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Entwicklung eines nachhaltigen Lebensmodells für ältere Menschen im Gemeinwesen

Diplomarbeit, 2003, 145 Seiten
Autor: Alexander Thomas
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 145
Note: 1
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V22648
ISBN (E-Book): 978-3-638-25929-3
ISBN (Buch): 978-3-638-71337-5
Dateigröße: 752 KB

Zusammenfassung / Abstract

Es ist ungewiss, wie die zunehmende Zahl älterer Menschen, bei gleichzeitig abnemender Zahl jüngerer Menschen, gute Lebensbedingungen im Alter haben können. So wird zwar über eine nachhaltige Reform der sozialen Sicherung diskutiert (Rürup-Kommission), aber alleine die Maßnahmen am System der Gesundheits-, Pflege-, und Rentenversicherung werden nicht ausreichen um nachhaltige Lebensmodelle im Alter zu gewährleisten. In einem Artikel im Focus 32/2003 wird dies immerhin klar erörtert und auf die Notwendigkeit des Umdenkens hingewiesen. Es werden Beispiele für eigenständige zivilgesellschaftliche Formen der sozialen Sicherung, wie gemeinschaftliches Wohnen und die Seniorengenossenschaften aufgeführt (Focus Nr. 32/2003). Wichtig ist mir ein ganzheitlicher ökonomischer Lösungsansatz, einer Ökonomie, die in die Lebenswelt eingebettet ist und somit auch das Leben und die Betreuung älterer Menschen mit einbezogen wird. Auf der Basis eines gemeinwsenorientierten ökonomischen Verständnisses könnte die Zivilgesellschaft solidarische Lebensentwürfe als nachhaltige Lebensmodelle im Gemeinwesen entwickeln. Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Im ersten Teil der Arbeit geht es um die Darstellung der Lebenssituation älterer Menschen und ihres Umfeldes. Anhand der Prognose der künftigen Bevölkerungsentwicklung zeigt sich, dass das zahlenmäßige Verhältnis der jüngeren zur älteren Generation drastisch zugunsten der Anzahl älterer Menschen ändern wird. Im zweiten Kapitel sollen zunächst Ursachen für den Abbau des Sozialstaats aufgezeigt werden. Etwaige Rechtfertigungen der Notwendigkeit der Verlagerung sozialer Risiken ins Private mit der demographischen Entwicklung sollen hierdurch widerlegt werden. Im dritten Teil der Arbeit wird die Rolle der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen in diesem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess näher beleuchtet. Grundlage ist die professionelle Grundhaltung des Empowerments und die systemische Sichtweise. Im vierten Teil der Arbeit wird die Möglichkeit der genossenschaftlichen Selbsthilfe zur Entwicklung eigenständiger zivilgesellschaftlicher Formen sozialer Sicherung dargestellt. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit bürgerschaftlichem Enga-gement. Es geht darum, dass die BürgerInnen sich nach dem Prinzip der Hilfe auf Gegenseitigkeit selbst organisieren.


Textauszug (computergeneriert)

 

Entwicklung eines nachhaltigen Lebensmodells
für ältere Menschen im
Gemeinwesen

Diplomarbeit

an der
Fachhochschule München
Fachbereich 11 Sozialwesen

vorgelegt von

Alexander Thomas

Abgabetermin: 07.10.2003

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 1

1. Altern in der Gesellschaft ... 4
1.1. Demographische Entwicklung ... 4
1.1.1. Dreifaches Altern ... 5
1.1.2. Von der Pyramide zum Pilz ... 7
1.2. Altersbilder ... 9
1.3. Alter, Krankheit und Pflegebedürftigkeit ... 11
1.4. Ökonomische Situation älterer Menschen ... 12
1.5. Soziale Netzwerke ... 13
1.6. Strukturwandel des Alters ... 17
1.6.1. Konzepte des Altersstrukturwandels ... 17
1.6.1.1. Verjüngung und Entberuflichung des Alters ... 17
1.6.1.2. Feminisierung des Alters ... 18
1.6.1.3. Singularisierung im Alter ... 18
1.6.1.4. Hochaltrigkeit ... 18
1.6.2. Soziale Ungleichheit ... 19
1.6.3. Einführung der Pflegeversicherung ... 20
1.6.4. Generationenvertrag ... 23

2. Elemente einer nachhaltigen Sozialpolitik im Kontext der alternden Gesellschaft ... 25
2.1. Sozialstaat im Wandel ... 25
2.1.1. Krise des Sozialstaats ... 26
2.2. Leitlinien für eine nachhaltige Sozialpolitik mit und für ältere Menschen ... 29
2.2.1. Partizipatorische Entscheidungsdiskurse ... 30
2.2.2. Gerechter Austausch ... 31
2.2.3. Marktbegrenzung ... 32
2.2.4. Solidarität ... 32
2.2.5. Ethik des Alterns ... 33
2.3. Lebensbereiche älterer Menschen ... 35
2.3.1. Gesundheit ... 35
2.3.2. Bildung und Kultur ... 36
2.3.3. Wohnstrukturen ... 38
2.3.4. Soziale Netzwerke ... 42

3. Neue Ansätze Sozialer Arbeit mit älteren Menschen ... 44
3.1. Empowerment als professionelle Grundhaltung ... 45
3.1.1. Der Defizitblickwinkel in der Sozialen Arbeit ... 46
3.1.2. Die Philosophie der Menschenstärken ... 46
3.2. Systemische Soziale Arbeit ... 48
3.3. Gemeinwesenarbeit mit älteren Menschen ... 49
3.3.1. Sozialräumliche Orientierung ... 52
3.3.2. Methodenintegration ... 52
3.4. Koordination, Kooperation und Vernetzung als professionelles Arbeitsprinzip ... 54
3.4.1. Begriffsklärung von Koordination, Kooperation und Vernetzung ... 55
3.4.2. Care- und Case Management ... 55
3.4.3. Leitstelle "Älter werden in Augsburg" ... 56
3.4.4. "Netzwerk im Alter" Berlin Pankow - Prenzlauer Berg - Weißensee ... 58
3.4.5. Die Düsseldorfer Netzwerkstatt ... 58
3.4.6. Prinzipien der Netzwerkarbeit ... 59
3.5. Soziale Arbeit und bürgerschaftliches Engagement ... 60
3.6. Lokale Ökonomie und Gemeinwesenökonomie ... 60
3.7. Neuverortung des Sozialen im intermediären Bereich ... 62
3.7.1. Intermediärer Sektor ... 63
3.7.1.1. Notwendigkeit eines eigenständigen solidarökonomischen Sektors ... 65

4. Ansätze zur eigenständigen zivilgesellschaftlichen Organisation sozialer Sicherung ... 70
4.1. Bürgerschaftliches Engagement ... 71
4.2. Genossenschaftliche Selbsthilfe als Organisationsform der Gemeinwesenökonomie ... 73
4.3. Genossenschaftliche Selbsthilfe zur Organisation von Hilfe auf Gegenseitigkeit im Gemeinwesen ... 75
4.3.1. Kriterien von gemeinwirtschaftlichen Genossenschaften ... 75
4.3.2. Organisationsstrukturen einer Genossenschaft zur Förderung der Hilfe auf Gegenseitigkeit ... 76
4.3.2.1. Kommunikative Strukturen ... 77
4.3.2.2. Die Genossenschaft als lernende Organisation ... 77
4.3.3. Mögliche Leistungsbereiche einer Genossenschaft zur Förderung der Hilfe auf Gegenseitigkeit ... 78
4.3.3.1. Ambulante Dienstleistung als Profitcenter der Genossenschaft ... 80
4.4. Exkurs: "Zeitdepot" als Komplementärwährung zur Förderung der Hilfe auf Gegenseitigkeit ... 82
4.4.1. Entstehung der "neuen" Komplementärwährungen ... 84
4.4.2. Funktionsweise der Komplementärwährungssysteme ... 85
4.4.3. Beispielhafte Zeitdepotsysteme zur Förderung von Hilfeleistungen im Gemeinwesen ... 87
4.4.3.1. Time Dollars ... 87
4.4.3.2. Seniorengenossenschaften ... 87
4.4.3.3. Fureai-Kippu System ... 88
4.4.4. Funktionen einer Komplementärwährung in Form von Zeittausch und Zeitdepot ... 93
4.4.4.1. Förderung der Solidarität ... 93
4.4.4.2. Förderung von Reziprozität ... 93
4.4.4.3. Ansparfunktion ... 94
4.4.5. Probleme und Erfahrungen mit Zeitdepots ... 95
4.5. Organisation eines Zeitdepots durch die Genossenschaft ... 98
4.6. Vernetzung, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit ... 99
4.7. Ziele einer Genossenschaft zur Förderung der Hilfe auf Gegenseitigkeit ... 101
4.8. Genossenschaftliche Selbsthilfe und professionelle Soziale Arbeit ... 102
4.9. Einige Worte zu Förderung und Finanzierung ... 103

Zusammenfassung und Ausblick ... 107

Quellenangaben ... 109

 

Einleitung
Es ist ungewiss, wie die zunehmende Zahl älterer Menschen, bei gleichzeitig abnehmender Zahl jüngerer Menschen, gute Lebensbedingungen im Alter haben können. So wird zwar über eine nachhaltige Reform der sozialen Sicherung diskutiert (Rürup-Kommission), aber alleine die Maßnahmen am System der Gesundheits-, Pflege-, und Rentenversicherung werden nicht ausreichen um nachhaltige Lebensmodelle im Alter zu gewährleisten. In einem Artikel im Focus 32/2003 wird dies immerhin klar erörtert und auf die Notwendigkeit des Umdenkens hingewiesen. Es werden Beispiele für eigenständige zivilgesellschaftliche Formen der sozialen Sicherung, wie gemeinschaftliches Wohnen und die Seniorengenossenschaften aufgeführt (Focus Nr. 32/2003).
Die Problematik der wachsenden Altersgruppe und verschiedene Lösungsansätze sind mir auch in meiner persönlichen Biographie auf verschiedenen Ebenen begegnet. Durch meine Arbeit in einem ambulanten Dienst habe ich Möglichkeiten der ganzheitlichen Pflege durch das ressourcenorientierte Handlungskonzept der "Kinästhetik" kennen gelernt. Ebenso hat sich hier die Wichtigkeit der eigenen Wohnung für ältere Menschen gezeigt. In der ambulanten Pflege steht es auch außer Frage, dass die Wohnung die Privatsphäre der älteren Menschen ist und dementsprechend geachtet werden muss. In der stationären Pflege setzt sich die Notwendigkeit der Achtung der Privatsphäre der BewohnerInnen nur langsam durch. Im Praktikum bei der Heimleitung eines Altenheims hatte ich die Gelegenheit, mich näher mit Personalentwicklung zu beschäftigen. Ich bin der Ansicht, dass diese daran ausgerichtet sein sollte, die Kinästhetik in den Pflegealltag zu integrieren. So kann die Qualität der Pflege durch eine bewohnerInnenorientiertere Kommunikation verbessert werden. Durch diese Erfahrungen wurde aber auch klar, dass organisationsinterne Verbesserungen nicht ausreichen und die ambulante und stationäre Pflege in das Gemeinwesen integriert werden müssen. Auch die Arbeit des ambulanten Dienstes im örtlichen Arbeitskreis für ältere Menschen, zur Verbesserung der Kooperation und Vernetzung kommt schnell an Grenzen. Im Vordergrund für die Träger der ambulanten und stationären Pflege steht hier die Öffentlichkeitsarbeit und der eigene Vorteil und nicht so sehr bedarfsorientiertes Arbeiten. Dies steht in direktem Zusammenhang mit der gängigen "Marktökonomie", die auch zunehmend in der Sozialen Arbeit Einzug hält. Wichtig ist mir ein ganzheitlicher ökonomischer Lösungsansatz, einer Ökonomie, die in die Lebenswelt eingebettet ist und somit auch das Leben und die Betreuung älterer Menschen mit einbezogen wird. Auf der Basis eines gemeinwesenorientierten ökonomischen Verständnisses könnte die Zivilgesellschaft solidarische Lebensentwürfe als nachhaltige Lebensmodelle im Gemeinwesen entwickeln.

Zum Aufbau dieser Arbeit:
Im ersten Teil der Arbeit geht es um die Darstellung der Lebenssituation älterer Menschen und ihres Umfeldes. Anhand der Prognose der künftigen Bevölkerungsentwicklung zeigt sich, dass das zahlenmäßige Verhältnis der jüngeren zur älteren Generation drastisch zugunsten der Anzahl älterer Menschen ändern wird. Dieser demographische Wandel geht einher mit einem gesellschaftlichen und familiären Wandel. Die familiäre Unterstützung im Alter macht zwar nach wie vor einen Grossteil der Unterstützung aus, jedoch ist hier aufgrund des gesellschaftlichen und demographischen Wandels mit einer Abnahme zu rechnen. Hier stellt sich nun die Frage, wie trotz dieser Entwicklungen weiterhin ein selbstbestimmtes Leben im Alter möglich sein kann? Die Antwort hängt davon ab, inwieweit die Gesellschaft der ebenfalls vorhandenen Erosion von Solidarität entgegenwirkt.
Im zweiten Kapitel sollen zunächst Ursachen für den Abbau des Sozialstaats aufgezeigt werden. Etwaige Rechtfertigungen der Notwendigkeit der Verlagerung sozialer Risiken ins Private mit der demographischen Entwicklung sollen hierdurch widerlegt werden. Der Sozialstaatsabbau führt zu einer Exklusion eines wachsenden Teils der erwerbsfähigen Bevölkerung aus dem Arbeitsmarkt, was die Gefahr der Entsolidarisierung der Gesellschaft mit sich bringt. Um gerechte Austauschstrukturen zwischen Staat, Wirtschaft und BürgerInnen zu ermöglichen, bedarf es einer Orientierung an Leitlinien zur Sozialpolitik, die ich aus verschiedenen theoretischen Ansätzen zusammengestellt habe. Diese Leitlinien können beispielhaft auf die Lebensbereich Gesundheit, Bildung und Kultur, Wohnstrukturen und soziale Netzwerke angewandt werden. Ziel ist eine stärkere Partizipation der Zivilgesellschaft an der Ausgestaltung und Entwicklung gesellschaftlicher Lebensbereiche auf der Basis einer erstarkenden Zivilgesellschaft.
Im dritten Teil der Arbeit wird die Rolle der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen in diesem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess näher beleuchtet. Grundlage ist die professionelle Grundhaltung des Empowerments und die systemische Sichtweise. Darauf aufbauend soll mit dem Arbeitsprinzip der Gemeinwesenarbeit deutlich gemacht werden, dass Altern alle Generationen im Gemeinwesen betrifft. Diese gemeinwesenorientierte Arbeit mit älteren Menschen ist im intermediären Bereich verortet. Hier geht es auch um ein symmetrisches Zusammenspiel von Sozialer Arbeit mit bürgerschaftlichem Engagement. Dies soll zu einer gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen Professionellen und bürgerschaftlich Engagierten führen, um gemeinsame Problemlösungen in einem eigenständigen intermediären Sektor zu entwickeln.
Im vierten Teil der Arbeit wird die Möglichkeit der genossenschaftlichen Selbsthilfe zur Entwicklung eigenständiger zivilgesellschaftlicher Formen sozialer Sicherung dargestellt. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit bürgerschaftlichem Engagement. Es geht darum, dass die BürgerInnen sich nach dem Prinzip der Hilfe auf Gegenseitigkeit selbst organisieren.
In einem Exkurs zu Komplementärwährungen in Form von Zeitdepots sollen die Erfahrungen mit verschiedenen Systemen vorgestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf dem japanischen Fureai-Kippu System. Dieses wird in Japan zunehmend von einer breiten Bevölkerungsgruppe angenommen und ergänzt zusehends die Pflegeversicherung. Diese eigenständige Form zivilgesellschaftlicher sozialer Sicherung fördert das solidarische Wirtschaften in der Gemeinwesenökonomie. Da Komplementärwährungen soziales Kapital und Solidarität fördern können, folgt auf Grundlage dieser Informationen der Vorschlag, wie eine Genossenschaft auch ein solches Zeitdepot organisieren kann. Ein Vorbild gibt es in dem Modell der Seniorengenossenschaften in Baden-Württemberg. An dieser Stelle möchte ich auf die Möglichkeit der Verbindung der Hilfe auf Gegenseitigkeit mit der professionellen Hilfe hinweisen, indem die Genossenschaft als Profitcenter einen ambulanten Dienst betreibt. Hierdurch sind Synergien durch die direkte organisationsinterne Verzahnung der formellen mit der informellen Hilfe möglich.
Die Zivilgesellschaft entwickelt eigenständige nachhaltige Lebensmodelle mit und für ältere Menschen im Gemeinwesen. Lebensmodelle deshalb, weil jedes Gemeinwesen die Lösungsansätze für seine örtlichen Notwendigkeiten entwickeln muss. Diese Modelle können für andere lediglich Vorbilder sein. Die Rolle der Sozialen Arbeit ist, diese eigenständigen zivilgesellschaftlichen Formen sozialer Sicherung aktiv und professionell unterstützend zu begleiten.

1 Altern in der Gesellschaft
Altern ist kein einheitlicher Prozess, sondern es gibt eine große Vielfalt intraindividueller und interindividueller Unterschiede in den Altersprozessen. Diese werden in starkem Maße von den davor liegenden Lebensphasen und biographischen Ereignissen geprägt. Aufgrund der demographischen Entwicklung und der zunehmenden Verlagerung sozialer Sicherung ins Private, besteht die Gefahr, dass sich die Lebenslagen älterer Menschen verschlechtern. Eine zunehmende Zahl älterer Menschen könnte an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die Auslese könnte mittels einer Einteilung der älteren Menschen in "Produktive" und "nicht Produktive" stattfinden. Das heißt produktive Ältere, die entweder die nötigen finanziellen oder auch gesundheitlichen Ressourcen haben, sind in die Gesellschaft integriert und die Kranken und Hilfsbedürftigen mit mangelnden finanziellen Ressourcen werden ausgeschlossen. Die Problematik der Hilfeleistung wird zunehmend in die Familie verlagert und zum Großteil von den Frauen geleistet. Aufgrund der Zunahme hilfsbedürftiger älterer Menschen bei gleichzeitiger Abnahme jüngerer Menschen, dem strukturellen und sozialen Wandel, kommt es zu vielschichtigen Problemen in der Gesellschaft. Diese steht vor einer völlig neuen Aufgabe, was Konrad Hummel folgendermaßen auf den Punkt bringt: "Kein ... Gemeinwesen musste bisher diese Bevölkerungszusammensetzung, diese Freisetzung vom Erwerbsleben, diese Fortdauer bei Pflegebedürftigkeit und diesen Einstellungswandel bewältigen" (Hummel; 1991; S. 130).

[...]


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