Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Der Positivismusstreit - Geschichte und Positionen close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Der Positivismusstreit - Geschichte und Positionen

Termpaper, 2002, 18 Pages
Author: Anonym
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 18
Grade: bestanden (keine Benotung)
Language: German
Archive No.: V22756
ISBN (E-book): 978-3-638-26024-4

File size: 78 KB
Notes :
bitte anonym veröffentlichen! danke



Excerpt (computer-generated)

Der Positivismustreit – Geschichte und Positionen

Hausarbeit im Fach Philosophie, 5. Semester
Im Sommersemester 2001 

 

 


Die Wissenschaften dienen der Naturbeherrschung. Wenn man geschichtliche Dinge „wissenschaftlich“ darstellt und etwa über Caligulas und Hitlers Schandtaten ohne Empörung, „distanziert“ spricht, dann verfälscht man die Geschichte.

Max Horkheimer1

Aber das alles (der ganze „Positivismusstreit“) ist ja nur ein Eiertanz und von einer geradezu grotesken Unwichtigkeit.

Karl R. Popper2

 

Inhaltsverzeichnis

1. Historisches zum Positivismus- und Werturteilsstreit  3

2. Das Wissenschaftsverständnis der Kritischen Theorie  6

3. Das Wissenschaftsverständnis der Kritischen Rationalismus  7

4. Die Tübinger Referate  9
4.1 Karl Popper  9
4.2 Theodor W. Adorno  12

5. Habermas- Albert  16

Literatur  18

 

1. Historisches zum Positivismus- und Werturteilsstreit

Als Positivismusstreit wird die Auseinandersetzung um die Methoden der Soziologie zwischen der Kritischen Theorie und dem Kritischen Rationalismus bezeichnet.

Auf dem Tübinger Soziologentag 1961, maßgeblich mitorganisiert von Ralf Dahrendorf3, wurde das Hauptreferat von Karl R. Popper (1902-1994), Begründer des Kritischen Rationalismus, gehalten, worauf Theodor Wiesengrund Adorno (1903- 1969), neben u.a. Max Horkheimer (1895- 1973), Felix Weill (1898- 1975), Herbert Marcuse (1898- 1979), Friedrich Pollock (1894- 1970) Vertreter der Kritischen Theorie (wegen des Sitzes ihres Instituts für Sozialforschung in Frankfurt- ausgenommen die NS- Zeit, in der das Institut in die USA emigrierte- auch Frankfurter Schule genannt) mit seinem Koreferat antwortete. Thema der Referate war die Logik der Sozialwissenschaften. Obwohl von einigen Autoren bemerkt wird, die Gegensätze zwischen Adorno und Popper seien durch die Referate nicht klar genug dargestellt worden4, zeigten sie doch die Widersprüche zwischen den beiden Schulen auf und führten zu einer intensiven methodischen Diskussion innerhalb der Sozialwissenschaften, die entscheidend mitgeprägt wurde von der nachfolgenden Auseinandersetzung zwischen Jürgen Habermas, damals wissenschaftlicher Mitarbeiter von Adorno, und Hans Albert, Vertreter des Kritischen Rationalismus.

Der Begriff Positivismusstreit entstammt dem Vorwurf der Kritischen Theorie gegenüber dem Kritischen Rationalismus, dessen Vertreter betrieben eine Form des Positivismus.
Als Positivismus wird die Lehre bezeichnet, die den Gegenstand der Wissenschaft auf empirisch Wahrnehmbares reduziert. Metaphysische oder gar theologische Interpretationen der Welt werden verworfen. Der Positivismus sieht seine Aufgabe in der Systematisierung des sinnlich Erfahrbaren und der Suche nach seinen Gesetzen. Als Begründer des Positivismus gilt Auguste Comte (1798- 1857), der den Übergang von der sozialen Physik zur Soziologie markiert und somit auch als Begründer der Soziologie gelten kann. Von besonderer Bedeutung ist sein Drei- Stadien- Gesetz, das die Entwicklung der Menschheit aufteilt in eine mythologisch- theologisch- phantastische Anfangsphase, darauf folgend eine metaphysische und schließlich die positiv- wissenschaftliche Phase. Was mit dem Positivismusverdacht intendiert wurde, wird erkennbar, wenn man betrachtet, wie geringschätzig sich beispielsweise Horkheimer und Adorno über den Positivismus in der Philosophie äußern.5

Popper und Albert allerdings distanzieren sich vom Ansatz einer reinen Reduzierung auf das sinnlich Erfahrbare. Popper sieht sich sogar als Überwinder dieser Schule, was er mit seiner Gegnerschaft zum Wiener Kreis, einer neopositivistischen Vereinigung, als deren bekannteste Vertreter Moritz Schlick (1882- 1936), Rudolf Carnap (1881- 1970) und Otto Neurath (1882- 1945) zu nennen sind, begründet.

Die Position des logischen Positivismus des Wiener Kreises zum Werturteil sei anhand von Rudolf Carnap dargestellt: Carnap, der das begriffliche Gebäude der Wissenschaften auf Erfahrungsbegriffe reduzieren wollte, verortete Fragen der Weltanschauung neben, keinesfalls in der Wissenschaft. Er trat beispielsweise dafür ein, dass Wissenschaft unabhängig von der Politik arbeitet.

Die Themen des Positivismusstreits gehen zurück auf den sogenannten Werturteilsstreit, der um 1914 im Verein für Sozialpolitik (VfS) ausgetragen wurde, besonders bei der Werturteilsdiskussion des VfS am 5. Januar 1914. Auch in dieser Auseinandersetzung ging es um schon seit den 1880er Jahren6 diskutierte Methoden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, insbesondere um die Frage der Werturteilsfreiheit.

[....]


1 Horkheimer, zitiert nach Dahms 1994, S. 374

2 Popper 1987, S. 109

3 Vgl. Dahms 1994, S. 323f.

4 Vgl. Dahrendorf in: Adorno u.a. 1969, S. 145 und Dahms 1994, S. 341

5 Adorno schreibt beispielsweise: „Der Krisis des humanistischen Bildungsbegriffs, über den ich nicht viel Worte zu machen brauche, ist Philosophie als erste Disziplin im öffentlichen Bewusstsein erlegen, nachdem sie ungefähr seit Kants Tod durch ihr Missverhältnis zu den positiven Wissenschaften, zumal denen von der Natur, sich verdächtig gemacht hatte.“ (Adorno 1970, S.12)

6 In dieser Zeit forderte beispielweise der positivistische Soziologe Emile Durkheim (1858- 1917) eine konsequente Trennung von Soziologie und Philosophie, von empirischer Forschung und philosophischen Abstraktionen, also das Gegenteil der u.a. von Comte geforderten Einheitswissenschaft. (vgl. Klügl in: Autorenkollektiv 1982, S. 223f.) Durkheim tritt allerdings nicht für eine Wertfreiheit ein.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erlebnisorientierung als Strategie des Einzelhandels

Author: Jörg Thurm
Economics / Business: Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research, 2003 Download as PDF-file for 2,49 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/22756/der-positivismusstreit-geschichte-und-positionen
please wait Please wait