Produktionsintegrierter Umweltschutz: Mit weniger mehr erreichen?

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Details
Autor: Andreas Niederle
Fach: Umweltwissenschaften
Institution/Hochschule: Universität Hohenheim (Institut für Betriebswirtschaftslehre, Lehrstuhl Umweltmanagement)
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 465 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-25690-2
Textauszug (computergeneriert)
Produktionsintegrierter Umweltschutz.
- PIUS: Mit weniger mehr erreichen?
von: Andreas Niederle
Inhaltsverzeichnis
1. Produktionsintegrierter Umweltschutz: Belastungen und Gefahren für die Umwelt im Vorfeld vermeiden
2. Was ist produktionsintegrierter Umweltschutz? –Definition und Abgrenzungen.
2.1. Abgrenzung des produktionsintegrierten Umweltschutzes zum additiven Umweltschutz
2.2. Abgrenzung des produktionsintegrierten Umweltschutzes zum produkt- und prozessintegrierten Umweltschutz
3. Produktionsintegrierter Umweltschutz in der Praxis:
- Realisierungsansätze und Beurteilung
3.1. Praxisbeispiele für den Einsatz von produktionsintegriertem Umweltschutz
3.2. Effizienzbetrachtung: produktionsintegrierter Umweltschutz vs. additiver Umweltschutz
4. Die betriebswirtschaftliche Bedeutung des produktionsintegriertem Umweltschutzes auf die Risikosituation und die Rentabilität eines Unternehmens
4.1. Der Einfluss von Umweltaspekten auf Unternehmensrisiken
4.2. Der Einfluss des produktionsintegrierten Umweltschutzes auf die Unternehmensrisiken
4.3. Investitionen in produktionsintegrierten Umweltschutz und mögliche Auswirkungen auf die Rentabilität eines Unternehmens
5. Produktionsintegrierter Umweltschutz: Mit weniger mehr erreichen? – Zukunft, oder schon Wirklichkeit?
5.1. Rahmenbedingungen und Hemmnisse für den produktionsintegrierten Umweltschutz
5.2. Ausblick
6. Abbildungsverzeichnis
7. Literaturverzeichnis
1. Produktionsintegrierter Umweltschutz:
Belastungen und Gefahren für die Umwelt im Vorfeld vermeiden. Die Lebens- und Konsumgewohnheiten, vor allem die der entwickelten Industrieländern, bringt eine Fülle unterschiedlicher Umweltbelastungen mit sich. In all den Lebensphasen, die Konsum- und Investitionsgüter durchlaufen, fallen in verschiedener Form Umweltbelastungen an. Mit der Komplexität und der Vielzahl von Schadstoffen, Gefahren und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umweltmedien, wurden medial orientierte oder schadstoffbezogene Auflagen und Maßnahmen des betrieblichen Umweltschutzes ebenfalls immer komplexer. Auflagen zur Verminderung oder Beseitigung von Emissionen führen oft zu enormen Kosten in der Produktion, und damit zu regem Widerstand der Wirtschaft.
Ziel dieser Arbeit ist, den Ansatz des Produktionsorientierten Umweltschutzes (im folgenden: Pius) darzustellen, und aufzuzeigen, in wieweit damit der scheinbar natürliche und unüberwindbare Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie entschärft, oder partiell sogar aufgelöst werden kann. Zu Beginn soll der Leser die Bedeutung und die Abgrenzung von Pius, und dessen Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen Maßnahmen des Umweltschutzes aus Unternehmenssicht kennen lernen. Daraufhin soll aufgezeigt werden, unter welchen Bedingungen sich Unternehmen für Pius anstelle anderer Maßnahmen entscheiden, und welche Voraussetzungen zu einer stärkeren Anwendung von Maßnahmen des produktionsintegrierten Umweltschutzes führen.
2. Was ist produktionsorientierter Umweltschutz? - Definition und Abgrenzungen
2.1 Abgrenzung des produktionsintegrierten Umweltschutzes zum additiven Umweltschutz
Grundsätzlich sind zwei Ansätze zur Verringerung von Schadstoffen bei der Produktion zu unterscheiden: nachgeschaltete (additive) Maßnahmen und integrierte Maßnahmen des Umweltschutzes (Vgl. Abb. 1). „Unter den Begriff der additiven Umweltschutzes fasst man alle Anlagen, Aggregate und Maßnahmen zusammen (end-of-pipe Maßnahmen: Anm. d. Verf.), die man existierenden Anlagen nachschaltet, um die Abgabe von Produktionsrückständen in die Umwelt zu verhindern oder zu reduzieren bzw. um die Rückstände in eine weniger umweltgefährdende Form zu überführen.“1
Abbildung 1: Betriebliche Umweltschutzmaßnahmen: [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Dagegen verbirgt sich hinter Pius „eine spezifische Konzeption, bei der Emissionen nicht erst am Ende eines Produktionsprozesses etwa mit Hilfe von Abfall- oder Abwasserbehandlungsanlagen abgefangen und umgewandelt, sondern bereits in der Produktion durch technisch-organisatorische Änderungen vermieden bzw. zumindest vermindert werden.“2 Theoretisch unterscheiden sich die beiden Konzepte somit grundsätzlich in ihrer Ausrichtung. Während die Entstehung von Umweltbelastungen durch Emissionen und Produktionsrückstände beim additiven Umweltschutz als gegeben hingenommen wird, und das Augenmerk auf deren Weiterbehandlung, Umwandlung oder Entsorgung gerichtet ist, wird mittels Pius versucht, diese erst gar nicht entstehen zu lassen3. Der Produktionsintegrierte Umweltschutz selbst ist jedoch auch nur ein Teil der Gesamtheit aller integrierten Maßnahmen des Umweltschutzes. Es wird unterschieden zwischen produktintegriertem, prozessintegriertem und produktionsintegriertem und Umweltschutz, wobei die Grenzen verschwimmen und eher von theoretischer als von praktischer Relevanz sind.
2.2 Die Abgrenzung von produktintegrierten Umweltschutzes zum
[...]
1 Griem [Produktionsintegrierter Umweltschutz] 33.
2 Haasis/Müller/Winter (Hrsg.) [Pius und Eigenverantwortung der Unternehmen] 11.
3 Vgl. Griem [Produktionsintegrierter Umweltschutz] 31.
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