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Transformation der Bundeswehr - Die Anpassung der deutschen Streitkräfte an die veränderte Weltlage

Termpaper, 2004, 20 Pages
Author: Stefan Hansen
Subject: Politics - International Politics - Topic: German Foreign Policy

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V22811
ISBN (E-book): 978-3-638-26071-8
ISBN (Book): 978-3-638-75964-9
File size: 174 KB

Abstract

über die Transformation der Bundeswehr soll die seit dem Wegfall der bipolaren Weltordnung, der fortschreitenden Globalisierung und der neuen Terrorismusgefahr veränderten Grundfragen der Deutschen Außen- und Sicherheitspolitik darlegen und die dadurch notwendig gewordene grundlegende Umwandlung der Bundeswehr aufzeigen. Bereits seit dem Ende des Warschauer Paktes und der Auflösung der Sowjetunion unterliegen die sicherheitspolitischen Fundamente der deutschen Politik einer grundsätzlichen Neuausrichtung. Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht mehr Frontstaat an der Grenze zweier, sich feindlich gesinnter Militärblöcke, sondern von befreundeten Staaten umgeben. Daher ist die Landesverteidigung, auf die sich der Auftrag der Bundeswehr bis dahin primär bezog, derzeit und auf absehbare Zeit der unwahrscheinlichste Einsatzfall geworden. Jedoch ist spätestens seit den Anschlägen des 11. September 2001 deutlich geworden, dass neue asymmetrische Bedrohungen existent sind, wie beispielsweise der internationale Terrorismus, Islamismus, Proliferation von Massenvernichtungswaffen und weitreichender Trägermittel, Zerfall von Staaten, Bürgerkriege aber auch die Zunahme von global operierender organisierter Kriminalität. Daher werden zukünftig vorwiegend Einsätze zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung gemeinsam mit den Bündnispartnern in EU und NATO und eingebunden in das multinationale Umfeld von VN und OSZE Aufgabe der Bundeswehr sein. Sicherheit lässt sich nicht mehr geographisch begrenzen, nationale Interessen können überall auf der Erde verteidigt werden. Gleichzeitig ist deutlich geworden, dass die komplexen Aufgaben und die Ausrüstung, Struktur und Finanzmittel der Bundeswehr in keiner Weise in Einklang stehen. Es soll eine Konzentration auf die militärischen Kernfähigkeiten (z.B. durch Out-sourcing und Zivil-militärische Kooperation) erfolgen, die europäische und transatlantische Rüstungskooperation intensiviert werden sowie ein stringenter fähigkeitsorientierter, teilstreitkraft- und bereichsübergreifender Gesamtansatz gefunden werden. Die Bundeswehr befindet sich im Wandel zu einer Armee im Einsatz, der zunächst einmal die Wehrpflicht erhalten bleibt, die sich aber bereits versucht von ihr unabhängig zu machen.


Excerpt (computer-generated)

Transformation der Bundeswehr
Die Anpassung der Deutschen Streitkräfte an die veränderte Weltlage


von: Stefan Hansen

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Parameter Deutscher Außen- und Sicherheitspolitik 6

2.1. Bedrohungsanalyse 6

2.1.1. Der internationale Terrorismus 7
2.1.2. Weitere sicherheitspolitische Gefahren 8

2.2. Die rechtliche Lage 9
2.3. Die Verteidigungspolitischen Richtlinien 10

3. Die Dreiteilung der Kräfte 11

4. Wehrpflicht 12

5. Vernetzte Operationsführung 13

6. Neue Aufgaben - Neue Ausrüstung 14

6.1. Landstreitkräfte 14
6.2. Luftstreitkräfte 15
6.3. Seestreitkräfte 16

7. Zusammenfassung 17

8. Literaturverzeichnis 19

8.1. Bücher 19
8.2. Aufsätze 19
8.3. Internetquellen 20








1. Einleitung

Die grundsätzliche Reform der Bundeswehr ist nicht etwa seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 in New York und Washington notwendig geworden, sondern bereits seit dem Wegfall der bipolaren Weltordnung mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes nach den Ereignissen des November 1989 unabdingbar. Denn bis dahin bestand die Hauptaufgabe der Bundesdeutschen Streitkräfte darin, innerhalb der damaligen Grenzen im Zusammenwirken mit den Verbündeten einen möglichen Angriff von Seiten des Warschauer Paktes abzuwehren. Dementsprechend waren Struktur und Umfang auf die Landesverteidigung mit ca. 500.000 Mann im Rahmen der NATO ausgelegt.

Die veränderte politische Situation und die Wiedervereinigung Deutschlands führten dazu, dass neben der (unwahrscheinlicher gewordenen) Heimatverteidigung auch die Bündnisverteidigung außerhalb Deutschlands sowie Beiträge zur internationalen Krisenbewältigung und Konfliktverhütung zu Aufgaben der Bundeswehr wurden. Dieser veränderten Einsatzsituationen wurde erstmals mit dem "Ressortkonzept zur Anpassung der Streitkräfte, der territorialen Wehrverwaltung und der Stationierung" vom 15.03.1995 sowie einer neuen Bundeswehrstruktur Rechnung getragen. Die Folgen waren eine Reduzierung des Personalumfanges auf zunächst 370.000, später 330.000 Soldaten und die Untergliederung der Streitkräfte in Krisenreaktionskräfte (KRK), Hauptverteidigungskräfte (HVK) und militärische Grundorganisation, ohne jedoch die Wehrpflicht zur Disposition zu stellen.
Allerdings schmälerte das nach wie vor für die Abwehr eines Angriffs aus dem Osten konzipierte und vielfach veraltete Material die Kriseninterventionsfähigkeit und trieb die Betriebskosten in die Höhe. Die Ausrüstung der Truppe ließ sich nur schwer auf die Bedingungen am Einsatzort adaptieren, es fehlten Luftverlegemöglichkeiten und die Bewaffnung war vielfach zu schwer, da sie noch auf den Panzerkrieg ausgelegt war.

Zudem waren die Krisenreaktionskräfte mit 60.000 Mann angesichts des stetig steigenden Umfanges an Auslandseinsätzen deutlich zu gering dimensioniert.
Dies machte eine erneute Reform notwendig.
Als dann im Herbst 2001 mit den Anschlägen in den vereinigten Staaten überdeutlich wurde, dass sich nach dem Ende des Kalten Krieges die von dem damaligen US-Präsidenten Bush (senior) genährten Hoffnungen auf eine stabilere, sicherere und friedfertigere Welt nicht bewahrheitet hatten, wurde auch die Abwehr der internationalen Terrorbedrohung fundamentaler Teil Deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

Angesichts der somit nötig werdenden Investitionen bei gleichzeitig annähernd stagnierendem Verteidigungshaushalt blieb der Bundeswehr nur die gänzliche Schwerpunktänderung in ihrer Aufgabenwahrnehmung und eine weitere Senkung der Personalkosten.

[...]


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