Die Theorie der Psychologischen Reaktanz

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Details

Titel: Die Theorie der Psychologischen Reaktanz
Autor: Lenka Eiermann
Fach: Psychologie - Sozialpsychologie
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Psychologie)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 26
Note: 2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 415 KB
Archivnummer: V22419
ISBN (E-Book): 978-3-638-25759-6

Textauszug (computergeneriert)

Die Theorie der Psychologischen Reaktanz

 

 

von: Lenka Eiermann

Inhaltsverzeichnis

1. Definition des Reaktanzbegriffes 2

2. Manifestation von Reaktanz 2

2.1. Direkte Wiederherstellung der Freiheit 6
2.2. Indirekte Wiederherstellung von Freiheit 7
2.3. Aggressionen 7
2.4. Attraktivitätsveränderungen 8
2.5. Reaktanz und Persönlichkeit 8

3. Die Reaktanztheorie 9

3.1. Reaktanzeffekte 11

4. Verbindungen zu anderen Theorien 12

4.1. Altruismus, Hilfesuchverhalten und Reaktionen auf Hilfe 12
4.2. Kontrolltheorie 14
4.3. Die Theorie der kognitiven Dissonanz 14
4.4. Die Güter-Theorie nach Brock 14
4.5. Frustration 15
4.6. Die Theorie der gelernte Hilflosigkeit 17

5. Anwendung der Reaktanztheorie auf einzelne Verhaltensbereiche 19

5.1. Negative Attitüdenänderung 19
5.2. Negativistisches Verhalten in psychologischen Experimenten 20
5.3. Territorialverhalten 20
5.4. Kaufverhalten 21
5.5. Konsumentenreaktionen und politisches Verhalten 22
5.6. Interpersonale Attraktivität und romantische Liebe 23
5.7. Gesundheitspsychologische Bereiche 24
5.8. Widerstand bei der Kindererziehung 25
5.9. Reaktanz bei Tieren 25
5.10. Kriminologie und Forensische Psychologie 26

6. Literaturverzeichnis 26

 

 

 

 

1. Definition des Reaktanzbegriffes

Reaktanz ist der innere Widerstand gegen Einschränkungen der individuellen Handlungs- oder Entscheidungsfreiheit.
Wird eine freie Verhaltensweise bedroht oder durch Verbote sowie äußeren Druck unmöglich gemacht, entsteht ein motivationaler Spannungszustand, der darauf gerichtet ist die verlorene oder bedrohte Freiheit wiederzugewinnen. Dieser motivationale Spannungszustand ist psychologische Reaktanz.
Die Reaktanzstärke hängt von vier Bedingungen ab:

· der Wichtigkeit der Freiheit für die beengte Person
· dem Umfang der bedrohten oder eliminierten Freiheit
· der Stärke der Freiheitseinengung
· der Erwartungen der eingeengten Person eine bestimmte Freiheit zu haben.

Die Neigung, die unerwünschte oder verbotene Handlung auszuführen wird gefördert.

2. Manifestation von Reaktanz

Einige Autoren erwähnen des öfteren die Unterdrückung von Reaktanz. Diese kommt zustande, wenn, durch zu starke Kontrolle der beengenden Instanz, eine Manifestation von Reaktanz gehemmt wird. Auch bei Gefahr von unerwünschten Konsequenzen im sozialen Bereich wird Reaktanz unterdrückt.
Wird die Verhaltungsweise durch sozialen Einfluss eingeengt, kann es gegebenenfalls zur Unterdrückung von psychologischer Reaktanz kommen.
DICKENBERGER und GNIECH (1982) fertitgen ein Modell an, welches erklärt, wie sich die beiden gegensätzlichen Kräfte, Konformität und Manifestation, miteinander fügen. Anhaltspunkt dieses Modells ist das lerntheoretische Konfliktmodell für Annäherungs- und Vermeidungstendenzen von MILLER (1944). Die beiden Achsen in Millers Koordinatensystem werden von ihm als "Aktionspotenzial" und als "Nähe zum Ziel" bezeichnet. Durch Verstärkung entstehen Kräfte, die mit ansteigender Nähe zum Ziel zunehmen. Das Aktionspotential der beiden Kräfte wächst bedingungslos vom anderen mit dem Näherkommen an das Ziel. Das negative Gradient, die Vermeidung, ist allerdings steiler. Der Konflikt ist hier vielmehr zwischen den Verhaltenstendenzen als zwischen den Kräften zu sehen. Die Ambivalenz der Verhaltenstendenzen ist als Bedeutung der dominanten Kraft zu sehen und kann nicht unvermittelt beobachtet werden.
Nach der Theorie der psychologischen Reaktanz kann man die Variable, die den Druck ausmacht etwas zu tun oder zu lassen, mit Millers Konstrukt der "Nähe zum Ziel" vergleichen. Die Unterschiedlichkeit der Stärke von Einflussversuchen kann beispielsweise operrationalisiert sein, durch kleiner werdende zeitliche Abstände, in der Phase vor der Entscheidung, oder in abnehmender räumlicher Gegenwart der beengenden Instanz. Der Zeitfaktor wurde in diesem Zusammenhang von LINDNER und CRANE (1970) sowie von LINDNER, WORTMAN und BREHM (1971) dazu benutzt, den Anstieg der empfundenen Freiheitseinengung mit dem näherkommenden Entscheidungspunkt zu erklären.

Da jede soziale Einflussnahme eine Verhaltensänderung zum Endziel hat, kann davon ausgegangen werden, dass, bei der beengten Person, zunächst nur die Neigung der Beeinflussung auszuweichen vorhanden sein wird. Erst bei zunehmendem Druck, durch die eingeengte Person oder Instanz, zeigt sich eine zweite Motivation in Form von Widerstand.
Diese zweite Motivation wächst im Vergleich zur Anpassungstendenz schneller bei zunehmender sozialer Druckausübung. Der Reaktanzvektor ist, parallel zum Aversions-Gradienten im Millerschen Modell, der steilere. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der zunehmende Druck die Freiheit immer stärker einengt und dass durch Implikationen weitere Freiheiten bedroht werden.

[...]

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