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Scholary Paper (Seminar), 2001, 31 Pages
Author: Olesja Heinze
Subject: Romance Languages - French Literature
Details
Tags: Deutsch-jüdischer, Romancier, Palästina, Arnold, Zweig
Year: 2001
Pages: 31
Grade: 2
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-25830-2
File size: 355 KB
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Excerpt (computer-generated)
Deutsch - jüdischer Romancier in Palästina 1933-1948:
Arnold Zweig
von: Olesja Heinze
Inhaltsverzeichnis
1.Der Weg zum Schriftsteller (1987 – 1918)
1.1 Das Studentenleben und die ersten literarischen Versuche 3
1.2 Erste Kontakte mit dem Zionismus 5
1.3 Ein kriegsbegeisterter Schriftsteller und seine Desillusionierung 5
1.4 Begegnung mit osteuropäischen Juden 7
2. Arnold Zweig als Zionist und Pazifist (1918 – 1933)
2.1 Nachkriegswirren und Antisemitismus 7
2.2 Grischa und Caliban 10
2.3 Junge Frau von 1914 11
2.4 De Vriendt kehrt heim 12
2.5 Familie Zweig verlässt Deutschland 13
3. Arnold Zweig in Palästina (1933 – 1948)
3.1 Die Zionistische Bewegung 13
3.2 Schwierigkeiten eines Neueinwanderers 15
3.3 Erziehung vor Verdun 17
3.4 Der arabische Aufstand 18
3.5 Einsetzung eines Königs 18
3.6 Die Europareisen 19
3.7 Zweigs Einstellung zum Sowjetrussland und zum Kommunismus 21
3.8 Das Beil von Wandsbek 23
3.9 Das Ende des Krieges 24
4. Arnold Zweig in der DDR (1948 – 1968)
4.1 Der herzliche Empfang 26
4.2 Traum ist teuer 27
4.3 Die letzten Jahre des Autors 28
5. Schlusswort 30
Literaturverzeichnis 31
1.Der Weg zum Schriftsteller (1987 – 1918)
1.1 Das Studentenleben und die ersten literarischen Versuche
Arnold Zweig ist am 10. November 1887 in der niederschlesischen Stadt Glogau (heute Glogów; Polen) als Sohn des Sattlermeisters und späteren Spediteurs Adolf Zweig und seiner Frau Bianca (geb. Spandow) zur Welt gekommen. Das Ehepaar Zweig brachte neben Arnold noch zwei weitere Kinder zur Welt: Hans Rudolf und Ruth. Zehn Jahre nach Arnolds Geburt musste der Familienvater aufgrund eines Erlasses des preußischen Kriegsministeriums, der den Festungskommandanten Einkäufe bei jüdischen Kaufleuten untersagte, sein Geschäft aufgeben. Familie Zweig verließ Glogau und zog nach Kattowitz (heute Katowice; Polen), die oberschlesische Industriestadt, wo Zweigs Vater seinen ursprünglichen Beruf, den eines Sattlers, wiederaufgenommen hatte.
An seine ersten Schuljahre in der Glogauer Schule erinnerte sich Arnold als an „das grauenhafte, stumpfsinnige und sadistische Qualhaus“. 1 Von seiner Zeit in der Krattowittzer Realschule und späteren Oberrealschule dagegen hatte er stets nur Gutes zu berichten. Seinem Schuldirektor Jakob Hacks rühmte er nach: „Wenn aus mir etwas geworden ist oder noch werden sollte, ihm danke ich davon ein gerüttelt Maß“. 2 Obwohl von Natur aus gesellig, fühlte sich der kleine Arnold oft einsam und zog die Lektüre von Büchern dem Spielen mit anderen Kindern vor. Zu dieser Außenseitereinsamkeit trug u.a. auch seine jüdische Herkunft bei. Der junge Zweig blieb von den antisemitischen Sprüchen seiner Klassenkameraden nicht verschont. Aufgrund dieser Jugenderlebnisse meldete sich in ihm das Leitmotiv, das er später zum 11. Gebot erklärte: “Du sollst dich nicht erniedrigen lassen“. In seinem zum Teil autobiographischen Buch Aufzeichnungen über die Familie Klopfer spiegeln sich diese bitteren Erfahrungen wieder. Hinter der Hauptfigur, dem Schüler Peter Klopfer, verbirgt sich niemand anders als Arnold Zweig selbst: „ ... Dann erfährst du, dass du ein kleiner Judenjunge bist und was es bedeutet, einer zu sein; die Jungen rufen es dir auf der Straße nach, dass sich dir das Herz umdreht vor Zorn“. 3
Die materiellen Verhältnisse der Familie waren sehr bescheiden: „...meist fehlte es am Geld, schon gar, um den Sohn auf die Universität zu schicken und die schöne Stimme der Tochter ausbilden zu lassen“. 4 Arnold konnte also, nachdem er seine Reifeprüfung bestanden hatte, nur mit Hilfe von Stipendien studieren. Er erhielt ein kleines Stipendium von einem jüdischen Buchhändler und ließ sich 1907 an der Breslauer Universität immatrikulieren, um Lehrer für Deutsch, Geschichte und Moderne Sprachen (Französisch und Englisch) zu werden. Später entdeckte er sein Interesse für Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte und National- ökonomie. In den sieben folgenden Jahren durchwanderte Zweig sechs deutsche Universitäten, darunter Berlin, Göttingen, Rostock und München. Diese Wanderschaft erweiterte seinen geographischen und kulturlandschaftlichen Horizont, bereicherte seinen Geist mit Wissen, Eindrücken und Erlebnissen: „Sieben Jahre lang suchte ich auf deutschen Universitäten ein Fundament, von dem aus sicher zu denken war. Nach dem radikalen Einsturz aller meiner Beziehungen zur Religion [...], quälte mich in immer stärkerem Maße die Frage, was unser Leben auf diesem Stern Erde für einen Sinn habe.“ [...]5 Bereits 1908 erschien eine Reihe kleiner Gedichte des jungen Zweig in der Zeitschrift Freie Studentenschaft. Den Eintritt in die deutsche Literatur scha ffte Zweig mit der Novelle Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer: „1909, mit Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer brach mein wirkliches Talent durch, nämlich zu erzählen und Deutsch zu schreiben – ein Durchbruch, den ich der Stadt und Landschaft Münchens verdanke“. 6 Der Roman Die Novellen um Claudia brachte ihm ein Jahr später den Ruhm. Das Buch handelt nicht von jüdischen Problemen, sonder von der Liebesbeziehung eines jungen Mädchens aus einer wohlhabenden deutschen Familie zu einem armen Privatdozenten. In seinen nächsten Werken, einer biblischen Tragödie Abigal und Nabal und einem Drama Ein Ritualmord in Ungarn, wendet sich Zweig wieder der jüdischen Problematik zu. Das Drama Ein Ritualmord in Ungarn beruht auf einer wahren Begebenheit: 15 Juden werden 1882 in Ungarn des Ritualmordes an einem Mädchen bezichtigt und nach einer erzwungenen Zeugenaussage für schuldig befunden. Erst drei Jahre nach dem Prozess, der antisemitische Ausschreitungen im ganzen Lande zur Folge hatte, werden die Angeklagten freigesprochen. Im Stück spiegelt sich die typisch antisemitische Methode wieder: Juden wurden Verbrechen angehängt, die sie nicht begangen haben, was die Abneigung der Deutschen gegen die jüdische Bevölkerung noch mehr verstärken sollte.
Obwohl das Stück durch die deutsche Militärzensur verboten wurde, erhielt Zweig 1915 für Ritualmord in Ungarn den Kleistpreis7 (seine erste literarische Auszeichnung).
1.2 Erste Kontakte mit dem Zionismus
[...]
1 WOLF, Arie: Größe und Tragik Arnold Zweigs: ein jüdisch - deutscher Dichterschicksal in jüdischer Sicht, London 1991, S.79
2 WOLF, 1991, S. 80
3 WIZNITZER, Manuel: Arnold Zweig: das Leben eines deutsch - jüdischen Schriftstellers, Athenäum 1983, S.17
4 WO5 WOLF, 1991, S.81
6 WIZNITZER, 1983, S.18
7 Der Kleistpreis wurde von 1912 bis 1932 jedes Jahr von der Kleist - Stiftung an junge begabte Schriftsteller vergeben.LF, 1991, S.79
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