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Möglichkeiten der gestalterischen Verfremdung von Fotos zum Thema 'Meer' durch den Computer

Examination Thesis, 2003, 62 Pages
Author: Matthias Kümmel
Subject: Art - Pedagogy

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2003
Pages: 62
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V22358
ISBN (E-book): 978-3-638-25721-3

File size: 2275 KB


Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT ERFURT

1. Staatsexamen
Wissenschaftlich-künstlerische Hausarbeit

Thema:

„Möglichkeiten der gestalterischen Verfremdung 
von Fotos zum Thema ’Meer’ durch den Computer“

Fachbereich: Kunst
Studienrichtung: Lehramt Regelschule
Studienfächer: Kunsterziehung, Geografie

Name: Matthias Kümmel

Semester: 17

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der Aufgabenstellung ... 2

2. Einleitung ... 3
2.1. Zur Geschichte der Fotografie (Abriss)  ... 3
2.2. Das Meer als fotografisches Thema ... 6

3. Fotografie als realistische Abbildung ... 8
3.1. Inhalt der fotografischen Abbildung ... 8
3.2. Form der fotografischen Abbildung  ... 9
3.3. Ausgangsfotos der Hausarbeit  ... 10

4. Fotografie als digital verfremdete Abbildung ... 15
4.1. Digitale Fotografie ... 15
4.2. Gründe und Grenzen für die Verfremdung ... 16
4.3. Inhaltliche und ästhetische Aspekte der Verfremdung  ... 18

5. Möglichkeiten der gestalterischen Verfremdung von Fotos ... 20
5.1. Ausschnittwahl ... 20
5.2. Korrekturfunktionen  ... 21
5.3. Farbeinstellungen ... 23
5.4. Helligkeits-, Kontrast- und Tonwertveränderung ... 27
5.5. Farb- und Helligkeitsumkehr  ... 29
5.6. Farb- und Strukturveränderung ... 32
5.7. Schriftwerkzeug ... 33
5.8. Kunst-, Rendering- und Strukturfilter ... 35
5.9. Montage  ... 42

6. Pro und Contra der digitalen Bildverarbeitung  ... 47
6.1. Vorteile der digitalen Bildverarbeitung  ... 47
6.2. Nachteile der digitalen Bildverarbeitung ... 48

7. Zusammenfassung  ... 51

8. Persönlicher Ausblick ... 52

Abbildungsverzeichnis ... 53
Abkürzungs- und Begriffsverzeichnis  ... 55
Hilfsmittelverzeichnis ... 57
Quellenverzeichnis ... 58

 

 

1. Begründung der Aufgabenstellung

Seit 1993 beschäftige ich mich intensiv mit der Fotografie. Meine Vorliebe gilt dabei sowohl der Landschaftsfotografie, als auch der „Welt im Kleinen“ - der Makrofotografie. Häufig fühle ich mich von Details angezogen: Dem Tautropfen auf einem Schilfblatt oder dem Wellenspiel des Wassers. Motive sichtbar zu machen, die man sonst nicht unbedingt wahrnimmt, übt auf mich einen besonderen Reiz aus. Ich wähle gerne Perspektiven, die eine andere Sicht auf die Dinge öffnen. 

Vor sechs Jahren entwickelte sich bei mir stärker das Interesse für den Computer. Die elektronische Bildverarbeitung steckte damals noch in den Anfängen. Seit 2002 nehme ich meine Fotos auch digital auf. Das erleichtert deutlich den Verarbeitungsprozess, weil die Filme nicht mehr gescannt werden müssen. 

Das Thema „Möglichkeiten der gestalterischen Verfremdung von Fotos zum Thema ’Meer’ durch den Computer“ wurde aufgrund meiner bisherigen fotografischen Arbeit gewählt. Die Herausforderung in der Aufgabenstellung ist die gestalterische Verfremdung von Fotos. Meine Erfahrungen mit der digitalen Fotografie beschränkten sich bisher auf Fehlerkorrekturen, um sozusagen die Wirklichkeit nachzubessern.1 Mein Interesse, die elektronische Bildverarbeitung (EBV) zum gestalterischen Verfremden zu benutzen, entwickelte sich bei mir intensiver erst im Laufe dieses Jahres und wächst im Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten weiter.
Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es meine Sicht von den Möglichkeiten und Grenzen der EBV umrisshaft darzulegen.

2. Einleitung

2.1. Zur Geschichte der Fotografie (Abriss)

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entdeckten Wissenschafter die Lichtempfindlichkeit der Silberhalogenide. Belichtung färbte Silberchlorid schwarz und mit Ammoniak ließ sich diese Schwarzfärbung fixieren. Der Chemiestudent T. Wedgewood experimentierte schon 1790 mit lichtempfindlichen Stoffen, mit denen er versuchte, die Bilder der Camera obscura festzuhalten. Obwohl diese Versuche scheiterten, fand Wedgewood eine Methode, Blätter und Insektenflügel kameralos als Durchsicht-Schattenbilder abzubilden.

Erste fotografische Versuche begannen in der Zeit, als die Malerei bereits alle technischen Probleme zur Wiedergabe der Realität gelöst hatte: Die Raum- und Luftperspektive, die Wirkungen von Licht und Schatten, das gesamte Farbspektrum. Die frühe Fotografie Ende des 18. Jahrhunderts war in ihren Möglichkeiten wesentlich eingeschränkter. Extrem lange Belichtungszeiten schlossen bewegte Motive aus. Darüber hinaus gab es noch keine fotografischen Möglichkeiten zur Farbwiedergabe. Auflösungsvermögen, Schärfe und Kontrast waren noch sehr gering.

1839 hatte L.J.M. Daguerre das erste praktikable fotografische Verfahren entwickelt, dass nach ihm Daguerreotypie genannt wird. Zeitgleich arbeiteten Erfinder, vor allem in England, Frankreich und Deutschland, an ähnlichen Entwicklungen. J.N. Niepce versuchte, Steinplatten, Metall- und schließlich Glasplatten als Trägermaterial zu verwenden, scheiterte damit aber. Erst als er Zinnplatten als Schichtträger nutzte, gelang ihm der Durchbruch.

Talbot arbeitete parallel zu diesen Entwicklungen in England. Seine Ideen bildeten die Grundlagen für den Lichtsatz und die Blitzlichtfotografie. Kritiker und Künstler führten kontroverse Diskussionen über die neue Abbildungsmöglichkeiten der Fotografie, die in zunehmende Konkurrenz zur Malerei trat. Drei Faktoren haben die Entwicklung der Fotografie seit Mitte des 19. Jahrhunderts wesentlich bestimmt: Der politische und soziale Aufschwung des Bürgertums, die neue Ästhetik der Fotografie und die Möglichkeit der massenweisen Produktion. 

Landschaften, Städtebilder und Porträtfotos sind die bevorzugten Motive. Pioniergeist und Experimentierfreudigkeit stehen aber auch schon damals hervor. So war die stereoskopische Fotografie schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts bereits bekannt und löste eine Mode des Sammelns von Stereobildern in England und den USA aus. Trotz der anfangs stundenlangen Belichtungszeiten war es bald gerade die Bewegung, die die künstlerische Fotografie herausforderte. Stroboskopartige Bewegungsanalysen brachten völlig neue Erkenntnisse, auch für die Malerei, etwa wie und in welcher Bewegungsphase die Hufe eines Pferdes den Boden berühren. Aber auch die Bewegungen des Menschen wurden in einer bisher nicht gekannten Genauigkeit analysiert.

Fotografien erschienen bald in den Zeitungen, und das Interesse der Menschen an dieser neuen Erfindung war groß. Der Aufstieg des Bürgertums dokumentiert sich in der Popularität der Porträtfotografie zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Personenaufnahmen erforderten vom Fotografen und Modell enorme Disziplin und Ausdauer. Die geringe Lichtempfindlichkeit des Filmmaterials erforderte sehr lange Belichtungszeiten und manchmal sogar Vorrichtungen zum Fixieren der Fotografierten. Kürzere Belichtungszeiten und niedrigere Verkaufspreise bescherten der Fotografie den Durchbruch zum Massengebrauch. Die neue Technik bot für breite Bevölkerungskreise die Möglichkeit, durch Portraits und Gruppenaufnahmen aus der Anonymität herauszutreten - etwas, was bisher dem wohlhabenden Adel vorbehalten war. 

Zu Beginn der Porträtfotografie ähnelten die Bilder im Arrangement stark den gemalten Porträts. Aus der Malerei waren auch die Kulissenumgebungen dieser Aufnahmen entlehnt, die uns heute kurios anmuten. Bald jedoch erkannte die Fotografie neue künstlerische Aspekte. Der individuelle Ausdruck der Fotografierten stand bald im Vordergrund und reduzierte die Bildkomposition auf einfache Licht-Schatteneffekte der Gesichtszüge.

[....]


1 Vgl. AMELUNXEN, H.v. (Hg.) et al (1995, S. 39)


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