Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Der spanische Föderalismus close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Der spanische Föderalismus

Intermediate Diploma Thesis, 2003, 35 Pages
Author: Robert Rädel
Subject: Politics - International Politics - Region: Western Europe

Details

Category: Intermediate Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 35
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V22727
ISBN (E-book): 978-3-638-25999-6
ISBN (Book): 978-3-638-64758-8
File size: 285 KB

Abstract

Nach dem Ende der franquistischen Diktatur 1975 gelang Spanien der Übergang zu einer parlamentarischen Monarchie, gleichzeitig mit dieser friedlichen „Transition“ zur Demokratie wagten sich die reformerischen Kräfte an die historisch – politisch herausragende Aufgabe der Dezentralisierung des jahrhundertealten Einheitsstaates. Auch 30 Jahre später ist das Ergebnis immer noch offen und die Entwicklung dynamisch; die wissenschaftliche Diskussion über den Föderalisierungsgrad Spaniens und die immer wieder hervortretenden nationalistischen Spannungen und separatistischen Bestrebungen belegen, dass das Modell der Autonomen Gemeinschaften noch weit davon entfernt ist, eine endgültige Lösung für die ethnisch-historischen Probleme Spaniens zu bieten. Diese Arbeit untersucht, wie diese Spannungsfaktoren zu erklären sind, welche Antworten das politische System Spaniens seit der Verfassungsgebung 1978 gegeben hat. Neben der Darstellung der historisch-territorialen Entwicklung und der ethnisch-kulturellen Regionen geht es um den Prozess der Dezentralisierung und die föderalistischen Mechanismen innerhalb der heutigen politischen Ordnung, um eine Antwort auf die Frage zu finden, ob das quasi-föderale Sondermodell Spaniens eine geeignete Lösung war bzw. ist. Der heutige „Autonomiestaat“ ist das Ergebnis der Dezentralisierungsbemühung, die gleichzeitig mit der Redemokratisierung vonstatten ging und gegen starke Widerstände durchgesetzt wurde. Die Verfassung postuliert ein Gleichgewicht von staatlicher Einheit und dem Recht auf Autonomie. Die schrittweise, flexible Föderalisierung des spanischen Staates verhinderte ein Auseinanderbrechen der Nation. In Bezug auf die vertikale Machtverteilung, die föderale Kompetenzordnung und das Finanzierungssystem kann sich Spanien heute mit echten Bundesstaaten messen. Trotzdem besteht dringender Reformbedarf, um einerseits die neuen zentrifugalen Tendenzen abzumildern und gleichzeitig die innerspanischen föderalen Funktionsmechanismen zu modernisieren. Der Senat muss zu einer echten Kammer der Repräsentation und Mitbestimmung der Autonomen Gemeinschaften umgebaut und politisch gestärkt werden. Die Kooperationsmechanismen sollten institutionalisiert werden, um ein stärkeres „Miteinander“ anstatt des „Nebenher“ zu erreichen. Wenn die Autonomen Gemeinschaften unabhängiger wären, könnten sie selbstbewusster gegenüber der Zentralregierung auftreten und separatistischen Bewegungen den „Wind aus den Segeln“ nehmen.


Excerpt (computer-generated)

Der spanische Föderalismus

 


von: Robert Rädel

Inhalt

1. Einleitung 2

2. Historisch-ethnische Spannungsfaktoren

2.1 Die geschichtliche Entwicklung der territorialen Ordnung Spaniens 3
2.2 Die historischen Nationalitäten und regionale Diversität 7

3. Entstehung und Entwicklung des Autonomiestaates

3.1 Die Verfassung und die Konstituierung der Autonomen Gemeinschaften 13
3.2 Die Bewältigung der regionalen Spannungen im quasi-föderalen System Spaniens 18

4. Der Autonomiestaat – eine zweckmäßige Lösung? 28

5. Zusammenfassung 31

Anhang:

I.) Literatur- und Quellenverzeichnis 33

II.) Die territoriale Gliederung Spaniens 34

 


 

 

1. Einleitung

Nach dem Ende der franquistischen Diktatur 1975 gelang Spanien der Übergang zu einer parlamentarischen Monarchie, gleichzeitig mit dieser friedlichen „Transition“ zur Demokratie wagten sich die reformerischen Kräfte an die historisch – politisch herausragende Aufgabe der Dezentralisierung des jahrhundertealten Einheitsstaates. Auch 25 Jahre nach Beginn dieses Experiments ist das Ergebnis immer noch offen und die Entwicklung dynamisch; die wissenschaftliche Diskussion über den Föderalisierungsgrad Spaniens, die immer wieder hervortretenden nationalistischen Spannungen und separatistischen Bestrebungen, die auch im Sommer 2003 wieder in terroristischen Anschlägen auf touristische Ziele gipfelten, belegen eindeutig, dass das Modell der Autonomen Gemeinschaften noch weit davon entfernt ist, eine endgültige Lösung für die ethnisch-historischen Probleme Spaniens zu bieten. Diese Arbeit soll sich mit der Fragestellung auseinandersetzen, wie diese Spannungsfaktoren zu erklären sind und welche Antworten das politische System Spaniens seit der Verfassungsgebung 1978 zu geben versucht hat. Neben der Darstellung der historisch-territorialen Entwicklung und der Betrachtung der ethnisch-kulturellen Regionen auf dem spanischen Staatsgebiet sollen der Prozess der Dezentralisierung und die föderalistischen Mechanismen innerhalb der heutigen politischen Ordnung untersucht werden, um eine Antwort auf die Frage zu finden, ob das quasi-föderale Sondermodell Spaniens eine geeignete Lösung für sein Problem war bzw. ist.

Als Materialbasis dienten die deutschsprachigen Grundlagenwerke von Dieter Nohlen und Andreas Hildenbrand1 zum Staat der Autonomen Gemeinschaften sowie die Beiträge zu den „Föderalismus-Studien“ von Jutta Kramer2 und Kirsten Wendland3. Aktuellere Fakten und Erkenntnisse lieferten einige Aufsätze und Beiträge jüngeren Datums sowie das „Anuario 2003“ der spanischen Tageszeitung „El País“4.

2. Historisch-ethnische Spannungsfaktoren

2.1 Die geschichtliche Entwicklung der territorialen Ordnung Spaniens

Die regionalistischen und nationalistischen Spannungen im modernen Spanien können nicht verstanden werden, ohne seine lange und wechselvolle Geschichte der territorialen Ordnung zu beachten.

Spanien zählt zwar einerseits zu den ältesten Nationalstaaten in Europa, aber die staatliche Einheit hat andererseits stets mit einem Missverhältnis aus teilweise übersteigertem Zentralismus und einer hohen ethnisch-kulturellen und sozio-ökonomischen Diversität zu kämpfen gehabt, deren Ursprünge bis in die Antike zurückreichen. Nach der Besiedlung, Eroberung oder sonstiger Beeinflussung der iberischen Halbinsel durch Phönizier, Kelten, Griechen, Römer und zahlreiche Stämme während der Völkerwanderung stand das Gebiet seit dem frühen achten Jahrhundert unter der Vorherrschaft der Araber.5 So ist die spanische Geschichte bis zur frühen Neuzeit nach außen geprägt durch die Reconquista, der christlichen Rückeroberung durch die ursprüngliche iberische Bevölkerung, nach innen ist sie die Geschichte zahlreicher eigenständiger regionaler Königreiche, Fürstentümer und Grafschaften, die aufgrund von Eroberung, Heirat oder Verwandtschaft miteinander vereinigt wurden oder zerfielen. Der Preis für die ewigen Kriege, Fehden und militärischen Anstrengungen gegen die Araber, den alle Könige und Fürsten zahlen mussten, waren zahlreiche Privilegien wie Freiheits- und Selbstverwaltungsrechte (die sogenannten fueros municipales), die sie den Land- und Stadtbevölkerungen als Ausgleich für Unterstützungsleistungen gewähren mussten. Diese territorialen Ausnahmen von den königlichen Hoheitsbefugnissen, die man als eine Frühform einer Föderalisierung des spanischen Gebietes bezeichnen könnte, fand ihre Blütezeit im 12. Jahrhundert.6

In Konkurrenz zu León, Aragonien, Navarra, Katalonien und den baskischen Gebieten ist es letztendlich das Königreich Kastilien, das sich zur vorherrschenden Zentralmacht entwickelte. Nach der Vereinigung mit dem Königreich León und dem Versuch der Zentralisierung, Systematisierung und Kodifizierung der unterschiedlichen Rechtstraditionen ab dem 13. Jh. wurde die Macht der kastilischen Könige immer stärker, auch wenn sich der Adel und die Städte gegen den Niedergang der Foralrechte wehrten und die regionalistischen Kräfte als Gegenbewegung zum Zentralismus erstarkten.

[...]


1 Nohlen, Dieter / Hildenbrand, Andreas: Spanien. Wirtschaft – Gesellschaft - Politik, Opladen 1992 / Nohlen, Dieter / Gonzáles Encinar, José Juan (Hrsg.): Der Staat der Autonomen Gemeinschaften in Spanien, Opladen 1992.
2 Kramer, Jutta (Hrsg.): Die Entwicklung des Staates der Autonomien in Spanien und der bundesstaatlichen Ordnung in der Bundesrepublik Deutschland. El Desarrollo del Estado de las Autonomías en España y la Evolución del Federalismo en la Republica Federal de Alemania. Ein spanisch-deutsches Verfassungkolloqium. Coloquio Constitucional hispano-alemán. Baden Baden 1996.
3 Wendland, Kirsten: Spanien auf dem Weg zum Bundesstaat? Entstehung und Entwicklung der Autonomen Gemeinschaften, Baden – Baden 1998.
4 Anuario El País 2003, Madrid 2003.
5 Nohlen / Hildenbrand: Spanien… S. 174ff.
6 Wendland, S. 49f.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Attische Demokratie

Author: Malgorzata Krieger
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal, 2001 Download as PDF-file for 5,99 EUR

Akteure der deutschen Außenpolitik

Author: Steffen Knäbe
Politics - International Politics - Topic: German Foreign Policy, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/22727/der-spanische-foederalismus
please wait Please wait