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Termpaper, 2000, 14 Pages
Author: Thomas Sauermann
Subject: Communications: Media and Politics, Politic Communications
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Otto-Suhr-Institut Berlin)
Tags: Medien, Infotainment, Mediensysteme, Fernsehen
Year: 2000
Pages: 14
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11356-4
File size: 200 KB
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Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Otto-Suhr-Institut Berlin
Politische Wissenschaft
,,Die Stellung der Medien im politischen System der Bundesrepublik Deutschland"
,,Infotainment - Perspektive für das Fernsehen?"
Hausarbeit
von
Thomas Sauermann
Literaturverzeichnis
Ludes, Peter ,,Von der Nachricht zur News Show" (1993) S. 33
Ruther, Dan ,,The Camera Never Blinks" (1978) S. 333 und 336
Ludes, Peter ,,Fernsehnachrichtensendungen in den USA" (1993) S. 31
Boyer, Peter J. ,,Who killed CBS?" (1989) S. 399, 403
Krüger, Udo Michael ,,Infos-Infotainment-Entertainment" - Programmanalyse 1988; in Media Perspektiven 10/88, Seite 637
Voß, Peter Leiter der Hauptredaktion Aktuelles des ZDF; internes Papier
Schult, Gerhard ,,Fernsehjournalismus - Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis" (1993) S. 246
Hanfeld, Michael ,,Nachrichtenumbruch - Alles wird anders. Schade drum?" in Mainzer Tage der Fernsehkritik 29. (1996) S. 206
Inhaltsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Vorbemerkung
Einleitung
1. Was ist Infotainment
2. Die Ursprünge des Infotainment
2.1 Kommerzielle Nachrichtensendungen in den siebziger und achtziger Jahren in den USA
2.2 Die Entwicklung der Nachrichtensendungen in der Bundesrepublik Deutschland
3. Die Problematik Infotainment, angewandte Techniken
4. Infotainment - Seine Auswirkungen, worin liegt die ,,Gefahr"?
5. Resümee
Vorbemerkung
Das Thema ,,Infotainment" und seine Wirkung auf den Rezipienten ist bisher nur in einer geringen Anzahl von Aufsätzen und Essays thematisiert worden. Meine Arbeit stützt sich deshalb, neben einer Auswahl an vorhandener Literatur auf meine, in der praktischen Arbeit beim Fernsehen erworbenen Kenntnisse.
Einleitung
Mit Beginn der Etablierung der privaten Fernsehsender in der Bundesrepublik Deutschland wurde der Grundstein zu einer neuen Fernsehkultur gesetzt, die in vielerlei Hinsicht an die amerikanische anlehnt.
Neben der Inszenierung neuer reiner Unterhaltungsformate, die oftmals nicht nur äußerlich an die amerikanischen Vorbilder erinnern, sondern bisweilen auch deren Namen tragen, vollzog sich in zunehmendem Maße eine Veränderung in der aktuellen Berichterstattung. Kritiker dieser Entwicklung mögen in diesem Zusammenhang von einer völlig neuen Nachrichtenlandschaft sprechen (wobei das ,,Neue" oftmals negativ bewertet wird), während Befürworter und Unentschlossene von einer progressiven Weiterentwicklung der Berichterstattung sprechen.
Tatsächlich scheint es, als wäre die Einordnung der diversen Fernsehformate auf allen Kanälen, in gewissem Maße auch der öffentlich-rechtlichen, vor der Etablierung der frei marktwirtschaftlichen Fernsehlandschaft in Unterhaltung und reine Information bestimmter vorzunehmen gewesen.
Da sich private Sendeanstalten im Gegensatz zu ihrer öffentlich-rechtlichen Konkurrenz ausschließlich aus Werbeeinnahmen finanzieren, die sich wiederum aus ihrer Akzeptanz beim Zuschauer errechnen, sprechen Befürworter von einer konsumenten-orientierten Programmgestaltung.
Infotainment spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, da diese Form der Informationsvermittlung im Zuge der Kommerzialisierung des Fernsehens in Deutschland zunehmend Einzug erhielt, und kontrovers diskutiert wird.
In meiner Arbeit möchte ich mich nicht nur auf die deutsche Fernsehlandschaft konzentrieren, sondern die amerikanische, welche als Ursprungsland dieser Form der Nachrichtenpräsentation in Verbindung gebracht wird, einbeziehen.
1. Was ist Infotainment?
Der Begriff Infotainment entstammt amerikanischen Ursprungs und setzt sich aus den Vokabeln Information und Entertainment zusammen.
Der Information lege ich dabei alle sensorischen Aufnahmen jeglicher Art, Eindrücke und kommunikativen Elemente zugrunde, die einem Zugewinn an Wissen für das Individuum zuträglich sind. Dieser Zugewinn an Wissen bewegt sich in einem Raum, der unabhängig von Emotionen und Reaktionen auf diesen Zugewinn gelagert ist.
Unterhaltung umfaßt hingegen die Erregung von Gefühlen und Emotionen, denen sich der Rezipient bewußt und gerne aussetzt und ihn zudem durch die Erschaffung einer Dramaturgie an das Dargestellte bindet.
Obwohl die Definition der Information auch den unweigerlichen Zugewinn an Wissen durch Unterhaltungsprogramme beinhaltet, möchte ich sie im Zusammenhang der Definition des Infotainment auf den Zugewinn an Wissen über aktuelle Ereignisse beschränken.
Demnach verbindet Infotainment den Zugewinn an Wissen des Rezipienten über aktuelle Ereignisse mit den bewußt eingesetzten Mitteln der Kommunikatoren aus dem Bereich der Unterhaltung zur kontinuierlichen (emotionalen) Bindung an das Programm.
In dieser Kombination ist das fertige Produkt weder des Segments der reinen Information, noch der reinen Unterhaltung zuzuordnen. Es ist eine Mischform, welche Elemente beider Segmente in sich vereint und sich nur noch nach dem Grad der Gewichtung eher dem einen oder dem anderen zuordnen läßt.
2. Die Ursprünge des Infotainment
2.1 kommerzielle Nachrichtensendungen in den siebziger und achtziger Jahren in den USA
Nicht nur der Begriff des Infotainment, sondern auch sein praktizierter Ursprung im Umfeld der täglichen Nachrichtensendungen liegt in den „News Shows“ der siebziger Jahre in den USA. Wennauch der direkte Vergleich deutscher Nachrichten- und Informationssendungen mit denen der USA aufgrund struktureller Verschiedenheiten problematisch ist, so lassen sich dennoch diverse Parallelen zwischen beiden Medien- und Nachrichtenkulturen aufzeigen.1
Dan Ruther, der Nachfolger von Walther Cronkite als Anchorman der CBS Evening News seit 1981, beschreibt die Fernsehnachrichtensendungen Ende der siebziger Jahre mit der Tendenz „an Ideenarmut einzugehen“. Als Gegenstück interpretiert Ruther die amerikanische Öffentlichkeit „als ziemlich uninteressiert an Regierungsangelegenheiten“.2 Der überwiegende Gedanke der Informationspflicht der 60er Jahre löste sich im Zuge des wachsenden Kriteriums der Zuschauerattraktivität auf. Grundlage hierfür waren insbesondere die verschärften Konkurrenzbedingungen, die sich aus dem Aufstieg des Kabel- und Satellitenfernsehens, Fernsehnachrichtenselektionen und –präsentationen ergaben.
Als Zuschauermagnet spielte die Unterhaltungsorientierung neben strategischen Gesichtspunkten, wie Platzierung im Sendeablauf und klare Abgrenzung gegenüber Formaten anderer Sender eine entscheidende Rolle. Filmmaterial gewann gegenüber gesprochenem Wortanteil (mit dem Nachrichtensprecher im Vordergrund) an Umfang und wurde auch im Produktionsprozeß an oberste Stelle gerückt.
[...]
1 Ludes, Peter „Von der Nachricht zur News Show“ (1993) S. 33
2 Ruther, Dan „The Camera Never Blinks“ (1978) S. 333 und 336
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