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Scholary Paper (Seminar), 2004, 18 Pages
Author: Daniela Brunn
Subject: Sociology - Religion
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Institut für Soziologie)
Tags: Bewährung, Lebenspraxis, Christentums, Islam, Oevermannsche, Theoriebildung, Seminar, Religion, Gesellschaft
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-25548-6
ISBN (Book): 978-3-638-78870-0
File size: 237 KB
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Abstract
Der Bewährungsmythos in der Lebenspraxis des Christentums und innerhalb des Islams, sorgt seit Generationen für Kontroversen. An hand der, von Oevermann abgefassten Theorienbildung und anderer, einschlägiger Literatur, erschafft die Arbeit einen anschaulichen Überblick zum Bewährungsmythos innerhalb der beiden Religionen. Tiefe Einblicke in die, von Bewährung und paradiesischer Erfüllung geprägten, Bewährungsprozesse, erschaffen einen kritischen Blick auf Religion und Umsetzung, bis hin zu einer echten Auseinandersetzung mit dem Leben nach dem Tod. Soziologisch wird dabei vor allem auf die Theorie der Bewährung und deren Auswirkungen auf die beiden religiös beeinflussten Gesellschafts- und Glaubensgruppen, eingegangen.
Excerpt (computer-generated)
Bewährung in der Lebenspraxis innerhalb des Christentums
und des Islam- Oevermannsche Theoriebildung
von: Daniela Brunn
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit 2
1.2 Religion- Begriffsdefinition 2
2. Grundlagen der Religion 3
2.1 Grundlagen des Christentum 3
2.2 Grundlagen des Islam 4
3. Die Lebenspraxis als Bewährung
3.1 Oevermanns allgemeines Strukturmodell von Religiosität-Lebenspraxis als Einheit von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung 6
4. Darlegung am Paradigma der Religion
4.1 Der Schöpfungsmythos- Symbol für Entscheidungszwang 8
4.2 Der Bewährungsmythos- Symbol für Begründungsverpflichtung 9
5. Zwei Modi des Bewährungsmythos: Erlösung vs. Offenbarung
5.1 Erlösungsreligion- Zurücknahme der Schuld 12
5.2 Offenbarungsreligion- Kodifizierung von Verhalten 13
6. Folgen für die Religion
6.1 Modernisierungseinstellungen in Islam und Christentum 13
6.2 Fundamentalismen in Islam und Christentum 14
7. Fazit der Arbeit 15
Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
Über Religion und deren spezifischen Auswirkungen auf den Menschen in Verbindung mit seiner alltäglichen Lebenspraxis, wird seit Anbeginn der Menschheit diskutiert. Goethe stellt in seinem Werk "Faust" die berühmte Gretchenfrage: "Wie hast du`s mit der Religion?". Mit dieser Frage setzen sich Christen wie auch Muslime in ihrer Lebenspraxis auseinander. Es gilt sich zu entscheiden und zu bewähren. Durch den Alltag begleiten sie Bibel und Koran. Sie sind Heilige Schrift und Gesetzbuch zugleich. Um Lebenspraxis als Einheit von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung zu diskutieren, beziehen sich meine Argumentationen auf das im Mai 1995 verfasste Manuskript Ulrich Oevermanns: "Partikularistische und universalistische Momente religiöser Systeme. Am Beispiel des Vergleichs polytheistischer und monotheistischer Religionen und der gegensätzlichen Folgen des puritanischen und islamischen Fundamentalismus". Weiterhin beziehe ich mich auch auf Oevermanns Werk: "Strukturmodell von Religiosität". Ich werde mich mit dem Schöpfungsmythos und dem Bewährungsmythos als Symbole für Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung auseinandersetzen und dabei speziell auf die Erlöserrolle des Jesus Christus eingehen. So wird mir der Vergleich von Erlösungs- und Offenbarungsreligion möglich werden. Die Gestaltung der Lebenspraxis von Muslimen und Christen soll beleuchtet werden. Als Folge dieser Lebenspraxis werde ich den Fundamentalismus in Islam und Christentum mit seinen unterschiedliche Ausprägungen anführen.
1.2 Religion- Eine Begriffsdefinition
Um zu der Problematik eines Vergleichs von Islam und Christentum in Bezug auf die Lebenspraxis hinzuleiten, führe ich zunächst eine Definition von Religion nach Y.M. Yinger an: "Religion… kann definiert werden als ein System von Überzeugungen und Praktiken, durch welche eine Gruppe von Menschen mit den letzten Problemen des menschlichen Lebens ringt. Sie drückt ihre Weigerung aus, vor dem Tod zu kapitulieren, aufzugeben angesichts der Enttäuschung, der Fremdseligkeit zu gestatten, menschliche Gemeinschaft zu zerstören. Die Qualität der religiösen Existenz… beinhaltet zwei Dinge: Erstens: einen Glauben, dass das Übel, der Schmerz, die Verwirrung und das Unrecht fundamentale Tatsachen des Lebens sind; und zweitens: ein System von Praktiken und damit verbundenen geheiligten Überzeugungen, die die Überzeugung ausdrücken, dass der Mensch letztlich von diesen Tatsachen erlöst werden kann." (vgl. Kienzler, 1996 S.18)
Ich bin der Meinung, dass diese Definition von Religion sehr zutreffend beschreibt, mit welchen Problemen sich der gläubige Mensch auseinander zusetzen hat. Er ist versucht dem Tod nicht als "Schmerz" oder "Übel" zu begegnen, sondern zu versuchen einen Ausweg zu finden. Der Mensch muss sich bewähren und das in jeder Situation seiner alltäglichen Praxis. Daher entstehen Schöpfungs- und Bewährungsmythos um den Gedanken an den Tod und damit das Ende des irdischen Lebens erträglicher zu machen.
2. Grundlagen der Religion
[...]
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