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Bilanzielle Behandlung von Pensionsverpflichtungen im internationalen Vergleich

Diploma Thesis, 2004, 91 Pages
Author: Christian Terwellen
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 91
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V22044
ISBN (E-book): 978-3-638-25487-8

File size: 841 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Bilanzielle Behandlung von Pensionsverpflichtungen im
internationalen Vergleich

Diplomarbeit

zur Erlangung des Grades eines Diplomkaufmannes (FH)

an der

Fachbereich Wirtschaft

Studiengang European Finance and Accounting (EFA)

vorgelegt von

Christian Terwellen

Ganderkesee, 09.01.2004

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... 4

Darstellungsverzeichnis ... 6

1. Einleitung ... 7

2. Die Bedeutung der internationalen Rechnungslegung ... 9

3. Behandlung von Pensionsverpflichtungen nach deutschem Handels- und Steuerrecht ... 11
3.1 Grundlagen ... 11
3.1.1 Entwicklung ... 11
3.1.2 Formen von Pensionsverpflichtungen ... 13
3.1.2.1 Unmittelbare Pensionsverpflichtungen ... 13
3.1.2.2 Mittelbare Pensionsverpflichtungen ... 14
3.1.2.3 Ähnliche Verpflichtungen ... 16
3.2 Bilanzansatz ... 18
3.2.1 Handelsrecht ... 18
3.2.2 Steuerrecht ... 20
3.3 Bewertung ... 22
3.3.1 Grundsätzliche Erwägungen ... 22
3.3.2 Handelsrecht ... 24
3.3.2.1 Laufende Pensionszahlungen ... 24
3.3.2.2 Pensionsanwartschaften ... 25
3.3.3 Steuerrecht ... 28
3.3.4 Auflösung von Pensionsrückstellungen ... 30
3.4 Ausweis und Offenlegung ... 31

4. Behandlung von Pensionsverpflichtungen nach US-GAAP ... 33
4.1 Grundlagen ... 33
4.1.1 Entwicklung ... 33
4.1.2 Formen von Pensionsverpflichtungen ... 35
4.1.2.1 Beitragsorientierte Pensionspläne ... 35
4.1.2.2 Leistungsorientierte Pensionspläne ... 36
4.2 Bilanzansatz ... 37
4.3 Bewertung ... 39
4.3.1 Bewertung der Pensionsverpflichtungen ... 39
4.3.1.1 Rechnungsgrundlagen ... 39
4.3.1.2 Bewertungsmethode und Bewertungsgrößen ... 40
4.3.2 Bewertung des Pensionsfondsvermögens ... 42
4.3.3 Ermittlung des Nettopensionsaufwandes ... 43
4.3.3.1 Grundlagen ... 43
4.3.3.2 Erfolgskomponenten ... 45
4.3.3.2.1 Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand ... 45
4.3.3.2.2 Pensionsfondserträge bzw. -verluste ... 45
4.3.3.2.3 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ... 46
4.3.3.2.4 Planänderungen ... 48
4.3.3.2.5 Übergangssaldo auf SFAS No. 87 ... 49
4.3.4 Ermittlung der Restschulden ... 50
4.4 Ausweis und Offenlegung ... 52

5. Behandlung von Pensionsverpflichtungen nach IAS ... 55
5.1 Grundlagen und Entwicklung ... 55
5.2 Bewertung ... 56
5.2.1 Rechnungsgrundlagen ... 56
5.2.2 Bewertung des Planvermögens ... 57
5.2.3 Ermittlung des Nettopensionsaufwandes ... 58
5.2.4 Ermittlung von Restschuld bzw. Restvermögen ... 60
5.3 Ausweis und Offenlegung ... 61

6. Analyse von Pensionsverpflichtungen ausgewählter Unternehmen ... 62
6.1 Allgemeines ... 62
6.2 Volkswagen AG ... 63
6.3 DaimlerChrysler AG ... 65
6.4 General Motors Corporation ... 67

7. Fazit und Ausblick ... 69

Anhangverzeichnis ... 72

Anhang ... 73
Literaturverzeichnis ... 81
Rechtsprechungsverzeichnis ... 91

 

1. Einleitung
Die betriebliche Altersversorgung ist im Rahmen der gesetzlichen Rentenproblematik in Deutschland eine wichtige Zusatzleistung der Arbeitgeber für die Arbeitnehmer.1 Die betriebliche Altersversorgung wird durch Pensionszusagen gewährt und wurde in Deutschland früher insbesondere als Anreiz zur Neugewinnung qualifizierter Arbeitnehmer und zu deren langfristiger Bindung an das Unternehmen eingesetzt.2 Durch den langfristigen Charakter der Versorgungsverpflichtungen, der durch die zeitliche Differenz zwischen Pensionszusage und Leistungserfüllung besteht, können die Unternehmen wichtige Finanzierungsspielräume nutzen.3 Doch mittlerweile hat der Umfang der Pensionsverpflichtungen weltweit enorme Ausmaße angenommen, so dass die Finanzierung der Pensionen zu erheblichen Belastungen der Jahresergebnisse führen kann.

Im Rahmen der Harmonisierung der Rechnungslegungen gewinnt die Anwendung der internationalen Bilanzierungspraktiken für Pensionsverpflichtungen in Deutschland an Bedeutung.4 Allerdings wird international zwischen rückstellungsfinanzierten und fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen unterschieden. In Deutschland war die Finanzierung der Pensionsverpflichtungen mittels Pensionsrückstellungen über Jahrzehnte prägend, während im Zuge der Internationalisierung vieler deutscher Konzernunternehmen der Trend zu einer international üblichen Finanzierung über unabhängige und externe Pensionsfonds erfolgte. Aufgrund dieser Entwicklungen in der deutschen Konzernrechnungslegungspraxis hat sich das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) dieser Thematik gewidmet.5 Zu Beginn des Jahres 2003 hat das DRSC einen Standardentwurf zur Behandlung von Pensionsverpflichtungen veröffentlicht, der sich weitgehend an den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS) orientiert.

Die Finanzierung von Pensionsverpflichtungen war in letzter Zeit zunehmender Kritik ausgesetzt. Im Februar 2003 entschied sich bspw. die Ratingagentur Standard & Poor’s, die Pensionsrückstellungen in den Bilanzen neuerdings als Fremdkapital anzusehen. Da die Pensionsrückstellungen bei deutschen Traditionsunternehmen einen bedeutenden Teil der Bilanzsumme bildet, hat dies höhere Fremdkapitalquoten zur Folge. Das Resultat ist eine teilweise Herabsetzung der Bonitätseinstufung der Unternehmen und führt somit zur Verteuerung von Krediten.6 Im Gegensatz dazu ist die Finanzierung der Pensionsverpflichtungen über Pensionsfonds von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängig. Durch die Börsenflaute und die Börsenskandale, die das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmärkte belasteten, haben die Pensionsfonds weltweit erhebliche Wertverluste hinnehmen müssen. Diese teilweise erheblichen Unterfinanzierungen durch das ausgelagerte Pensionsfondsvermögen werden aufgrund der internationalen Bewertungspraktiken von US-GAAP und IAS nur unter bestimmten Bedingungen in den Bilanzen bzw. GuV berücksichtigt. Es sind zwar im Vergleich zum deutschen HGB umfangreichere Offenlegungsvorschriften erforderlich, aber dennoch stecken erhebliche Risiken im Anhang der Jahresabschlüsse. Aufgrund dessen erfolgte auch hier eine Reaktion der Ratingagenturen durch Herabstufung der Bonität von einigen Großunternehmen.7

Die folgenden Ausführungen sollen die Rechnungslegung für Pensionsverpflichtungen nach HGB im Vergleich zu den zwei wichtigsten internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach US-GAAP und IAS darstellen. Zunächst wird ein kurzer Überblick über die Bedeutung der internationalen Rechnungslegung für die Unternehmen gegeben. Anschließend werden die drei Rechnungslegungen vorgestellt. Da weitgehende Ähnlichkeiten zwischen den Regelungen nach US-GAAP und IAS bestehen, beschränken sich die Ausführungen zu IAS nur auf wesentliche Unterschiede zu US-GAAP. Im Anschluss daran wird eine Darstellung der Rechnungslegungspraktiken für Pensionsverpflichtungen auf eine Auswahl von Unternehmen der Automobilindustrie durchgeführt. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Risiken durch die unterschiedliche bilanzielle Behandlung von Pensionsverpflichtungen in den Jahresabschlüssen verborgen sind. Die teilweise komplizierten Bilanzierungs- und Bewertungspraktiken wären für einen externen Bilanzleser ohne die Kenntnis der zuvor dargestellten Rechnungslegungsvorschriften kaum nachvollziehbar. Abschließen wird diese Ausarbeitung mit einer kritischen Beurteilung der Standards, die auch bestehende nationale Beschränkungen im Hinblick auf eine internationale Anwendbarkeit berücksichtigt.

2. Die Bedeutung der internationalen Rechnungslegung
Durch die Globalisierung der Wirtschaft entstanden seit Anfang der 90er Jahre zunehmend multinationale Unternehmen, die einen erhöhten Kapitalbedarf zur Finanzierung ihrer internationalen Aktivitäten hatten.8

[...]


1 Zu den „düsteren Aussichten der gesetzlichen Rentenversicherungen“, vgl. Klein, H.-G. /Wunsch, U.: Betriebliche Altersversorgung, 2002, S. 214.

2 Vgl. Heyd, R.: Internationale Rechnungslegung, 2003, S. 384.

3 Vgl. Achleitner, A. /Behr, G.: International Accounting Standards, 2003, S. 212.

4 Vgl. Höfer, R: Pensionsverpflichtungen, 1999, S. 113.

5 Das DRSC ist eine privatrechtliche Institution, die für die Harmonisierungsbestrebungen der Konzernabschlüsse zuständig ist und Empfehlungen an den Gesetzgeber weitergibt. Gleichzeitig ist das DRSC der deutsche Vertreter im International Accounting Standards Board (IASB). Vgl. DRSC: E-DRS 19, 2003.

6 Vgl. o. V.: Amerikas Pensionsfonds, 2003.

7 Vgl. Volkery, C.: Pensionsfonds – Das böse Erwachen (3), 2002; vgl. dazu beispielhaft General Motors Corporation: Geschäftsbericht 2002, S. 46.

8 Vgl. Nobes, C. /Parker, R.: International Accounting, 2000, S. 4 f.


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