Entwerfen - Überarbeiten - Veröffentlichen: Kreatives Schreiben - Eine Alternative zum traditionellen Aufsatzunterricht?

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Details
Autor: Claire Bäcker
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Veranstaltung: Prozessorientierter Schreibunterricht
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Germanistik)
Jahr: 2003
Seiten: 31
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 289 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-25559-2
Textauszug (computergeneriert)
Entwerfen - Überarbeiten - Veröffentlichen: Kreatives
Schreiben - Eine Alternative zum traditionellen
Aufsatzunterricht?
von: Claire Bäcker
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung
2 Neuere Entwicklungen in der Aufsatzdidaktik 4
2.1 Kommunikatives Schreiben 5
2.2 Freies Schreiben 6
2.3 Personales Schreiben 6
2.4 Prozessorientiertes Schreiben 7
2.5 Kreatives Schreiben 7
3 Grundlagen des kreativen Schreibens 8
3.1 Definition 9
3.2 Tendenzen des kreativen Schreibens 11
3.3 Kreative Schreibverfahren 13
3.3.1 Das Cluster 13
3.3.2 Die Fantasiereise 14
3.3.3 Situatives Scheiben 14
4 Umgang mit kreativen Schreibergebnissen 15
4.1 Zum Begriff „Überarbeitung 15
4.2 Arten der Überarbeitung 17
4.3 Vorstellung einiger produktiver schriftlicher Bearbeitungsverfahren 19
4.4 Didaktisch – methodische Erwägungen zu Überarbeiten 21
5 Schreibkonferenzen 23
5.1 Begriffsklärung 23
5.2 Schreibkonferenzen und die Dynamik von Schreibprozessen 24
5.3 Entwerfen, Überarbeiten, Veröffentlichen 26
5.4 Der typische Ablauf einer Schreibkonferenz 27
6 Fazit 28
1 Einleitung
„Die Schüler und Schülerinnen sollen schreiben lernen, nicht nach Mustern Texte aufsetzen, und zum Schreiben gehört ganz wesentlich auch die Überarbeitung des Geschriebenen.“ (Baurmann / Ludwig, 1996, S. 15) Im traditionellen Aufsatzunterricht spielten Überarbeitungen keine Rolle. Hier wurde verbessert, d.h. überflüssige Satzzeichen eliminiert, fehlende ergänzt; offensichtliche Verstöße gegen die Grammatik ausgeräumt; Verknüpfungen von Sätzen verdeutlicht, usw. Von Überarbeitungen im eigentlichen Sinne (siehe Kapitel 4) konnte nicht die Rede sein. Offensichtlich hat sich dieser Zustand in den letzten Jahren geändert, denn in fast allen Lehrplänen werden nun den SchülerInnen Überarbeitungen der eigenen Texte abverlangt. So liest man z.B. im RAHMENPLAN für die Grundschule in Hessen von 1995 (S. 97): „Hilfreich können Schreib- bzw. Redaktionskonferenzen sein, in denen der Autor oder die Autorin den eigenen Textentwurf mit anderen Kindern (und der Lehrerin / dem Lehrer) unter orthografischen, zunehmend dann auch unter stilistischen und inhaltlichen Gesichtspunkten durchgeht. An Kriterien können z.B. entwickelt werden:
• Auf Widersprüche achten
• Missverständnisse ausräumen
• Um treffende Formulierungen ringen
• Störende Widerholungen durch Synonyme (Synonymlexikon) bzw. Pronomina ersetzen
• Ggf. Satzumstellungen ausprobieren
• Nach dem Höhepunkt der Geschichte zügig zum Schluss kommen
• Langatmige (chronologische) Passagen streichen ( Mut zur „Leerstelle“)
Man erkennt also sehr deutlich, dass sich die Aufmerksamkeit der Didaktiker nun auf die Überarbeitung von Schülerarbeiten richtet. Im unmittelbaren Zusammenhang damit steht eine Neuorientierung des Schreib- und Aufsatzunterrichtes. Im Gegensatz zum traditionellen Aufsatzunterricht begnügt sich der neue Schreibunterricht nicht mehr mit der Einübung von bloßen Aufsatzformen, sondern hat sich die Entwicklung und Ausbildung des (kreativen) Schreibvermögens der Kinder zum Ziel gesetzt. Hierbei kommt es nun darauf an, dass in den Klassen so lustvoll und intensiv wie möglich geschrieben wird, denn nur so werden zahlreiche kreative Texte produziert und nur so werden diese Texte in vielfältige Verwendungszusammenhänge gestellt: Sie werden vorgelesen, veröffentlicht, evtl. sogar zur Bewertung herangezogen (vgl. Böttcher / Wagner, 1993). Damit einhergehend stellt sich jedoch sowohl für die Schreibenden als auch für die Lehrenden die schwierige Frage: Wie sollen und können wir die erstellten Texte überarbeiten?
In meiner Arbeit möchte ich zunächst mit Hilfe der Begriffe „traditioneller Aufsatzunterricht“, „kommunikatives Schreiben“, „freies Schreiben“, „personales Schreiben“ und „prozessorientiertes Schreiben“ die Entwicklungen in der Aufsatzdidaktik, die sich auf das kreative Schreiben ausgewirkt haben, skizzieren, bevor ich im nächsten Schritt das kreative Schreiben als Alternative und Ergänzung zum traditionellen Aufsatzunterricht darstelle. Hierzu werde ich die Grundlagen des kreativen Schreibens und einige kreative Schreibverfahren vorstellen, um die Bedeutung dieser neuen Schreibdidaktik für den Unterricht zu klären. Im weiteren Teil der Arbeit wende ich mich dem Umgang mit kreativen Schreibergebnissen zu und gehe dabei näher auf den Begriff der Überarbeitung ein. In Punkt 5 beschäftige ich mich schließlich mit den Schreibkonferenzen, die ich aufgrund ihrer Wichtigkeit in einem gesonderten Kapitel bearbeiten möchte.
2 Neuere Entwicklungen in der Aufsatzdidaktik
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