stehenden Materialien und die effektive Zusammenarbeit zwischen den Schülern, aber auch zwischen Schülern und Lehrer1 auf. Im Vergleich zu meiner eigenen (Grund-) Schulzeit, in der der Unterricht vorwiegend von gleichschrittigen, vom Lehrer frontal geführten Lernsituationen geprägt war, gewann ich durch diese „Praxiserfahrung“ Einblicke in Möglichkeiten, das Lernen in der Grundschule interessanter und ganzheitlicher zu gestalten.

Vor allem aber faszinierte mich in diesem Zusammenhang die Arbeit der Klasse an einer Literaturkartei. Durch dieses Medium gestaltete sich der Unterricht in einer mir bis dahin unbekannten und ungewohnten Form. Ich erlebte, dass die Schüler durch die Arbeit mit dieser Kartei Freude am Lesen des Buches entwickelten und vor allem selbständig und kreativ mit der Literatur arbeiteten.

Im Rahmen eines Seminars an der Universität beschäftigte ich mich außerdem mit weiteren Lernkarteiformen für den Deutsch- und Sachunterricht.
Da der Sachunterricht eines meiner beiden Fächer darstellt, entschloss ich mich dazu, „die Lernkartei im Sachunterricht“ zum Gegenstand meiner wissenschaftlichen Hausarbeit zu machen.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 6
1.1 Zielsetzung ... 8
1.2 Aufbau ... 9

2. Offener Unterricht als Rahmen für die Arbeit mit Karteien ... 11
2.1 Historischer Kontext ... 11
2.2 Zur Bedeutung des Offenen Unterrichts - Ziele und Merkmale ... 14
2.3 Formen des Offenen Unterrichts ... 19
2.3.1 Die Freie Arbeit ... 19
2.3.2 Der Werkstattunterricht ... 21
2.3.3 Die Tages- und Wochenplanarbeit ... 22
2.4 „Wandel der Kindheit“ – Gründe für einen Offenen Unterricht ... 24
2.4.1 Familiensituation ... 24
2.4.2 Wohnumwelt ... 25
2.4.3 Konsum ... 26
2.4.4 Medien ... 26
2.4.5 Konsequenzen für die Grundschule ... 27

3. Die Lernkartei ... 29
3.1 Konzeption der Lernkartei ... 29
3.1.1 Ursprung und Entwicklung von Karteien ... 29
3.1.2 Beschreibung verschiedener Karteitypen ... 30
3.1.3 Didaktische Funktionen der Lernkarteien ... 32
3.2 Konstruktion einer Lernkartei ... 35
3.2.1 Anforderungen an eine Lernkartei ... 35
3.2.1.1 Schülerorientierung ... 35
3.2.1.2 Sachliche Richtigkeit ... 36
3.2.1.3 Soziales Lernen anregen und unterstützen ... 37
3.2.1.4 Förderung von Selbständigkeit und Selbstverantwortung ... 40
3.2.1.5 Formale Gestaltung von Lernkarteien ... 41
3.2.2 Zusammenfassung der Anforderungen in Stichpunkten ... 42
3.3 Einsatz der Lernkartei ... 43
3.3.1 Einsatz der Lernkartei im Grundschulunterricht ... 43
3.3.2 Didaktisch-methodische Überlegungen zum Einsatz ... 45

4. Zusammenfassung und Fragestellung ... 46

5. Die Lernkartei im Sachunterricht ... 48
5.1 Ziele und Aufgaben des Sachunterrichts ... 48
5.1.1 Das Rahmenplanthema „Tiere“ ... 50
5.2 Funktion einer Lernkartei im Sachunterricht am Beispiel des Rahmenplanthemas „Tiere“ ... 52
5.3.1 Die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema „Tiere“ und die Funktion einer Kartei ... 53
5.3.2 Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Tiere“ und die Funktion einer Kartei ... 56
5.3.2.1 Die Vermittlung von fachlichen Inhalten durch eine Lernkartei am Beispiel des Themas „Tiere“ ... 57
5.3.2.2 Der Erwerb von fachlichen Qualifikationen durch eine Lernkartei am Beispiel des Themas „Tiere“ ... 60
5.3 Die Lernkartei und andere Unterrichtsmedien ... 64
5.3.1 Die Lernkartei und der Unterrichtsfilm ... 64
5.3.2 Die Lernkartei und das Anschauungsmodell ... 67
5.4 Zusammenfassung der Diskussion in Stichpunkten ... 69

6. Fazit ... 71

Literaturverzeichnis ... 73

Abbildungsverzeichnis ... 78

Anlagenverzeichnis ... 80

Anlagen ... 81

Abkürzungsverzeichnis
Abb. ... Abbildung
bspw. ... beispielsweise
bzw. ... beziehungsweise
sog. ... so genannte (r, s)
u.a. ... und andere
u.ä. ... und ähnliches
u. a. m. ... und andere mehr
u. U. ... unter Umständen
z.B. ... zum Beispiel

 

1. Einleitung

Die Grundschule hat in den vergangenen Jahrzehnten komplexere Aufgaben erhalten. Neben die traditionelle Aufgabe, allen Kindern eine gleiche Grundbildung zu vermitteln, treten heute zunehmend erzieherische Aufgaben. So gehört z.B. die Vermittlung sozialer Verhaltenskompetenz und die Hinführung zu erforderlichen Lerneinstellungen heute mit zu den wesentlichen Aufgaben der Grundschule. (vgl. FÖLLING-ALBERS 2001, S. 41)

Die Aufgaben der Grundschule haben sich deshalb verändert, weil sich auch die Kinder im Vergleich zu noch vor fünfzig Jahren verändert haben. Ein angemessenes Sozialverhalten bspw. kann nicht mehr ohne weiteres bei allen Kindern einer Klasse vorausgesetzt werden, da verschiedene Faktoren (z.B. „Vereinzelung der Kinder“) dazu beitragen, dass es nicht in ausreichendem Maße erlernt wird oder erlernt werden kann.

Vor dem Hintergrund der Veränderungen von Kindheit ergeben sich für die Grundschule Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. Die Idee eines „offenen Unterrichts“ kommt diesen Veränderungen entgegen. Lernen soll hier nicht mehr primär in geschlossenen, vom Lehrer dominierten Lernsituationen erfolgen, sondern von den Schülern mitbestimmt und mitgestaltet werden.


„Je mehr Lehrerinnen und Lehrer „aus der Mitte“ heraustreten (Wallrabenstein 1992) und dennoch weiterhin notwendigerweise „Mittler“ zwischen Kindern und der Welt (Schwarz 1994) bleiben, je mehr sie den Unterricht öffnen und die Kinder an der Planung und Organisation beteiligen, desto stärker wächst auch die Bedeutung jener gegenständlichen Mittel, an die definierbare Funktionen im Lernprozeß übertragen werden können“ (CLAUSSEN 1994, S. 8).

Ausgehend von der Erkenntnis, dass die Kinder nicht zur gleichen Zeit die gleichen Lernschritte und Aufgaben bewältigen können, da sie unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, soll das schulische Lernen stärker auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen Schülers zugeschnitten werden.

Lernkarteien spielen in der Verwirklichung eines offeneren Unterrichts eine besondere Rolle, „da mit ihnen spezielle Lern- und Arbeitsverfahren im Sinne einer Individualisierung und Aktivierung der Kinder verbunden sind“ (SCHAARE 1993, S. 20).

1.1 Zielsetzung

Aus meiner Erfahrung, die ich im Schulpraktikum gewinnen konnte und aus der theoretischen Beschäftigung mit Lernkarteien im Rahmen meines Studiums ergaben sich folgende Fragen:

  • Was sind die Grundlagen eines „offenen Unterrichts“? Welche Ziele werden mit ihm verfolgt und warum wird er praktiziert?
  • Was kann eine Lernkartei im Grundschulunterricht leisten? Wie müssen Lernkarteien für den Grundschulunterricht gestaltet sein?
  • Eignen sich Lernkarteien als Lernmittel für den Sachunterricht? Welche Möglichkeiten bzw. Grenzen ergeben sich aus der Verwendung dieses Mediums im Sachunterricht?

Das Ziel vorliegender Arbeit ist die Darstellung des offenen Unterrichts welcher den Rahmen für die Arbeit mit Lernkarteien bietet und die Auseinandersetzung mit Lernkarteien für den Grundschulunterricht. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Eignung von Lernkarteien speziell für den Sachunterricht am konkreten Beispiel „Tiere“ zu untersuchen. Zur Veranschaulichung dieser Überlegungen sind der Arbeit selbst erstellte Materialien für eine Lernkartei beigefügt.

1.2 Aufbau

In Kapitel 2 wird zunächst ein Überblick über den „offenen Unterricht“ gegeben, da dieser den Rahmen für die Arbeit mit Karteien bietet. Zu Anfang werden die Ursprünge des offenen Unterrichts skizziert und es wird dargestellt, welche Ziele mit ihm verfolgt werden und wodurch er sich auszeichnet. Danach werden Unterrichtsformen vorgestellt, in denen Lernkarteien zum Einsatz kommen können und wichtige Gründe für eine offene Gestaltung von Unterricht angeführt.

In Kapitel 3 wird die Lernkartei selbst als Lernmittel für den Grundschulunterricht thematisiert. Vorab steht die Konzeption von Lernkarteien im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Beschreibung der Herkunft von Lernkarteien und der verschiedenen Karteitypen dient als Grundlage, um daraus die speziellen didaktischen Funktionen von Karteien abzuleiten. Nachfolgend werden die Anforderungen, die an eine Lernkartei für den Grundschulunterricht zu stellen sind herausgearbeitet, um im 5. Kapitel daran zu untersuchen, inwieweit sich dieses Lernmedium für den Sachunterricht eignet. Zuvor werde ich jedoch näher auf den Einsatz der Kartei eingehen, um einen Bezug zur praktischen Umsetzung im Unterricht der Grundschule herzustellen.

Im 4. Kapitel folgen eine Zusammenfassung der bisher erarbeiteten wichtigsten Punkte und ein damit verbundener Ausblick auf das folgende Kapitel.
Im 5. Kapitel werden vorab die Anforderungen für das Lernen im Sachunterricht auf der Basis des Hessischen Rahmenplans Grundschule (1995) beschrieben. Aus diesen Anforderungen beleuchte ich das beispielhaft ausgewählte Lernfeld „Tiere“ näher, um im Folgenden daran zu prüfen, welche Funktionen die Lernkartei für die Bearbeitung dieses Themas im Sachunterricht haben kann. Außerdem soll untersucht werden, welche Vor- und Nachteile eine Kartei gegenüber zwei weiteren, im Unterricht häufig verwendeten Medien (Unterrichtsfilm und Anschauungsmodell) hat. Im letzten Punkt dieses Kapitels erfolgt eine Zusammenfassung von Möglichkeiten und Grenzen einer Lernkartei im Sachunterricht. Das Kapitel 5 wird durch Verweise auf den Anhang dieser Arbeit ergänzt, in welchem sich von mir erstellte, beispielhafte Materialien für eine Lernkartei befinden.
Das Kapitel 6 enthält abschließend die Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte dieser Arbeit.

[....]


1 Der Einfachheit halber möchte ich auf die geschlechtsspezifische Trennung von Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer verzichten. Die weibliche Form ist bei Schüler und Lehrer miteinbezogen.


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