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Seminararbeit, 2002, 34 Seiten
Autor: Daniel Gromotka
Fach: Geowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Details
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Geographisches Institut)
Tags: Tourismus
Jahr: 2002
Seiten: 34
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 27 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-11357-1
ISBN (Buch): 978-3-638-67822-3
Dateigröße: 662 KB
Sehr umfangreiche, dichte Arbeit - einzeiliger Zeilenabstand.
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Zusammenfassung / Abstract
Tourismus und Nachhaltige Entwicklung, zwei schillernde Begriffe. Ersterer bezeichnet ein Phänomen, das sich seit der Industrialisierung wachsender Beliebtheit erfreut und ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen weltweiten Entwicklung der Globalisierung sowie der Entwicklung von der Industrie- hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft darstellt. Nachhaltige Entwicklung bezeichnet eine Konzeption im politischen, aber auch im alltäglichen Denken und Handeln, die aufgrund einer Einsicht entstanden ist, dass die Menschheit ,,nicht mehr so weitermachen kann, wie bisher", will sie ihre Existenzgrundlagen langfristig sichern. Sätze wie ,,Der Tourist findet, was er sucht, indem er es zerstört" weisen uns daraufhin, dass das Anwenden des Prinzips der Nachhaltigkeit auch auf den Tourismus möglich, vielleicht gar zwingend nötig ist, will man sich weiterhin am Erleben und Genießen schöner Landschaften und fremder Kulturen erfreuen. Diese Hausarbeit möchte der Frage nachgehen, ob ein nachhaltiger Tourismus möglich ist und wenn ja, wie man einen solchen erreichen kann. Dabei werden zunächst Grundlagen zum Begriff, zur Geschichte und aktuellen Trends sowie zu den Motiven des Tourismus angesprochen. Des weiteren soll nach einer Darstellung des Konzepts der Nachhaltigkeit erörtert werden, wie der Tourismus auf eine Zielregion einwirkt, welche Probleme entstehen und wie man sie lösen oder mindern kann, falls der Tourismus seinen Beitrag zu einer Nachhaltigen Entwicklung leisten soll.
Textauszug (computergeneriert)
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Geographisches Institut
Hausarbeit im Rahmen des Unterseminars
,,Wirtschafts- und Sozialgeographie"
Wintersemester 2001/2002
Thema:
Nachhaltige Entwicklung und Tourismus -
ein Widerspruch ?
Probleme, räumliche Muster und Lösungsmöglichkeiten
anhand ausgewählter Beispiele
Daniel Gromotka, cand.rer.pol.
6. Semester
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Schaubilder und Tabellen ... 4
I. Einleitung ... 5
II. Tourismus - Grundlagen ... 5
1. Begriffsdefinitionen ... 5
2. Historische Entwicklung des Tourismus ... 6
3. Aktuelle Trends des Tourismus ... 7
4. Formen des Tourismus ... 8
III. Das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung ... 8
IV. Nachhaltigkeit und Tourismus ... 10
1. Akteure eines nachhaltigen Tourismus ... 10
2. Raumwirksamkeit des Tourismus und Implikationen für eine nachhaltige Entwicklung ... 12
2.1. Die ökonomische Dimension ... 12
2.1.1. Zahlungsbilanzeffekt (Leistungsbilanzeffekt ... 13
2.1.2. Produktions- und Wertschöpfungseffekt ... 13
2.1.3. Beschäftigungseffekt ... 13
2.1.4. Einkommens- und Multiplikatoreffekte ... 14
2.1.5. Saisonalität der Nachfrage und Herkunft der Touristen ... 14
2.1.6. Abbau räumlicher Disparitäten ... 15
2.1.7. Implikationen für eine ökonomische Nachhaltigkeit ... 16
2.1.7.1. Diversifizierung des touristischen Angebots ... 17
2.1.7.2. Binnentourismus ... 18
2.2. Die Sozio-Kulturelle Dimension ... 19
2.2.1. Demonstrationseffekte ... 19
2.2.2. Relative Deprivation ... 20
2.2.3. Implikationen für einen soziokulturelle Nachhaltigkeit ... 21
2.3. Die Ökologische Dimension ... 22
2.3.1. Transport ... 23
2.3.2. Ökologische Auswirkungen des Tourismus in der Zielregion ... 24
2.3.3. Implikationen für eine ökologische Nachhaltigkeit ... 25
2.4. Integration der Dimension ... 27
2.4.1. Dimensionen übergreifende Nachhaltigkeitsaspekte des Tourismus ... 27
2.4.2. Konfliktäre, dimensionenübergreifende Nachhaltigkeitsaspekte des Tourismus ... 28
2.4.2.1. Dispersionsstrategie ... 29
2.4.2.2. Konzentrationsstrategie ... 29
2.4.3. Gemeinsamkeiten der Strategien ... 30
IV. Fazit ... 30
Literaturverzeichnis ... 32
Verzeichnis der Schaubilder und Tabellen
Schaubilder
Schaubild 1: Die Verteilung der Brutto-Devisen-Einnahmen aus dem Tourismus und der touristischen Ankünfte des Welttourismus auf Ländergruppen und Kontinente ... 3
Schaubild 2: Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung ... 5
Schaubild 3: Die Saisonalität der Fremdenmeldungen in- (gepunktete Balken) und ausländischer (schraffierte Balken) Touristen (Ankünfte) in Phuket im Jahr 1993 ... 15
Tabellen
Tabelle 1: Vergleich ausgesuchter Kriterien der touristischen Nachfrage der Jahre 1991 und 1994 ... 7
Tabelle 2: Verkehrsmittelwahl bei Haupturlaubsreisen (ABL) 1995-1994 ... 19
Tabelle 3: Energieverbräuche pro Person bei einem Transport auf einer 2.500 km langen Land- bzw. 1.950 km langen Flugreise, gemessen in Megajoule ... 19
I. Einleitung
Tourismus und Nachhaltige Entwicklung, zwei schillernde Begriffe. Ersterer bezeichnet ein Phänomen, das sich seit der Industrialisierung wachsender Beliebtheit erfreut und ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen weltweiten Entwicklung der Globalisierung sowie der Entwicklung von der Industrie- hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft darstellt.
Nachhaltige Entwicklung bezeichnet eine Konzeption im politischen, aber auch im alltäglichen Denken und Handeln, die aufgrund einer Einsicht entstanden ist, dass die Menschheit ,,nicht mehr so weitermachen kann, wie bisher", will sie ihre Existenzgrundlagen langfristig sichern.
Sätze wie ,,Der Tourist findet, was er sucht, indem er es zerstört" weisen uns daraufhin, dass das Anwenden des Prinzips der Nachhaltigkeit auch auf den Tourismus möglich, vielleicht gar zwingend nötig ist, will man sich weiterhin am Erleben und Genießen schöner Landschaften und fremder Kulturen erfreuen.
Diese Hausarbeit möchte der Frage nachgehen, ob ein nachhaltiger Tourismus möglich ist und wenn ja, wie man einen solchen erreichen kann.
Dabei werden zunächst Grundlagen zum Begriff, zur Geschichte und aktuellen Trends sowie zu den Motiven des Tourismus angesprochen. Des weiteren soll nach einer Darstellung des Konzepts der Nachhaltigkeit erörtert werden, wie der Tourismus auf eine Zielregion einwirkt, welche Probleme entstehen und wie man sie lösen oder mindern kann, falls der Tourismus seinen Beitrag zu einer Nachhaltigen Entwicklung leisten soll.
II. Tourismus - Grundlagen
1. Begriffsdefinitionen
Die Welt-Tourismus-Organisation (WTO) definiert Tourismus wie folgt: ,,Tourism is defined as the activities of persons travelling to and staying in places outside their ususal environment for not more than one consecutive year of leisure, business and other purposes not related to the exercise of an activity remunerated from within the place visited" (www.world-tourism.org am 12.10.01). Dies ist eine recht weit gefasste Begriffsabgrenzung. Andere, enger gefasste Definitionen von ,,Tourismus" setzen den Schwerpunkt insbesondere beim Erholungscharakter einer Reise.
Reisen besteht also im wesentlichen aus:
- Ortswechsel, der mit einem Transportmittel (Bus, Bahn, Flugzeug, PKW, Schiff etc.) durchgeführt wird
- Dem vorübergehenden Aufenthalt an einem fremden Ort. Darin enthalten ist die räumliche Dimension des Zielortes im Sinne von der Art der Unterkunft (Hotel, Ferienwohnung, Privatunterkunft bei Verwandten oder Freunden etc.) sowie die zeitliche Dimension der Aufenthaltsdauer am Zielort (Stunden, Tage, Wochen etc.)
- Die Motive des Ortswechsels, wie Reisen zwecks Erholung (,,Urlaub"), aus beruflichen bzw. gesellschaftlichen Gründen, zu Bildungszwecken etc.
Die Raumüberwindung sowie den Aufenthalt am fremden Ort bezeichnet man auch als ,,konstitutive Elemente des Fremdenverkehrs oder Reisens" (vgl. FREYER 1995, 2ff.)
Des weiteren ist zu beachten, dass es außerhalb der wissenschaftlichen Definition von "Tourismus" auch , insbesondere im Bereich der amtlichen Statistik, zu sehr unterschiedlichen Merkmalsabgrenzungen kommen kann.
Es ist eine Eigenart im deutschsprachigen Raum, dass neben dem Begriff ,,Tourismus", der v.a. seit dem 2.Weltkrieg gebräuchlich ist und sich an das englische ,,tourism" (bzw. das franz. ,,tourisme" oder das ital. ,,turismo") anlehnt noch der Begriff ,,Fremdenverkehr" - seit dem 19. Jh. verwendet - existiert. Werden sie in der Wissenschaft synonym verwendet, so kann es außerhalb davon zu unterschiedlichem inhaltlichem Verständnis dieser beiden Begriffe kommen. Zum einen wird ,,Tourismus" als ein alle Aspekte des Reisens abdeckender Begriff verstanden und ,,Fremdenverkehr" lediglich als Sonderfall für Reisen innerhalb des Binnenlandes. Zum anderen wird ,,Fremdenverkehr" als weiter Begriff für alle Arten des Reisens von In- und Ausländern ins Inland und ,,Tourismus" als enger Begriff im Sinne von Erholungsreisen (gelegentlich auch nur solche, die ins Ausland führen) verwendet (vgl. KULINAT/STEINECKE 1984, 19 und FREYER 1995, 397ff.).
Für eine ausführliche Übersicht über das Begriffsabgrenzungsproblem, auch bezüglich ,,Reiseverkehr" und ,,Touristik" siehe FREYER 1995, 398ff.
2. Historische Entwicklung des Tourismus
Menschen führen seit jeher Reisen durch, indem sie eine Distanz zwischen zwei Orten überwinden. In der zeitlichen Entwicklung des Reisens haben sich jedoch die Motive grundlegend geändert: in der Antike oder dem Mittelalter erfolgte eine Reise i.d.R. zweckgebunden: wirtschaftliche, politische oder religiöse Motive standen im Vordergrund (z.B.: Wallfahrten, Handelskarawanen, Kreuzzüge, Entdeckungs- und Erholungsfahrten etc.). Die Reise als solche wurde als notwendiges und unbequemes Mittel angesehen, um dem gewünschten Reisezweck dienen zu können (vgl. KULINAT/STEINECKE 1984, 40f.).
Erst im 17. und 18. Jh. Entwickelte sich insbesondere im englischen Adel mit der so genannten „Grand Tour“ eine erste nicht direkt zweckgebundene Form des Reisens, deren Motiv neben der Bildung auch im Vergnügen angelegt waren. Nach der engeren Tourismusdefinition kann man sie als „erste Touristen“ bezeichnen. Generell bezog sich diese neue Form des Reisens zunächst auf eine dünne gesellschaftliche Oberschicht. Im Laufe des 19. Jh. dehnte sich ,zum einen durch die neuen technischen Erfindungen, insbesondere der Eisenbahn als Massentransportmittel, aber auch durch das Gewähren von Urlaubstagen für die Arbeitnehmer, das zweckungebundene Reisen und somit der Tourismus auf weitere Bevölkerungsschichten aus. Im Jahre 1841 organisierte Thomas Cook die erste Pauschalreise: Bahnreise von Leicester nach Loughborough mit einer Distanz von 10 Meilen. Im Reisepreis von 1 Schilling waren Hin- und Rückfahrt, Tee, Rosinenbrötchen und Blasmusik enthalten (vgl. FREYER 1995, 6ff und BECKER/JOB/WITZEL 1996, 13).
Durch die technische, ökonomische und soziale Entwicklung erfuhr der Tourismus eine starke Aufwertung. Als Gründe wären zu nennen: seit der Industrialisierung gestiegene Volkseinkommen, auch unter Einbeziehung unterer Einkommensschichten, die zeitliche Ausweitung der Freizeit durch Arbeitszeitverkürzung und Urlaubstagen und nicht zuletzt das aufkommen des Pkws sowie des Düsenflugzeugs als Massentransportmittel. So dass man dann spätestens ab den 1960er Jahren vom „Massentourismus“ spricht (vgl. z.B. FREYER 1995, 9f oder KULINAT/STEINECKE 1984, 51ff.). Schaubild 1 verdeutlicht den globalen Wachstum des Tourismus im Vergleich der Jahre 1981, 1986 und 1994, dargestellt an den Merkmalen Bruttodeviseneinnahmen in US-Dollar und Anzahl der touristischen Ankünfte, geordnet nach großräumlichen Zielgebieten, in Personenanzahl.
[...]
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