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Mark Twains Huckleberry Finn: die Flussreise

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Joachim Schmidt
Subject: American Studies - Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V22867
ISBN (E-book): 978-3-638-26104-3

File size: 197 KB


Excerpt (computer-generated)

Mark Twains Huckleberry Finn: die Flussreise

 

 

von: Joachim Schmidt

Inhaltsverzeichnis

1. Mark Twains Huckleberry Finn: ein kontroverses Jahrhundertwerk

2. Die Flussreise

2.1. Die Beziehung zwischen Huckleberry Finn und Jim - eine Entwicklung?
2.2. Der Kontrast zwischen Fluss und Ufer - die Ethik des Floßes
2.3. Die Darstellung der Südstaatengesellschaft

2.3.1. Die Fehde
2.3.2. King und Duke
2.3.3. Bricksville

3. Die Suche nach der Idylle - der Fluss als Freiheitsillusion

4. Hucks Erlebnisse als mögliche Initiation

5. Der oft kritisierte Schluss - enttäuschte Erwartungen und historische Realität

5.1. Jim verliert seine Würde

6. Abschließende Bemerkungen: Die vergebliche Flucht

7. Literaturverzeichnis










1. Mark Twains Huckleberry Finn: ein kontroverses Jahrhundertwerk

Betrachtet man die Reflexion von Huckleberry Finn in den Schriften der Kritiker, so kann eigentlich nur eines mit Sicherheit gesagt werden: die Kontroverse war stets ein treuer Begleiter dieses Werkes. Während die eine Seite das Buch in einer Reihe mit Klassikern wie Moby Dick oder The Scarlett Letter sieht, es in eine Reihe stellt mit amerikanischen Klassikern, sah sich das Werk bereits kurz nach seiner Veröffentlichung mit so starker Kritik konfrontiert, dass es kurz nach seinem Erscheinen aus den Bücherregalen der öffentlichen Bibliotheken verbannt wurde. Weder dieses Kapitel, noch diese Arbeit können eine vorhandene Kontroverse erschöpfend behandeln, dennoch soll versucht werden, einen kleinen Überblick über die unterschiedlichen Rezensionen des Romans zu bieten.

Wie bereits erwähnt wurde das Buch nur wenige Wochen nach seinem Erscheinen aus den Bibliotheken verbannt. Man fürchtete sich vor der expliziten Sprache, die Twains Hauptakteure verwenden. Sie galt als Gefahr für die Moral jugendlicher Leser. Für die Einen Kritikpunkt, für die Anderen Anlass für höchstes Lob. So ist Ernest Hemingway ausdrücklicher Befürworter des offensiven Sprachgebrauchs: "Hemingway, announcing that ´all modern American literature comes from one book by Mark Twain called Huckleberry Finn, `dismissed the other possible ancestors - ´Emerson, Hawthorne, Whittier, and Company`- for their lack of vulgarity: ´All these men were gentlemen, or wished to be. They were all very respectable. They did not use the words that people always have used in speech, the words that survive in language. Nor would you gather that they had bodies. They had minds, yes. Nice, dry, clean minds.`" (Jehlen, S. 94) Twain benutzt also laut Hemingway als erster die authentische Sprache des Volkes. Diese ist nicht immer schön, ausdrucksstark oder grammatikalisch korrekt, aber authentisch.

Andere Kritiker sind schlicht und einfach begeistert von der gesamten Authentizität des Werkes, und schreiben diesen Aspekt in erster Linie Twains Biographie zu. In den Südstaaten des 19. Jahrhunderts aufgewachsen und mit Gewalt, Lügen und Sklaverei von Kindesbeinen an konfrontiert, kann Twain vielleicht nicht anders, als ein derart realistisches Bild dieser Welt zu zeichnen, wie er es in Huckleberry Finn tut. "In no instance does Twain depart from the physical and social aspects of a life he had known intimately and almost daily from his early boyhood through his years as a cub pilot. No one can carp or quibble over the authenticity of the image of a society captured by Twain in Huckleberry Finn." (Wiggins, S. 57) An selber Stelle lobt Wiggins den Schreibstil von Twain in den höchsten Tönen: The book also reveals the maturation of one of the finest prose styles in American literature. All the elements of Twain′s style came to their full fruition in this work, and, although there were to be later occasions on which Twain partly repeated his achievement in Huckleberry Finn, there was never to be a sustained effort to match this earlier one." (Wiggins, S. 57) Dennoch sind nicht alle restlos von dem Werk überzeugt. Auf oft geäußerte Kritik an Gestaltung und Ergebnis des Ausgang des Romans werde ich in einem gesonderten Kapitel am Schluss dieser Arbeit ausführlich eingehen. Darüber hinaus gibt es aber auch Kritiker, die noch weit mehr auszusetzen haben.

So kritisiert William Van O′Connor in einer Essaysammlung Folgendes: The picaresque form is also a clue to the kind of unity the book does have, a melodramatic mixture of reality and unreality and of comedy and of horror. It is frequently theatrical in a good sense of the word. But the unity depends on Huck´s mind, and too often there are bits of action, dialogue, and observation which are not appropriate to him. There are two sorts of theatricality in the novel, melodrama and claptrap." (Van O´Connor, in: Smith, S.381) Während ein Kritiker also etwas an der Mischung verschiedener Genres oder Erzählperspektiven auszusetzen hat, findet ein anderer diese Mischung gerade wieder reizvoll. There is more vitality and movement; the characters make gestures, change their positions, and do things as they talk more often than was true of the earlier novels." Wiggins, S. 57.

Tatsächlich erscheint das Werk zumindest formal uneinheitlich. Doch nicht ein bestimmtes Genre gibt der Geschichte einen passenden Rahmen, sondern das Motiv der Flucht, auf der Suche nach persönlicher Freiheit. Auf diesem Weg befindet sich das Werk von Anfang bis Ende, und diese Suche nach möglicher individueller Freiheit in der Gesellschaft bleibt unabhängig von wechselnden Genres der unverwechselbare Überbau.

In dieser Arbeit soll nun in erster Linie auf die Ereignisse der beiden Hauptprotagonisten während ihrer Flussfahrt eingegangen werden.

2. Die Flussreise

[...]


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