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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 34 Pages
Author: Gero Birke
Subject: Politics - International Politics - Topic: European Union
Details
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Beiträge, EU-Staaten, Identität, Kleine, Staaten, System
Year: 2004
Pages: 34
Grade: 1,2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26092-3
ISBN (Book): 978-3-638-67662-5
File size: 438 KB
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Abstract
Wohin geht es mit Europa? Wird es je ein geeintes Europa geben oder wird sich das Projekt Europa vor seinem Abschluss in Wohlgefallen auflösen? Diese Frage drängt sich nach dem im Dezember 2003 gescheiterten Versuch eine gemeinsame europäische Verfassung zu schaffen immer mehr auf. Der Grundstein für die Europäische Union (EU) wurde 1951 mit Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl gelegt. Es folgten Meilensteine der europäischen Integration wie der EU-Binnenmarkt oder die Wirtschafts- und Währungsunion – derzeit ringt man um eine gemeinsame europäische Verfassung. Doch was nützt eine politische Union, von den Eliten geschaffen, jedoch vom Volk abgelehnt? Die große Herausforderung der Politik besteht darin die Bürger, die in der EU leben, für diese zu gewinnen und somit die Legitimation für ein gemeinsames Europa zu erhalten. So wie Deutsche, Franzosen, Spanier, Tschechen oder andere Nationalitäten sich mit ihrer Nation identifizieren, muss es gelingen eine Identifikation bezogen auf Europa zu erreichen – sprich eine europäische Identität muss geschaffen werden. Können die Bürger aus so vielen verschiedenen Staaten eine gemeinsame europäische Identität verwirklichen? Haben ihre Staaten etwas dazu beigetragen, sodass der Bürger sagen kann „Ja, wir haben an der Union mitgewirkt.“? Und werden sich dann alle Staaten samt ihren Bürgern mit Europa identifizieren können? All diese Fragen sollen diskutiert werden. Dazu ist es bedeutsam zu Identität begrifflich zu fassen, und dann zu versuchen aufzuzeigen welcher Staat etwas zu einer gemeinsamen europäischen Identität beigetragen hat. Waren es nur die großen oder haben auch die kleinen Staaten ihren Beitrag geleistet? Die Untersuchung stützt sich auf die EU-Mitgliedsstaaten, die in die Kategorie „Kleinstaat“ gehören. Einzelne als wichtig für eine europäische Identität erachtete Ereignisse und Persönlichkeiten werden vorgestellt und es wird versucht sie einem Staat zuzuordnen. Ihr Wirken sowie die Auswirkungen auf die Verhältnisse ihrer Zeit und die Zukunft Europas werden herausgestellt, um somit ihre Bedeutung für den europäischen Identitätsprozess aufzuzeigen. Die Beantwortung dieser Fragen soll Schlüsse zulassen inwieweit eine gemeinsame europäische Identität geschaffen werden kann oder ob dies gar nicht realisierbar scheint, da vielleicht nicht alle Staaten Beiträge leisten.
Excerpt (computer-generated)
Die Beiträge der kleinen EU-Staaten
zu einer europäischen Identität
von: Gero Birke
1. Einleitung: Hat ein geeintes Europa eine Zukunft? 1
2. Warum ist ein Europäer ein Europäer? – Was ist Identität? 3
3. Wer hat was zur europäischen Identität beigetragen? 6
3.1. Kleinstaaten als Identitätsstifter 6
3.1.1. Die Benelux-Staaten – kleine Staaten leisten Großes 6
3.1.2. Österreich – die Vision der Vereinigten Staaten von Europa 12
3.1.3. Griechenland – die Wiege der Kultur Europas 13
3.1.4. Die osteuropäischen Beitrittskandidaten – Entscheidung pro Europa 14
3.2. Was ist mit den Kleinstaaten, die nichts Herausragendes zur europäischen Identität beigetragen haben? 15
3.3. Exkurs 17
3.3.1. Präsidenten und Vertragsorte – Eintrag in die europäischen Annalen 17
3.3.2. Internationale Auszeichnungen für ein Engagement um Europa 18
4. Wann fühlt man sich als Europäer? 19
5. Fazit: Ist es überhaupt möglich eine Person oder ein Ereignis einem Staat zuzuordnen? 21
Quellenverzeichnis
Anhang
1. Einleitung: Hat ein geeintes Europa eine Zukunft?
Wohin geht es mit Europa? Wird es je ein geeintes Europa geben oder wird sich das Projekt Europa vor seinem Abschluss in Wohlgefallen auflösen? Diese Frage drängt sich nach dem im Dezember 2003 gescheiterten Versuch eine gemeinsame europäische Verfassung zu schaffen immer mehr auf. Der Grundstein für die Europäische Union (EU)1 wurde am 18. April 1951 mit Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), die aus dem Schumann-Plan erwuchs, gelegt. Es folgten unter anderem Meilensteine der europäischen Integration wie der EU-Binnenmarkt (1993) oder die Wirtschafts- und Währungsunion (2002) – zurzeit ringt man um eine gemeinsame europäische Verfassung. Doch was nützt eine politische Union, von den Eliten geschaffen, jedoch vom Volk abgelehnt? Die große Herausforderung der Politik besteht darin die Bürger, die in der EU leben, für diese zu gewinnen und somit die Legitimation für ein gemeinsames Europa zu erhalten. So wie Deutsche, Franzosen, Spanier, Tschechen oder andere Nationalitäten sich mit ihrer Nation identifizieren, muss es gelingen eine Identifikation bezogen auf Europa zu erreichen – sprich eine europäische Identität muss geschaffen werden, was allerdings nicht mit der nationalen Identität kollidieren sollte, sondern nebeneinander bestehen kann. Es befinden sich derzeitig fünfzehn Staaten2 in der EU und weitere zehn haben den Status Beitrittskandidat3, sodass nach dem 1. Mai 2004 fünfundzwanzig Staaten der EU angehören werden. Zudem haben noch drei weitere Staaten4 mittelfristig die Perspektive zum Beitritt. Können die Bürger aus so vielen verschiedenen Staaten eine gemeinsame europäische Identität verwirklichen? Haben ihre Staaten etwas dazu beigetragen, sodass der Bürger sagen kann „Ja, wir haben an der Union mitgewirkt.“? Und werden sich dann alle Staaten samt ihren Bürgern mit Europa identifizieren können?
Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit diskutiert werden. Zunächst muss geklärt werden, was man unter Identität versteht, sodass dann versucht werden kann aufzuzeigen welcher Staat etwas zu einer gemeinsamen europäischen Identität beigetragen hat. Waren es nur die großen oder haben auch die kleinen Staaten ihren Beitrag geleistet? Diese Arbeit wird sich mit den Mitgliedsstaaten sowie den ab 2004 zur EU gehörigen Staaten, die in die Kategorie „Kleinstaat“5 gehören, befassen – die Kandidatenländer werden nicht betrachtet. Einzelne als wichtig für eine europäische Identität erachtete Ereignisse und Persönlichkeiten werden vorgestellt und es wird versucht sie einem Staat zuzuordnen. Ihr Wirken sowie die Auswirkungen auf die Verhältnisse ihrer Zeit und die Zukunft Europas werden herausgestellt, um somit ihre Bedeutung für den europäischen Identitätsprozess aufzuzeigen. Diese Analyse trägt mitunter subjektive Züge, da die Bedeutung einer Persönlichkeit oder eines Ereignisses je nach Perspektive des Betrachters anders ausfallen kann. Die Beantwortung dieser Fragen soll Schlüsse zulassen inwieweit eine gemeinsame europäische Identität geschaffen werden kann oder ob dies gar nicht realisierbar scheint, da vielleicht nicht alle Staaten Beiträge leisten.
2. Warum ist ein Europäer ein Europäer? – Was ist Identität?
[...]
1 Es soll in der vorliegenden Arbeit nur auf die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten eingegangen werden und nicht auf alle Staaten in Europa.
2 Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien (vgl. http://europa.en.int/abc/index_de.htm#)
3 Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern (vgl. http://europa.en.int/abc/index_de.htm#)
4 Bulgarien, Rumänien, Türkei (vgl. http://europa.en.int/abc/index_de.htm#)
5 Nach dem derzeitigen Forschungsstand gibt es keine eindeutige Definition des Begriffes „Kleinstaat“. In der vorliegenden Arbeit sollen Staaten mit einer Bevölkerungsgröße von 15 Millionen Einwohnern unter dem Begriff Kleinstaat gefasst werden. Auch die Niederlande mit ihren 16 Millionen Einwohnern werden noch den Kleinstatten zugerechnet. Einzig Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien fallen in der EU also nicht unter die Kategorie Kleinstaaten.
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